Griechenland: „Für Urlauber ist alles wie immer“ – eine Reiseleiterin packt aus

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Foto: TUI

Griechenland steckt tief in der Krise. Europäische Politiker werden beleidigt, beschimpft und nicht selten verunglimpft. Das Land steckt im größten Finanzsumpf seiner Geschichte, doch davon lassen sich die Urlauber nicht beirren. Die Buchungszahlen für Griechenland haben in diesem Jahr einen neuen Höchstwert erreicht, airportzentrale.de berichtete.

Während in der Hauptstadt der Schrei nach einem Schuldenschnitt immer größer wird, das Volk auf der Straße, in Demonstrationszügen zu finden ist, so ist es auf den typischen Urlaubsinseln wie Kreta oder Rhodos ruhig. Daniela Delang ist 47 Jahre alt und seit mehreren Jahren als Reiseleiterin für TUI auf der Urlaubsinsel Rhodos tätig. Im Interview erzählt sie wie die Urlauber mit der Krise umgehen.

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Wie ist derzeit die Stimmung unter den Urlaubern auf Rhodos?
Daniela Delang: Sehr entspannt. Unsere Gäste verbringen hier einen erholsamen Urlaub und sind begeistert von der griechischen Gastfreundschaft. Für Urlauber ist alles wie immer, von eventuellen Einschränkungen für die griechische Bevölkerung kriegen sie nichts mit. Sowohl in den Hotels als auch außerhalb erhalten sie den gewohnten Service und werden überall herzlich empfangen. Es sind eher die Daheimgebliebenen, die sich ein wenig Sorgen um ihre Liebsten machen.

Gibt es einen vermehrten Informationsbedarf seitens der Urlauber?
Daniela Delang: Meine Reiseleiterkollegen und ich sind im engen Kontakt mit den Gästen. Bislang gibt es allerdings kaum Nachfragen. Einige Urlauber kommen zwar auf uns zu und möchten wissen, ob sie Geld an den Automaten bekommen oder überall mit Kreditkarten zahlen können. Aber das sind Einzelfälle.

Was raten Sie Ihren Gästen, die sich Gedanken um die Zahlungen vor Ort machen?
Daniela Delang: Die Ausgaben vor Ort, etwa für Souvenirs oder der Tavernenbesuch, lassen sich mit Bargeld, EC-Karte oder Kreditkarte bezahlen. Alle Geschäfte wurden per Gesetz verpflichtet, Kreditkarten zu akzeptieren. Dennoch empfiehlt es sich, eine Mischung an Zahlungsmitteln mitzuführen. Bargeld ist nach wie vor im Umlauf und kann an den Automaten gezogen werden für Touristen gilt das Limit von 60 Euro pro Person und Tag nicht. Auch Wechselgeld ist nach wie vor ausreichend im Umlauf.

Ist die Versorgung in den Hotels nach wie vor sichergestellt?
Daniela Delang: Ja, hier gibt es keinerlei Engpässe. Vor allem die großen Hotels sind gut aufgestellt, was die Versorgung mit Lebensmitteln betrifft. Die Hoteliers können diese weiterhin einkaufen und bezahlen. Auf ihre Notvorräte müssen sie bislang nicht zurückgreifen.

Wie sieht es an den Tankstellen aus?
Daniela Delang: Der überwiegende Teil der Tankstellen hat nach wie vor geöffnet und verfügt über ausreichend Benzinvorräte. Inzwischen ist auch in allen Tankstellen die Zahlung mit Kreditkarte möglich das war in den vergangenen Tagen nicht überall der Fall. Teilweise werden Kreditkarten aber nur bis zu einem Betrag von 30 Euro akzeptiert.

Quelle: TUI und airportzentrale.de