Neue Studie: Nachtfluglärm kann Gefäßschäden verursachen

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Foto: Simon Pannock

Fluglärm kann bei gesunden Menschen zu Gefäßfunktionsstöungen, erhöhtem Stresshormonspiegel und zu einer verminderten Schlafqualität mit drastischen Auswirkungen auf das Herz- Kreislauf-System fuehren. Das ergab eine Studie der Universitätsmedizin Mainz. Im Rahmen der Studie wurden 75 gesunde Männer ohne diagnostizierte Vorschädigung des Herz-Kreislauf-Systems in zufälliger Abfolge während des Schlafs drei unterschiedlichen Lärmszenarien ausgesetzt. Die Wissenschaftler stellten fest, dass Nachtfluglärm bei den Probanden das Stresshormon Adrenalin steigerte und die Gefäßfunktion, die mit hochauflösenden Ultraschallgeräten gemessen wurde, signifikant verschlechterte.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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Eine Antwort zu “Neue Studie: Nachtfluglärm kann Gefäßschäden verursachen”

  1. Andreas Fecker sagt:

    Dass Lärm jeglicher Art gesundheitsschädlich sein kann, ist unbestritten. Das trifft besonders dann zu, wenn man den Schallereignissen gegenüber negativ konditioniert ist. Wenn ich die laute Techno-Musik des jungen Nachbarn drei Häuser weiter auf den Tod nicht ausstehen kann und mir dabei jedes Mal der Kamm schwillt, werde ich mit Sicherheit krank davon. Ganz im Gegenteil zu dem Techno-Freak von gegenüber, der die Musik ‚geil findet‘ und sich angeblich dabei entspannen kann.

    Eine Stadt im Allgäu legte für viel Geld ein Biotop inmitten eines Neubaugebietes an. Der große Teich wurde bald von der Natur angenommen, im schnell wachsenden Schilf fanden Frösche und Enten ihr Zuhause. Die anfängliche Umweltbegeisterung der Nachbarschaft schlug aber bald in leidenschaftliche Ablehnung um, denn das tägliche Entengeschnatter und die nächtlichen Froschkonzerte gingen einigen Anwohnern heftig auf die Nerven. Gutachter bestätigten gesundheitliche Beeinträchtigung. Doch es war zu spät, alles Klagen half nichts. Der Teich blieb, Enten und Frösche auch.

    Schon mehrfach haben Anwohner solche Frosch-Prozesse verloren. Gerichte begründen das regelmäßig damit, dass Frösche unter strengem Schutz stünden. Auch wenn deren Quaken durchaus die Grenzwerte für Lärmschutz überschreite, sei zu berücksichtigen, dass Teiche einem hochrangigen Allgemeinwohlinteresse dienten. Klägern sei es zuzumuten, dem Lärm auszuweichen oder für Schallschutz zu sorgen.

    Auf der anderen Seite ist es alarmierend, dass nach Schätzungen der Deutschen Herzstiftung in Deutschland zwischen 18 und 35 Millionen Menschen einen zu hohen Blutdruck haben. 30 bis 40% der erwachsenen Bevölkerung sind davon betroffen. Ab 60 sogar jeder Zweite. Bei Menschen im hohen Alter sind es gar 80-90%. Die wenigsten davon sind Nachtfluglärm ausgesetzt.