Streik: Bodenpersonal legt Flughäfen in Tegel und Schönfeld lahm

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Foto: Simon Pannock / airportzentrale.de

Seit 4 Uhr streikt das Bodenpersonal an den Berliner Flughäfen Tegel und Schönfeld für 24 Stunden. Nach Informationen der Airports fallen in Tegel 455 Flüge aus. In Schönefeld fallen weitere 204 Flüge in den nächsten Stunden aus. Damit ist fast der gesamte Flugplan gestrichen worden. Der Streikt dauert bis Samstag 5 Uhr. Rund 2.000 Mitarbeiter hat Verdi zum Streik aufgerufen.

Besonders hart vom Streik betroffen ist airberlin. Thomas Winkelmann, CEO airberlin: „Wir bedauern die Unannehmlichkeiten, die unseren Passagieren aufgrund des Streiks entstehen, sehr. Wir haben kein Verständnis, dass  die Tarifparteien den Streik auf dem Rücken der Passagiere austragen. Wir halten es zudem für unverantwortlich, den Streik zum Abschluss der ITB durchzuführen, wenn Besucher aus aller Welt von Berlin aus zurückreisen.“

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Die Bodenverkehrsdienstleister Berlin-Brandenburg verurteilen die neuerlichen Streikaufrufe der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi als verantwortungslos. „Es gibt ein aktuelles Angebot in Höhe von 8 Prozent. Dies ist vor dem Hintergrund, dass alle Unternehmen am Standort rote Zahlen schreiben, im Gesamtvolumen sehr hoch“, betont ein Sprecher der Arbeitgeberseite am Donnerstag in Berlin. Zuvor hatten die Arbeitgeber ihr Ursprungsangebot deutlich nachgebessert.

„In dem stark verbesserten Angebot haben wir unseren ersten Vorschlag von 4 auf 8 Prozent verdoppelt und sind Verdi auch bei der Länge der Laufzeit entgegengekommen. Diese wurde von ursprünglich vier auf drei Jahre verkürzt. Statt diesen wichtigen Schritt als ernsthaftes Angebot zur Verhandlung anzuerkennen, hat Verdi die Offerte ohne tiefergehende Prüfung vom Tisch gewischt und neuerliche Streiks während der derzeit laufenden Internationalen Tourismus Börse angekündigt.“

Zum Argument der Gewerkschaft, dass an anderen Standorten aktuell bereits höhere Abschlüsse erzielt worden seien, erklärt  der Sprecher: „Die
Verdi-Forderungen sollten standortorientiert und damit für die Unternehmen auch wirtschaftlich abbildbar sein. Das ist aktuell in Berlin und
Brandenburg nicht der Fall.“

Die Arbeitgeber bekräftigten ihre Haltung, eine Lösung des Tarifkonflikts am Verhandlungstisch zu finden. „Kein Unternehmen hat ein Interesse an Streiks, sondern ist schon aus rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten um eine Gesprächslösung bemüht“, betont der Sprecher und verweist auf die Einführung eines Flächentarifvertrags für Berlin und Brandenburg im Jahr 2013. „Dies zeigt, dass die Arbeitgeber zu lösungsorientierten Verhandlungen mit der Gewerkschaft bereit sind.“

Quelle: PM Forum der Bodenverkehrsdienstleister Berlin-Brandenburg, airportzentrale.de und airberlin

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