Luftpost 399: Tankunfall

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Foto: Andreas Fecker / airportzentrale.de

Nach Sullenbergers eleganter Notlandung auf dem Hudson River im Winter 2009 sind ähnliche Vorfälle in den Hintergrund getreten. Die Leistung  anderer gelungenen Notwasserungen waren durchaus vergleichbar, auch wenn es sich um weniger Passagiere handelte. 1954 setzte zum Beispiel ein Kapitän der Swissair seine Convair 240 auf dem Flug von Zürich nach London drei Kilometer vor Folkstone im Ärmelkanal auf das Wasser. Von den fünf Passagieren ertranken drei, da sie nicht schwimmen konnten. Aufgrund der damals herrschenden Regeln waren „wegen des bisschen Wassers“ keine Schwimmwesten an Bord. Triebwerksausfälle über kleineren Gewässern waren offenbar nicht vorgesehen. Seitdem aber führen Passagierflugzeuge weltweit maritimes Rettungsgerät mit sich, egal wie groß der See ist, den sie überfliegen müssen.

Warum die Triebwerke der Convair stehen blieben? Erstens: Die Tankfirma hatte das falsche Flugzeug betankt. Ja, so etwas gibt es. Es stand blöderweise direkt daneben. Zweitens: Der Käpten unserer Maschine hatte versäumt, den Tankinhalt manuell mit dem Messstab zu kontrollieren!
Die Swissair warf Käpten und Kopilot fristlos raus. Zumindest der Käpten kam trotzdem bei einer anderen Airline unter. Seine beiden stärksten Argumente sprachen für ihn: „Ich wusste mir in einer Notsituation zu helfen.“ Auch das zweite war absolut glaubhaft: „So eine Scheiße passiert mir garantiert nicht noch einmal!“
Andreas Fecker

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