Lufthansa Technik AERO Alzey: 10 Jahre Support für das CF34-10E Triebwerk

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Insgesamt zehn Jahre Erfahrung zählt Lufthansa Technik AERO Alzey (LTAA) in diesem Monat in der Instandhaltung, Reparatur und Überholung des CF34-10E Triebwerks – ein Muster, das die Regionaljets Embraer 190 und 195 sowie den Businessjet Embraer Lineage 1000 antreibt. Bereits 1991 hat das hundertprozentige Tochterunternehmen der Lufthansa Technik das CF34-1, CF34-3 und seit 2002 auch das CF34-8 in sein Produktportfolio aufgenommen. Über 550 CF34-10E Shop Visits und über 270 Aufträge bei Kunden vor Ort haben die Mitarbeiter der LTAA bereits betreut.

2014 wurde der 100. Shop Visit eines CF34-10E bei der LTAA durchgeführt. Auch wenn der Hersteller GE Anfang 2020 entschieden hat, die Neuproduktion des 10E einzustellen, sind die Zukunftsaussichten nach wie vor gut – davon ist Raimund Schnell, Vice President Marketing & Sales bei LTAA überzeugt: „Mehr als 1500 CF34-10 werden derzeit weltweit betrieben. Der 10E erlebt gerade ein Revival. Wir verzeichnen bis zu 120 Wartungsereignisse pro Jahr. Hier setzen wir in den kommenden Jahren auf weiteres Wachstum.“

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Vor der Einführung des größten Triebwerks der CF34-Familie, das bis zu 20.000 Pfund Schub erzeugt, musste nicht nur der bestehende Teststand vergrößert werden, sondern es galt vor allem, sich auf diejenigen Module des Motors vorzubereiten, die den Betreibern voraussichtlich die größten Herausforderungen bereiten würden.

Die Erfahrung zeigte schnell, dass besonders die Niederdruckturbine (LPT) Verschleißerscheinungen aufwies. LTAA hat daraufhin ein so genanntes LPT Module Modification Program entwickelt, dessen Kernstück der Ausbau des LPT-Moduls vor Ort beim Kunden mit anschließender Reparatur in der Werkstatt ist – kostengünstig und mit sehr kurzen Durchlaufzeiten: Der Ausbau und der Wiedereinbau des LPT-Moduls dauerte bis zu vier Tagen. Für die erforderlichen Änderungen im Modul wurden bis zu neun Tagen in der Werkstatt benötigt. Auf diese Weise dauerte der gesamte Prozess nur 14 Tage – statt mehr als 35 Tage bei einem regulären Werkstattbesuch. Zudem konnte auf den sonst benötigten Prüfstandslauf verzichtet werden.

Die für den Austausch des Moduls erforderlichen Werkzeugsätze hat LTAA größtenteils selbst hergestellt und Vorrichtungen für den Ausbau und Transport des Triebwerks sowie Transportbehälter für das LPT-Modul beschafft. Das Programm war indes nicht auf den Standort Alzey beschränkt. Es wurden LPT Module an Standorten wie beispielsweise in Peking, China oder in Tulsa, USA ab- und anmontiert. In der letzten Ausbaustufe wurden die LPT Module sogar komplett am Standort in Tulsa modifiziert, womit der Transport nach Alzey entfiel.

„Neben den Vorteilen für die Kunden konnten wir mit Hilfe des LPT Module Modification Programs auch den Rückstand, der durch die späte Einführung des CF34-10 bei der LTAA entstanden war, rasch aufholen und uns gegenüber der Konkurrenz behaupten“, erinnert sich Thomas Breit, Entry Into Service Manager CF34-10 bei der LTAA.

Parallel dazu wurde zusammen mit dem Hersteller des Triebwerks, General Electric (GE), eine „Top and Lower Case Procedure“ am Kompressor entwickelt und eingeführt, welche bei größeren Kompressorschäden eingesetzt wird. Diese Prozedur minimiert den Reparaturaufwand erheblich. Erstmalig wurde dieser Eingriff bei einem Kunden in Australien durchgeführt und der lange Transport des Triebwerks von Australien nach Alzey vermieden.

Diese langjährige Erfahrung der LTAA wird gleichermaßen vom Hersteller des Triebwerks wie auch von Kunden geschätzt: „Lufthansa Technik AERO Alzey und Finnair arbeiten bereits seit mehreren Jahren erfolgreich zusammen. Als Kunde schätzen wir vor allem den klaren und transparenten Ablauf der Werkstattbesuche sowie die gute Kommunikation und nahtlose Zusammenarbeit“, lobt Marko Anttila, Head of Continuing Airworthiness and Powerplant Management bei Finnair. „Wir erwarten von unseren MRO-Lieferanten Zuverlässigkeit, Kosteneffizienz und innovatives Denken, was Lufthansa Technik AERO Alzey unserer Meinung nach gut erfüllt. Dies war auch in den schwierigen Zeiten der Covid-19-Pandemie von entscheidender Bedeutung.“

LTAA arbeitet darüber hinaus mit an der Optimierung von Manuals und ist in ständigem Austausch mit GE. Auch bei kurzfristigen Projekten unterstützt die LTAA regelmäßig den OEM.

Quelle: PM Lufthansa Technik