SWISS meldet Verluste in der Corona-Krise im 3. Quartal 2020

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Die Massnahmen zur Eindämmung der weltweiten Corona-Pandemie belasten die internationale Luftfahrt inklusive SWISS weiterhin schwer. In den ersten neun Monaten des Jahres 2020 verzeichnete SWISS einen Rückgang des Betriebsertrags um 61,8 Prozent auf CHF 1,54 Mrd. (1. – 3. Quartal 2019: CHF 4,02 Mrd.(In der SWISS Berichterstattung wurden in Übereinstimmung mit den Vorgaben der Lufthansa Group zum Jahresende 2019 neue Rechnungslegungsgrundsätze eingeführt. Im November 2019 waren für das 3. Quartal ein Betriebsertrag von CHF 1,47 Mrd. und für die ersten neun Monate des Jahres 2019 ein Betriebsertrag von CHF 4,05 Mrd. ausgewiesen worden.))). Der operative Verlust weitete sich auf CHF 414,7 Mio. (1. – 3. Quartal 2019: + CHF 489,6 Mio.) aus.

Dank erheblicher Kostensenkungen und einer Erhöhung des Angebots in den Sommermonaten fiel der operative Verlust im dritten Quartal jedoch geringer aus als im zweiten. Aufgrund zunehmender Reiserestriktionen und der aktuell rasanten Verbreitung der Pandemie wird SWISS die Kapazitäten im Winterflugplan weiter reduzieren. Der Verlust bis Jahresende wird sich voraussichtlich weiter erhöhen. Um das Vertrauen ins Reisen zurückzugewinnen, braucht es dringend stabile und einheitliche Rahmenbedingungen.

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Auch im dritten Quartal haben die Massnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie der weltweiten Luftfahrt und damit Swiss International Air Lines (SWISS) stark zugesetzt. Zwar konnte SWISS ihr Angebot in den Sommermonaten sukzessive und über den Erwartungen wiederaufbauen. Zunehmende Reiserestriktionen haben die sich anbahnende Erholung jedoch ab Mitte August wieder ausgebremst. In den ersten neun Monaten des Jahres 2020 ging der Betriebsertrag gegenüber Vorjahr um 61,8 Prozent zurück und belief sich auf CHF 1,54 Mrd. (1. – 3. Quartal 2019: CHF 4,02 Mrd.)). Der operative Verlust weitete sich in den ersten neun Monaten auf CHF 414,7 Mio. (1. – 3. Quartal 2019: + CHF 489,6 Mio.) aus.

Markus Binkert, CFO von SWISS, kommentiert das Ergebnis: «Angesichts des lähmenden Effekts, den die vielfältigen Quarantänebestimmungen in den letzten Monaten auf das Buchungsverhalten unserer Kunden hatten, entspricht das operative Ergebnis unseren Erwartungen. Dank eines sehr strikten Cash- und Kostenmanagements ist es uns jedoch im dritten Quartal gelungen, den Mittelabfluss zu minimieren. Trotz des äusserst schwierigen Marktumfeldes sind wir bezüglich des Bankenkredits auf Kurs. Die Liquidität ist damit nicht gefährdet.»

Angesichts des neuerlichen Anstiegs der Corona-Fallzahlen in der Welt und der damit verbundenen Verschärfung der globalen Reiserestriktionen wird die Nachfrage im vierten Quartal weiter zurückgehen. Daher wird sich der Verlust bis Jahresende voraussichtlich weiter erhöhen. Zum ersten Mal seit fünfzehn Jahren wird SWISS das Geschäftsjahr mit einem negativen Ergebnis abschliessen.

Weitere Kostensenkungsmassnahmen im Winterflugplan
SWISS hat ein umfangreiches Restrukturierungsprogramm lanciert, um den staatlich garantierten Bankenkredit schnellstmöglich zurückzahlen zu können und die Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit von SWISS zu sichern. Unter anderem werden weiterhin sämtliche nicht betriebsnotwendigen Projekte und Investitionen über alle Unternehmensbereiche hinweg ausgesetzt. Zur Senkung der Personalkosten setzt SWISS derzeit auf die drei sozialverträglichen Massnahmen Einstellungsstopp, attraktive Teilzeitmodelle mit Lohnverzicht sowie frühzeitige Pensionierungen. Zusammen mit der natürlichen Fluktuation können auf diese Weise in den kommenden zwei Jahren rund 1000 Stellen abgebaut werden. SWISS befindet sich hierzu und zu weiteren Kostensenkungsmassnahmen in Gesprächen mit ihren Sozialpartnern. Mit dem Ziel der Kostensenkung hat SWISS ausserdem beschlossen, ihre 28 Flugzeuge der älteren Airbus A320-Familie im Winterflugplan temporär ausser Betrieb zu nehmen. Das Winterprogramm auf der Kurz- und Mittelstrecke wird ausschliesslich mit den effizienteren Airbus A220-Flugzeugen und der Neo-Variante der Airbus A320-Familie durchgeführt.

Kurzzeitige Erholung im dritten Quartal
Nachdem SWISS ab Juni ihr Flugangebot schrittweise wieder ausgebaut hatte, kehrte auch die Nachfrage nach Flugreisen zurück. Dies betraf vor allem touristische Ziele und den Besuchsreiseverkehr (sog. «visiting friends and relatives»). In den Sommermonaten konnte SWISS bis zu 40 Prozent des ursprünglich geplanten Flugprogramms durchführen. Dies übertraf sogar leicht die Erwartungen. Zunehmende und sich immer wieder ändernde Reiserestriktionen bzw. Quarantäneregeln haben jedoch ab Mitte August die aufkommende Erholung im Keim erstickt. Durch die Ausweitung des Angebots und erhebliche Kostensenkungen fiel der operative Verlust im dritten Quartal geringer aus als im zweiten und belief sich auf CHF 148,3 Mio. (Q3 2019: + CHF 244,3 Mio.). Der Betriebsertrag betrug CHF 370,5 Mio. (Q3 2019: CHF 1,45 Mrd.)).

Drastischer Passagierrückgang in den ersten neun Monaten
In den ersten neun Monaten des Jahres 2020 beförderte SWISS) insgesamt 4.315.992 Passagiere, 69,8 Prozent weniger als in der Vorjahresperiode. Insgesamt führte SWISS 41.294 Flüge durch. Dies entspricht einem Rückgang von 64,1 Prozent gegenüber Vorjahr. In den ersten neun Monaten des Jahres 2020 hat SWISS auf dem gesamten Streckennetz 63,2 Prozent weniger Sitzkilometer (ASK) angeboten, die Anzahl der verkauften Sitzkilometer (RPK) ging um 71,9 Prozent zurück. Der Sitzladefaktor lag bei durchschnittlich 64,2 Prozent und damit 20 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert. Im Juli betrug der Passagierrückgang im Vergleich zum Vorjahr 77,2 Prozent, im August 76,7 Prozent und im September 84,0 Prozent. Im dritten Quartal betrug der Sitzladefaktor im Durchschnitt 43,0 Prozent; Im Europaverkehr lag er bei 71,5 Prozent, in allen Verkehrsgebieten auf der Langstrecke deutlich tiefer.

Weiterhin hoch war indes die Frachtnachfrage: Bis Ende September führte SWISS durch ihre Luftfrachtabteilung Swiss WorldCargo über 880 reine Frachtflüge durch und transportierte dabei über 18.000 Tonnen Ware.

Grosses Langstreckenportfolio dank hoher Frachtnachfrage
Oberstes Ziel von SWISS ist es weiterhin, die Schweiz an Europa und den Rest der Welt anzubinden. Eine Vielzahl an Reisebeschränkungen und Quarantänebestimmungen sowie die stärker denn je grassierende Corona-Pandemie erschweren dies jedoch zunehmend. So musste das ursprünglich geplante Flugprogramm für den kommenden Winter deutlich nach unten korrigiert werden. Aktuell geht SWISS davon aus, dass sie im Winterflugplan maximal 25 Prozent ihrer Vorjahreskapazität wird anbieten können.

Vor allem aufgrund einer anhaltend hohen Frachtnachfrage kann SWISS jedoch ein vergleichsweise breites Langstreckenportfolio anbieten. Seit Beginn des Winterflugplans Ende Oktober fliegt SWISS wieder 16 von 24 Langstreckenzielen an, zwei weitere folgen im März. Damit bedient SWISS am Drehkreuz Zürich im gruppeninternen Vergleich eine überdurchschnittlich grosse Zahl an Langstreckendestinationen, wenn auch weniger oft als ursprünglich geplant.

SWISS CEO Thomas Klühr sagt: «Wir werden weiterhin alles tun, um unseren Auftrag, die Schweiz an die Welt anzubinden, bestmöglich zu erfüllen und unseren Fluggästen sicheres Reisen zu ermöglichen. Mit einer Erholung der Luftfahrt ist allerdings erst zu rechnen, wenn die Pandemie abflacht und auf Einreiseverbote und Quarantäneregelungen in der aktuellen Form verzichtet wird. Wenn die nächste Sommerflugplanperiode einen Aufschwung bringen soll, müssen bis dahin stabile, einheitliche und mobilitätsfördernde Rahmenbedingungen in Kraft sein.»

Quelle: PM SWISS