Luftpost 334: Berblinger Reloaded

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Andreas Fecker

Vor 191 Jahren starb Albrecht Berblinger in Ulm einen einsamen Tod. Er wollte eigentlich Uhrmacher werden, aber er musste nach dem Tod seines Vaters im Alter von 13 Jahren den Beruf ergreifen, der ihm gerade angeboten wurde. So wurde er eben Schneider, gab sich aber nie damit zufrieden, den Bürgern von Ulm einen Wams anzupassen oder die Kittel zu flicken. Er erfand Prothesen für Beinamputierte, samt Knie- und Fußgelenken, die Ärzte waren voll des Lobes. Und schließlich konstruierte er einen Gleiter, der ihn über die Donau tragen sollte. Die Geschichte dazu hatte ich vor vier Jahren in der Luftpost 148 erzählt. Die Stadt Ulm hatte ihn damals verlacht und sich seiner sogar geschämt. Irgendwann kam aber die Erkenntnis, dass man hier einen Flugpionier in der Stadtgeschichte hatte, den man getrost in einem Atemzug mit anderen Persönlichkeiten aus den Pioniertagen der Fliegerei nennen durfte. Nun erinnert Ulm mit Stolz daran, dass der tapfere Schneider vor 250 Jahren geboren wurde. Man feiert das Berblinger-Jahr mit Ausstellungen, Multimedia Events, führt ein Musical „Ich bin ein Berblinger“ auf. Berblinger im Theater („Fly High & Scheiter Heiter“), Berblinger als Flugwettbewerb, es gibt Schulprojekte und Stadtführungen. Das beste aber ist die Errichtung eines Turmes mit Wendeltreppe an der Stelle, wo Berblingers Podest stand. Seine Werkstatt wurde zum Museum, Plaketten erinnern daran, wie stolz die Stadt inzwischen auf den Mann ist, den sie einst mit Hohn und Spott überzog.

Kann man etwas aus dieser Geschichte lernen? Bleibe DIR selbst treu. Und wenn DU von DEINER Arbeit und von DEINEM Leben überzeugt bist, lasse dich nicht durch unsachliche Querschüsse oder zwischenzeitliche Misserfolge beirren. – Andreas Fecker

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