Luftpost 388: Flugunfälle

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Archiv: Fecker

Fliegen wurde in den letzten Jahrzehnten zur sichersten Form des Reisens. Wenn es denn doch mal passiert, dass ein Flugzeug Menschen mit in den Tod reißt, dann ist es fast immer die Verkettung unglücklicher Umstände und die Summe verschiedener Fehler. Flugunfälle werden natürlich hochaktuell von allen Medien der Welt ausgeschlachtet, allen voran von den Sensationsblättern. Mit dramatischen Bildern und voreiligen Schlussfolgerungen vernebeln die Schreiber ihre Unkenntnis der Zusammenhänge. Und da die Presse aktuell sein möchte und das Tagesgeschehen abbilden soll, wird drei Tage später die nächste Sau durchs Dorf getrieben.

2019 – nach dem zweiten Absturz der Boeing 737 MAX 8 – erschien mein Buch über Flugunfälle. Es orientiert sich ausschließlich an Fakten und Ursachen, soweit sie bekannt sind. In meiner aktiven Zeit als Fluglotse und Lehrer für Flugsicherung hatte ich mich auf die Konstruktion von Instrumenten An- und Abflugverfahren spezialisiert und dieses Spezialgebiet nach dem Air Crash von Dubrovnik auch unterrichtet. Ich habe Flugunfälle als Beteiligter durchlebt, weshalb mir Studium, Weitergabe meiner Erfahrungen und die Verhinderung solcher Katastrophen stets ein wichtiges Anliegen war. Aus Geschichte und Geschichten lernen ist ein kluger Grundsatz, die Fehler anderer nicht zu wiederholen ebenfalls.

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Der chronologische Aufbau des stark illustrierten Buches verdeutlicht die Entwicklung des weltweiten Luftverkehrs, aber auch des unterschiedlichen Sicherheitsbewusstseins einzelner Länder. Jeder Unfall wird stets akribisch untersucht. Die Erkenntnisse führen zu Veränderungen von Verfahren, Regelwerken und Sicherheitsmindestwerten. In den frühen Tagen der Fliegerei wurden diese Regeln noch mit Blut geschrieben, heute bemüht man Simulation und wissenschaftliche Erkenntnisse. Wo Hintergrundgeschichten eine Rolle spielten, erzähle ich diese, was dem Buch bei allem der Materie innewohnenden Ernst auch noch Spannung verleiht. 70 Jahre Unfallgeschichte seit 1945 neu eingeordnet in seine Zeit, neu bewertet mit dem Wissen von heute. Welche Konsequenzen wurden gezogen? Was hat sich geändert? Was hat sich bewährt? Warum wurde das Fliegen sicherer? Was gibt es noch zu tun?

Das Buch behandelt zu 95% Vorkommnisse aus der kommerziellen Luftfahrt. Ausnahmen werden gemacht, wo sie weltweite Aufmerksamkeit auf sich zogen. Unter den 10.000 gesichteten Totalschäden der vergangenen 70 Jahren musste ich eine Auswahl treffen. Übrig blieben 250 davon. Regionale Schwerpunkte von etablierten Airlines aus dem deutschsprachigen Raum, aus Europa und Nordamerika spielten eine Rolle. Und schließlich sollten es Unfälle mit Signalwirkung sein, aus denen man etwas gelernt hat und die Veränderungen bewirkt haben.

Andreas Fecker

 

Eine Antwort zu “Luftpost 388: Flugunfälle”

  1. Porgy sagt:

    Hallo Andy,
    gratuliere zu ca. 300 Ausgaben der Luftpost und zum (fast) neuen Buch.
    Herzliche Grüße
    Porgy

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