Aktionäre stimmen Lufthansa-Rettungspaket zu

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Foto: Lufthansa Presse / Oliver Roesler

Am frühen Abend endete die außerordentliche Lufthansa-Hauptversammlung. Die Aktionäre waren aufgefordert über das Rettungspaket vom Bund abzustimmen. Die erforderliche Zweidrittelmehrheit wurde erreicht. 98 Prozent stimmten dem Rettungspaket zu.

Die Aktionäre der Deutschen Lufthansa AG haben sich heute für die Annahme der Kapitalmaßnahmen und der Beteiligung des Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) der Bundesrepublik Deutschland an der Deutschen Lufthansa AG ausgesprochen. Der entsprechende Vorschlag erhielt bei der heutigen außerordentlichen Hauptversammlung der Gesellschaft die erforderliche Mehrheit.

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Das Paket sieht Stabilisierungsmaßnahmen und Kredite von bis zu 9 Milliarden Euro vor. Der WSF wird Stille Einlagen von insgesamt bis zu 5,7 Milliarden Euro in das Vermögen der Deutschen Lufthansa AG leisten. Außerdem wird er im Wege einer Kapitalerhöhung eine Beteiligung von 20 Prozent am Grundkapital der Deutschen Lufthansa AG aufbauen. Dieser Kapitalerhöhung wurde bei der heutigen Hauptversammlung zugestimmt. Ebenso stimmten die Aktionäre für die Einräumung von zwei Umtauschrechten für Teile der Stillen Einlagen. Diese Umtauschrechte sollen einerseits den Bund gegen eine Übernahme der Lufthansa und darüber hinaus die Zinszahlungen für die Stille Einlage absichern. Beide Umtauschrechte können beim Eintritt dieser Bedingungen in jeweils weitere fünf Prozent am Grundkapital der Gesellschaft gewandelt werden. Ergänzt wird das Paket durch einen Kredit in Höhe von bis zu 3 Milliarden Euro unter Beteiligung der KfW und privater Banken.

Carsten Spohr, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Lufthansa AG sagt: „Die Entscheidung unserer Aktionäre sichert der Lufthansa eine Perspektive für eine erfolgreiche Zukunft. Im Namen unserer 138.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter danke ich der deutschen Bundesregierung und den Regierungen unserer weiteren Heimatländern für Ihre Bereitschaft, uns zu stabilisieren. Wir Lufthanseaten sind uns unserer Verantwortung bewusst, die bis zu 9 Milliarden so schnell wie möglich an die Steuerzahler zurückzuzahlen.“

Durch den Beschluss der Hauptversammlung ist die Liquidität des Unternehmens nachhaltig gesichert. Die Unternehmen der Lufthansa Group arbeiten mit Hochdruck daran, ihre Geschäftstätigkeit wieder hochzufahren. So werden die Flugpläne der Airlines in den kommenden Wochen weiter konsequent ausgebaut. Anfang kommender Woche wird der Flugplan für die nächsten Wochen veröffentlicht. Er sieht vor, bis September wieder 90 Prozent aller ursprünglich geplanten Kurzstreckenziele und 70 Prozent aller Langstreckendestinationen in das Programm aufzunehmen.

Die außerordentliche Hauptversammlung verfolgten rund 30.000 Aktionäre. Insgesamt waren 39,0 Prozent des Grundkapitals vertreten. Davon stimmten 98 Prozent des anwesenden Kapitals für die Annahme der Beschlussvorlage der Gesellschaft. Damit stimmte deutlich mehr als die notwendige Zweidrittelmehrheit für die Annahme.

Vor Beginn der Hauptversammlung hatte bereits die Europäische Kommission das Stabilisierungspaket genehmigt.
Über die Freigabe der Stabilisierungsmaßnahmen in den weiteren Heimatmärkten der Lufthansa Group wird zeitnah entschieden.

Das sagt die Pilotengwerkschaft Vereinigung Cockpit:
Die Zustimmung der Lufthansa-Aktionäre zum Rettungspaket für die Airline ist ein Schritt in die richtige Richtung. Der Weg zur Rettung des Unternehmens ist ein schwieriger Kompromiss, aber er ist alternativlos.  

Die Zustimmung der Aktionäre auf der heutigen außerordentlichen Hauptversammlung ermöglicht den geordneten Fortbestand der Deutschen Lufthansa. Die VC hat von Anfang an für diese Zustimmung geworben. Sie ist die Grundlage für unsere Bemühungen zur Sicherung aller Arbeitsplätze.  

Dieses intensiv zwischen dem Konzern und der Politik in Berlin und Brüssel verhandelte Paket gibt der Lufthansa jedoch schwierige Auflagen und Einschnitte mit auf den Weg. In der dynamischen Situation, in der sich die Luftfahrt derzeit befindet, müssen die Rahmenbedingungen kontinuierlich neu bewertet werden, um die Markposition der Lufthansa nicht zu schwächen und damit die politisch gewollte Rettung aufs Spiel zu setzen.

“Die Lufthansa muss sich jetzt auf die dringenden operativen Herausforderungen konzentrieren, um den Flugbetrieb und den Konzern für die zukünftigen Herausforderungen aufzustellen,” so Markus Wahl, Präsident der VC. “Die Pilotinnen und Piloten aller Airlines der Lufthansa Group haben bereits mit weitreichenden Angeboten gezeigt, dass sie ihren Beitrag dazu leisten wollen.”  

Bislang konnte noch keine endgültige Einigung mit der Arbeitgeberseite erzielt werden. Wir sind jedoch zuversichtlich, dass durch die Annahme des Rettungspakets und die damit erzielte klare Perspektive nun eine Einigung näher denn je liegt. Wir fordern alle Seiten nochmals zu Kompromissbereitschaft auf:  

Lasst uns die Lufthansa gemeinsam wieder stark machen!

Das sagt die Gewerkschaft verdi:

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) begrüßt die Zustimmung der Lufthansa-Aktionärshauptversammlung zum staatlichen Rettungspaket.

„Diese Entscheidung ist eine wichtige Weichenstellung für die weltweit fast 140.000 Beschäftigten der Lufthansa AG“, betont die stellvertretende ver.di-Vorsitzende Christine Behle. Durch die Zustimmung der Hauptversammlung zum Staatshilfe-Paket könne die drohende Insolvenz der Lufthansa vorerst abgewendet werden. Nun müsse der Schutz der Beschäftigten zentral in den Fokus von Politik und Unternehmen rücken.

„Mit den Staatshilfen müssen jetzt auch Arbeitsplätze und Einkommen gesichert werden. Die Beschäftigten des Traditionsunternehmens Lufthansa sichern den Erhalt der deutschen Infrastruktur im Luftverkehr. Einem weiteren Auseinanderfallen des Konzerns muss daher umgehend Einhalt geboten werden“, so Behle weiter.

ver.di verhandelt aktuell konzernweit für 35.000 Beschäftigte tarifvertragliche Lösungen im Zuge der Covid19 Krise. Der nächste Verhandlungstermin findet am morgigen Freitag (26. Juni 2020) statt.

Quelle: airportzentrale,de; PM Lufthansa, verdi, VC

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