GdF fordert Flugsicherung aus einer Hand

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Deutschland zählt – was die zivil-militärische Integration betrifft – zu den Vorreitern in Europa. Dieser Prozess stockt jedoch seit einiger Zeit und ist noch nicht konsequent zu seinem logischen Ende geführt worden, meint die Gewerkschaft der Flugsicherung. In einer Mitteilung heißt es dazu:

Bezugnehmend auf die neueste Veröffentlichung des Forum Militärische Luftfahrt, dem eklatanten Personalmangel in der militärischen Flugsicherung, den Veränderungen der gesamten Bundeswehr aufgrund der politischen Lage in Europa (Ukraine Krieg) und der daraus resultierenden Notwendigkeit einer ständig einsatzbereiten, militärischen Flugsicherung, fordert die Gewerkschaft der Flugsicherung e. V. (GdF) alle Beteiligten (Politik, DFS, Bundeswehr sowie die entsprechenden Sozialpartner) auf, sich an einen Tisch zu setzen, das Kernproblem offen zu diskutieren und nach pragmatischen Lösungen zu suchen.

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„Das Personalproblem bei der militärischen Flugsicherung ist bei weitem dramatischer als bei der zivilen Deutschen Flugsicherung GmbH“, erklärt Matthias Maas, Bundesvorsitzender der GdF, „wir sind im regelmäßigen Austausch mit unseren militärischen Kollegen bei dem FML und die Berichte von dort sind alarmierend.“ Deren Einschätzung spiegelt sich auch in der Wahrnehmung des täglichen Dienstbetriebes wieder. Jüngstes Beispiel war in der vergangenen Woche die für den Flugbetrieb notwendige und unerlässliche Flugvermessung am Militärplatz Hohn. Aufgrund von Personalmangel bei den militärischen Kollegen musste das zivile Kontrollzentrum Bremen für die Durchführung dieser Flugvermessung einspringen.

Eine weitere Belastung für die Bremer Fluglotsen, die selbst unter erheblicher Personalknappheit leiden. Auch die Anflugkontrolle des Militärflugplatzes Lechfeld wurde seit ca. 2 Jahren nicht mehr geöffnet.

Und in dieser Woche hat sich aufgrund von Personalmangel die Anflugkontrolle des Fliegerhorst Nordholz für die komplette Woche abgemeldet. Auch diesen  Dienst müssen somit die Kollegen im Kontrollzentrum Bremen zusätzlich stemmen.

Dies alles sind leider keine Einzelfälle.

Jahrelang ist die Bewerberlage im militärischen Bereich bereits hoch defizitär, weshalb der benötigte Bedarf nicht mehr gedeckt werden kann. Zusätzlich befeuert wird der Prozess durch den altersbedingten Wegfall der geburtenstarken Jahrgänge bis 2025.

„Die militärische Flugsicherung blutet aus. Dies hat zur Folge, dass immer wieder militärische Anflugkontrollen geschlossen werden müssen. Das restliche Personal wird dann auf den militärischen Towern eingesetzt, damit die Flugaufträge noch erfüllt werden können“, so berichtet Maas weiter.

Eine mögliche Zusammenlegung der militärischen und zivilen Flugsicherung hätte mit Sicherheit einige Synergien zur Folge.
So könnte die militärische Flugsicherung von dem großen Pool der Bewerber für die DFS profitieren. Eine besser angepasste Ausbildung – ein Großteil der militärischen Ausbildung findet bereits heute in Kaufbeuren unter der Federführung der DFS statt – würde die fachliche Expertise auf beiden Seiten stärken und die Bundeswehr könnte sich auf ihre eigentliche Hauptaufgabe, die Landes- und Bündnisverteidigung, konzentrieren.

Die zivilen Kollegen bei der DFS würden im Gegenzug wiederum von der militärischen Fachexpertise profitieren, denn seitdem das Beurlaubungsmodell – militärischer Kollegen wechseln zur Unterstützung der zivilen Flugsicherung in die Kontrollzentren der DFS – aufgrund von Personalmangel bei der Bundeswehr eingestellt wurde, kam dieser Austausch nahezu zum Erliegen.

Jedoch wie überall gibt es auch bei der Bundeswehr wohl Amtsinhaber, die aufgrund einer möglichen Umstrukturierung um ihre Stellen fürchten oder einen Kompetenzverlust erwarten. Aus diesem Grund erreichen die Führung der Bundeswehr wohl überwiegend geschönte Personalmeldungen und es steht zu befürchten, dass in wenigen Jahren ein großes Aufwachen bezüglich der militärischen Flugsicherung erfolgt. Zumindest dann, wenn Flugzeuge der Bundeswehr am Boden stehen bleiben müssen und die Flugaufträge nicht mehr erfüllt werden können.

Quelle: PM GdF

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