Gewerkschaft der Flugsicherung: Im Sommer könnte es zu wenig Fluglotsen geben

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Mit großer Verwunderung und Erstaunen nahm die Gewerkschaft der Flugsicherung e. V. (GdF) die Stellungnahme des CEO der Deutschen Flugsicherung GmbH (DFS) bezüglich der personellen und technischen Ausstattung der DFS beim erwarteten Wiederanlauf des Flugverkehrs über Deutschland zur Kenntnis.

In einem Medienartikel, welcher am vergangenen Sonntag unter der Überschrift „Flugsicherung sieht sich für 2022 gut gewappnet“ veröffentlicht wurde, wird die derzeitige, teils jetzt schon eklatant schlechte Personalsituation der DFS im Bereich der Fluglotsen und dem technischen Personal, bewusst (oder aus Unwissenheit unbewusst), falsch dargestellt, teilt die Gewerkschaft mit. Und weiter heißt es:

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Der große Personalmangel, welcher in den Jahren 2018 und 2019 für erhebliche Verspätungen gesorgt hatte und auch dauerhaft in den Medien kommuniziert wurde, ist nur durch die Corona-Pandemie und dem fast völligen Verkehrseinbruch in der Luftfahrt in den Jahren 2020 und 2021 in den Hintergrund geraten. Bis heute ist die Personalsituation jedoch weder nachhaltig besser geworden noch annähernd ausgeglichen, wie uns der Artikel glauben machen möchte.

Bereits jetzt, bei einem momentanen Verkehrsaufkommen von gerade einmal 60 % des Niveaus von 2019, reicht die Personaldecke der DFS nicht aus, um den laufenden Betrieb an allen Standorten aufrecht zu erhalten, ohne dass Überstunden angeordnet werden müssten. Es geht sogar so weit, dass in den Radarkontrollzentralen, sowie an vielen Tower-Standorten, einzelne Schichten trotz gut vergüteter Überstundenzulagen aufgrund ausgeschöpfter Personalkapazitäten nicht besetzt werden können.

Sollte der Verkehr auch nur annähernd so steigen wie derzeit prognostiziert wird, warnt die GdF jetzt schon für den kommenden Sommerflugplan ab Ende März vor ähnlichen Situationen wie in den Spitzenjahren vor der Pandemie, als das Verkehrsaufkommen nur mit vielen Verspätungsminuten und Zusatzschichten des Personals halbwegs abgearbeitet werden konnte.

Auch sehen wir nicht die von der DFS erhoffte Kapazitätssteigerung durch neue technische Innovationen. So verschiebt sich die Einführung des neuen Flugsicherungssystem iCAS schon seit Jahren immer wieder (übrigens auch u. a. aufgrund von Personalmangel) und wird voraussichtlich erst in mehreren Jahren an allen Standorten der DFS einsatzbereit sein.

Eine kurzfristige Verbesserung der Situation sieht die GdF derzeit nicht, zumal es der DFS offensichtlich am erforderlichen Problembewusstsein fehlt und sie derzeit nicht einmal den Versuch unternimmt, hierüber mit der Arbeitnehmerseite ins Gespräch zu kommen.

Alles in allem keine schönen Aussichten für eine Wiederbelebung des Luftverkehrs und die Reisepläne der zukünftigen Passagiere.

Quelle: PM GdF

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