ANA: Mehr Gewinn – weniger Umsatz im ersten Geschäftshalbjahr 2016/2017

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Air Astana Boeing 767-300ER – Foto: Air Astana Bildarchiv

ANA, größte japanische Fluggesellschaft und Mitglied in der Star Alliance, weist für das vergangene Halbjahr des aktuellen Geschäftsjahres (1. April 2016 bis 31. März 2017) einen stabilen Gewinn aus. Die operativen Einkünfte stiegen um 3,2 Prozent auf umgerechnet etwa 778 Millionen Euro, wie die ANA Gruppe heute in Tokio mitteilte. Insgesamt erreichte die Airline im vergangenen Halbjahr einen Umsatz von 7,7 Milliarden Euro – dies bedeutet einen leichten Rückgang um 2,9 Prozent. Parallel konnte die Gruppe jedoch die operativen Kosten überproportional senken, so dass der Nachsteuergewinn um 3,4 Prozent stieg und 499 Millionen Euro erreichte.

Der leicht gesunkene Umsatz ist aus Sicht der Airline vor allem dem großen Erdbeben in der japanischen Region Kumamoto, der Kurssteigerung des Yen und den Terroranschlägen in Europa geschuldet. ANA expandierte im vergangenen Jahr weiter und eröffnete neue Routen nach Wuhan und Phnom Penh. Die Fluggesellschaft stärkte ihr Dual-Hub-Konzept und baute die Präsenz an den beiden Tokioter Flughäfen Haneda und Narita weiter aus. ANA führte eine neue Business Class mit Liegesitzen auch auf Mittelstreckenflügen innerhalb von Asien ein und erreichte im vierten Jahr in Folge als eine von weltweit nur sieben Airlines den Status einer 5-Sterne-Fluggesellschaft im anerkannten Bewertungssystem der britischen Ratinggesellschaft Skytrax.

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Das Unternehmen konnte von der anhaltenden Verbesserung der wirtschaftlichen Lage in Japan sowie dem Anstieg der persönlichen Ausgaben der Menschen im Land profitieren und erwartet, dass das positive wirtschaftliche Klima andauert. Wegen der Entwicklung des Yen rechnet ANA jedoch mit einem leicht niedrigeren Jahresumsatz als prognostiziert, bestätigt jedoch die Gewinnerwartung: Sie liegt mit umgerechnet etwa 696 Millionen Euro um 1,8 Prozent über der des Vorjahres.

Im Inlandsflugverkehr sank der Habjahresumsatz als Folge des Erdbebens in der Region Kumamoto und kürzerer Ferienperioden. Beides verursachte einen leichten Rückgang der Fluggastzahlen um 0,1 Prozent auf etwas mehr als 21,5 Millionen und niedrigere Durchschnittspreise. Jedoch baute die Airline ihr Inlandsnetz weiter aus und eröffnete eine neue Route zwischen Tokio/Haneda und Miyako auf Okinawa. Außerdem bot das Star Alliance Mitglied in der Ferienzeit auch Nachtflüge nach Okinawa an und setzte der Nachfrage entsprechend optimale Flugzeuggrößen auf allen Strecken ein. Für die vom Erdbeben betroffenen Menschen legte ANA insgesamt 175 Sonderflüge auf und senkte in der Folge die Tarife für Flüge in die Erdbebenregion, um dem Tourismus wieder auf die Beine zu helfen. Bei einem Sitzladefaktor von 64,6 Prozent sanken die Einkünfte aus dem innerjapanischen Passagiergeschäft um 1,7 Prozent verglichen mit dem ersten Halbjahr des Geschäftsjahres zuvor.

Im internationalen Passagierverkehr erreichte das Star Alliance Mitglied eine Steigerung der Passagierzahlen: Die Nachfrage von Flügen nach Europa, Nordamerika und Asien erwies sich in den zurückliegenden Monaten als sehr stabil. Lediglich die Reiselust der Japaner nach Europa sank infolge der Terroranschläge leicht. Wegen des starken Yen gingen die operativen Einkünfte aus dem internationalen Geschäft allerdings zurück. Die Airline baute ihr Angebot mit den beiden neuen Zielen Wuhan in China und Phnom Penh in Kambodscha aus und steigerte die Nachfrage nach Flügen zwischen Japan und China mit Sondertarifen. Über die komfortable Business Class auf den Langstrecken hinaus stattete der japanische Marktführer auch die Business Class auf Verbindungen zwischen Japan und Südostasien mit Liegesitzen aus und bietet damit auch auf zahlreichen Mittelstrecken das führende Bordprodukt. Mit einem durchschnittlichen Sitzladefaktor von 75,7 Prozent beförderte ANA im internationalen Geschäft im Halbjahr insgesamt 4,48 Millionen Passagiere.

Im Frachtgeschäft sanken Umsätze und Volumen weiter. Zwar erwies sich das Paketgeschäft als stabil, aber wegen häufiger Unwetter auf Hokkaido mussten von dort zahlreiche Frachtverbindungen ausfallen. Positiv wirkte sich eine erhöhte Nachfrage nach Frachtdienstleistungen nach China und in andere asiatische Länder aus. Auch zwischen Japan und den USA steigt die Nachfrage stetig. Auf den internationalen Frachtrouten transportierte die Airline im vergangenen September das größte Volumen in einem Monat in der Unternehmensgeschichte. Der Rückgang bei den erzielbaren Stückpreisen jedoch trübte diese positive Entwicklung deutlich: Die Umsätze im innerjapanischen Frachtverkehr sanken um 3 Prozent im Jahresvergleich, im internationalen Verkehr sogar um etwas mehr als 28 Prozent.

In den übrigen Geschäftsfeldern erzielte die ANA Gruppe 5,7 Prozent mehr Umsatz. Besonders gut entwickelt sich die Low Cost Tochtergesellschaft Vanilla Air: Sie startete neue Routen von Osaka nach Taipeh, von Taipeh nach Ho Chi Minh Stadt sowie von Okinawa nach Taipeh. Auf weiteren Strecken wurde das Sitzplatzangebot ausgebaut. Vanilla Air erreichte einen Sitzladefaktor von 86,6 Prozent.

Im Ausblick für das komplette Geschäftsjahr 2016/17 erwartet ANA ein weiterhin stabiles wirtschaftliches Umfeld, das geprägt ist von der Erholung der heimischen Wirtschaft. Risiken sieht die Airline eher in der wirtschaftlichen und politischen Situation in Überseeregionen sowie im zunehmenden Wettbewerb auf innerjapanischen und internationalen Strecken. Zwar rechnet der japanischen Markführer jetzt mit einem leicht niedrigeren Umsatz für das Gesamtjahr, aber belässt dennoch die Nettogewinnerwartung bei umgerechnet etwa 696 Millionen Euro.

Mit Start des Winterflugplans gestern intensivieren ANA und Vietnam Airlines ihre Partnerschaft jetzt weiter: Beide Fluggesellschaften bieten neue gemeinsame Codeshare-Verbindungen an und schließen ihre Vielfliegerprogramme zusammen. Damit können die Mitglieder des AMC (ANA Mileage Club) und von Lotusmiles der Vietnam Airlines auf Flügen der jeweils anderen Airline ab sofort Meilen sammeln und einlösen. Die Codeshare-Verbindungen umfassen insgesamt zehn Routen zwischen Japan und Vietnam und 25 Zubringerflüge in den beiden Ländern. Die enge Partnerschaft ist Folge einer wirtschaftlichen Verknüpfung beider Airlines: ANA erwarb inzwischen 8,8 Prozent der Anteile an dem vietnamesischen Carrier.

Deutliche Verbesserungen führt der japanische Marktführer ab sofort auch beim Bordentertainment ein: Die 5-Sterne-Airline bietet als erste japanische Fluggesellschaft eine breite Sprach-Unterstützung mit Untertiteln für Hörgeschädigte und Audioerklärungen für sehbehinderte Menschen an. Die Untertitel in englischer und japanischer Sprache sind für Filmdialoge und Liedtexte abrufbar, die Audioerklärungen für die filmischen Szenen aus dem Bordprogramm. Außerdem ist das Bordunterhaltungsprogramm künftig in zwölf verschiedenen Sprachen verfügbar.

Quelle: PM ANA

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