Neuer Wasserstofftank für die Luftfahrtforschung in Hamburg

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Die Vision vom emissionsfreien Fliegen wird in Hamburg ein Stück weiter Realität. Mit einem 20 Meter hohen und 100 m³ fassenden Tank hat das ZAL Zentrum für Angewandte Luftfahrtforschung seine Wasserstoff-Infrastruktur erweitert. Die Versorgung mit dem gasförmigen Wasserstoff erfolgt durch die Firma Air Products, die auch den Tank zur Verfügung gestellt hat. Dieser erhöht die im Forschungszentrum zur Verfügung stehenden Kapazitäten schlagartig auf das zwanzigfache. Zusammen mit Michael Westhagemann, Hamburgs Senator für Wirtschaft und Innovation, wurde die neue Infrastruktur am heutigen Mittwoch offiziell ihrer Bestimmung übergeben.

Im ZAL Zentrum für Angewandte Luftfahrtforschung forschen mehr als 30 Partner, darunter Airbus, DLR, Lufthansa Technik und die ZAL-eigene GmbH an der Luftfahrt von morgen. Wasserstoff, so ist man sich hier einig, spielt in puncto Klimaneutralität eine Schlüsselrolle.

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Die Luftfahrtbranche steht derzeit vor großen Herausforderungen: Einerseits muss sie die pandemiebedingte Krise überstehen, andererseits – und das gleichzeitig – soll sie den zukünftigen Flugverkehr emissionsfrei gestalten, um das Klima zu schützen. Die wissenschaftlichen und technischen Schritte, die hierfür notwendig sind, werden im ZAL Zentrum für Angewandte Luftfahrtforschung entwickelt.

Fuel Cell Lab im ZAL: Seit 2015 wurden 3,7 Mio. Euro investiert

Das ZAL ist Teil der Hamburger Forschungs- und Innovationsparks und ist bereits seit 2009 im Bereich Wasserstoff aktiv. Die ZAL GmbH betreibt das Fuel Cell Lab, vermietet Brennstoffzellen-Labore und bietet Beratungs-, Entwicklungs- und Testdienstleistungen im Bereich der Brennstoffzellentechnologie an. Das Fuel Cell Lab ist ein branchenübergreifendes Forschungslabor, sowohl für die Luftfahrt als auch für andere Mobilitätsanwendungen. Insgesamt wurden seit 2015 ca. 3,7 Mio. Euro in die Laborinfrastruktur investiert. Der nun in Betrieb genommene 20 Meter hoher Wasserstofftank der Firma Air Products erweitert die möglichen Testkapazitäten vor Ort um das zwanzigfache. Durch den 100 Kubikmeter fassenden Speicher werden rund 400 Kilogramm Wasserstoff am Standort vorgehalten. Angeliefert wird der Wasserstoff aus dem 30 km entfernten Air Products Werk in Stade.

Der Schwerpunkt der Forschung im ZAL liegt auf der Integration von Brennstoffzellensystemen. Insgesamt stehen hierfür elf Labore für die Brennstoffzellenforschung zur Verfügung

  • Entwicklung von Brennstoffzellensystemen
  • Konzeption von Wasserstoff-Infrastrukturen
  • Sichere Bereitstellung von Wasserstoff, Sauerstoff und Stickstoff aus Druckbehältern
  • Bereitstellung von Druckluft; Luftentnahmesystem für bis zu 1800 m³/h pro Prüfstand sowie Kühlwasseranschluss bis zu 540 kWtherm
  • Umweltfreundliche Energierückspeisung ins Hamburger Netz bis zu 200 kWel
  • Hallenfläche für Prüfstände, geeignet zur Aufnahme kompletter Flugzeugsegmente

Michael Westhagemann, Senator für Wirtschaft und Innovation: „Wasserstoff ist die Zukunft. Und die Einweihung der neuen Tankarchitektur im ZAL ist eine der Säulen, die wir bei der Transformation hin zum grünen Fliegen benötigen. Der neue Wasserstofftank zeigt, dass sich der Luftfahrtstandort Hamburg mit konkreten Projekten und Maßnahmen aufmacht in Richtung Nachhaltigkeit und Zero Emission“.

Roland Gerhards, CEO ZAL GmbH: „Wasserstoff als Energieträger ist die zentrale Schlüsseltechnologie, um die Luftfahrt nachhaltiger zu gestalten. Die Idee einer regenerativen Wasserstoffnutzung ist schon viele Jahrzehnte alt, doch erst die heutigen Technologien zusammen mit dem gesellschaftlichen Anspruch zur Nachhaltigkeit ermöglichen die Transformation der Luftfahrt. Ich bin stolz, dass das Thema Wasserstoff am ZAL bereits eine lange Historie hat, und dass wir mit unseren Einrichtungen und dem neuen H2-Tank im ZAL TechCenter die Entwicklung dieser wichtigen Technologie vorantreiben.“

Dr. André Walter, Geschäftsführer Airbus Commercial in Deutschland und Werkleiter Hamburg: „Wasserstoff-Technologie spielt für Airbus eine Schlüsselrolle, dies zeigt beispielsweise unser ZEROe-Konzept. Die künftige Nutzung dieses zukunftsweisenden Energieträgers in der kommerziellen Luftfahrt ist aber eine Mannschaftsleistung. Dies kann nur gemeinsam gelingen. Wir freuen uns sehr, dass dies in der Region Hamburg im Schulterschluss von Politik, Wissenschaft und Wirtschaft angegangen wird. Das ZAL und seine Forschungsinfrastruktur sind eine unverzichtbare Plattform für die Entwicklung der notwendigen Technologien. Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit.“

Dr. Björn Nagel, Gründungsdirektor DLR Institut für Systemarchitekturen in der Luftfahrt:
„Das ZAL Partnernetzwerk und die bereitgestellten Infrastrukturen bieten ein ideales Umfeld, um auch revolutionäre Technologien wie zum Beispiel Wasserstoffantriebe für das klimaneutrale Fliegen zu erforschen. Experimente an realen Flugzeugkomponenten und digitale Entwurfsmethoden gehen dabei Hand in Hand. Damit wird der Entwurf und die Fertigung zukünftiger Luftfahrzeuge gemeinsam optimiert. Wir freuen uns darauf, in einem nächsten Schritt auch die Boden- und Wartungsprozesse von Wasserstoffflugzeugen nicht nur digital, sondern zusammen mit Lufthansa Technik und der ZAL GmbH auch anhand eines A320 – Bodendemonstrators am Flughafen Hamburg zu erforschen.“

David Doyle, Vice President Corporate Strategy, Business Development und Innovation Management bei Lufthansa Technik „Lufthansa Technik ist Mitgründer, Gesellschafter und damit Teil des ZAL. Wir freuen uns über die Erweiterung der Wasserstoffinfrastruktur, die den Aufbau vorwettbewerblicher Technologieexpertise ermöglicht.“ erklärt David Doyle, Vice President Corporate Strategy, Business Development und Innovation Management bei Lufthansa Technik. „Zusammen mit unserem neuen Reallabor für Boden- und Wartungsprozesse in der Luftfahrt verfügen wir dann über herausragende Möglichkeiten, um die Forschung zu Wasserstoff als zukünftigem Energieträger für die Luftfahrt auf ein neues Level zu bringen.“

ZAL Zentrum für Angewandte Luftfahrtforschung

Das ZAL Zentrum für Angewandte Luftfahrtforschung in Hamburg ist eine der modernsten Forschungseinrichtungen der zivilen Luftfahrt weltweit. Auf 26.000 m² bietet das Forschungszentrum 600 Mitarbeitenden modernste Einrichtungen für gemeinsame Forschung und Entwicklung. Nach dem Konzept der „Open Innovation“ kollaborieren hier ca. 30 Partnerinstitutionen aus Industrie und Wissenschaft an den Innovationen von morgen. In diesem einzigartigen Umfeld arbeitet die ZAL GmbH mit rund 30 Wissenschaftler:innnen und Ingenieur:innen. Sowohl partnerschaftlich als auch an eigenen Forschungsprojekten treiben die Luftfahrtexpert:innen Technologietrends wie Robotik, 3D-Druck, Kabinennetze oder Brennstoffzelle voran.

Quelle: PM ZAL

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