Pilotenstreik bei Ryanair: Beide Seiten sind zufrieden – keine Flugausfälle

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Foto: Simon Pannock

Ohne größere Auswirkungen verlief heute der erste Piloten-Streik in der Geschichte von Ryanair in Deutschland. Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit hatte alle rund 200 Ryanair-Piloten zu einem vierstündigen Streik aufgerufen.

Gestreikt wurde in der Zeit von 5 bis 9 Uhr. Alle geplanten 36 Flüge in dem Zeitraum fanden statt, teilte die Airline am Vormittag mit. Es gab lediglich neun Verspätungen. Für den weiteren Tagesverlauf sieht die Fluggesellschaft keine Beeinträchtigungen. Nur ein kleiner Teil der Piloten soll dem Streikaufruf der Gewerkschaft gefolgt sein.

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Vereinigung Cockpit feiert den Warnstreik als Erfolg
Aus Sicht der Pilotengewerkschaft ist der Streik erfolgreich verlaufen. VC widerspricht den Angaben der Airline: Die Streikbeteiligung war sehr hoch, eine überwältigende Mehrheit der zum Streik aufgerufenen, festangestellten Piloten der Ryanair sind dem Streikaufruf nach VC-Angaben gefolgt.

„Knapp die Hälfte der betroffenen Flüge sind deutlich verspätet gestartet und auf den anderen Flügen hat Ryanair Piloten eingesetzt, die gar nicht zum Streik aufgerufen waren, z.B. nicht festangestellte Piloten oder, wie in Frankfurt am Main, Piloten in der Probezeit“, so Markus Wahl, Sprecher der Vereinigung Cockpit. „Damit hat man zwar Ergebniskosmetik betreiben wollen, aber am eigentlichen Ergebnis nichts geändert: Der Druck, den die Piloten erzeugen wollten, ist definitiv beim Ryanair-Management angekommen.“

In dem Zeitraum bis zum 26.12.2017 wird es keine weiteren Arbeitskampfmaßnahmen bei Ryanair geben, teilte die Gewerkschaft am Vormittag mit.

„Ob es nach Weihnachten zu weiteren Streiks kommt, hängt nun ausschließlich vom Management der Ryanair ab. Sollte der klare Wille erkennbar sein, mit der VC auf Augenhöhe Verhandlungen ohne Vorbedingungen führen zu wollen, so stehen wir jederzeit für Gespräche bereit. Sollte Ryanair aber weiter diktieren wollen, mit wem genau sie sich an den Tariftisch setzt, so lässt sie keinen wirklichen Lösungswillen erkennen und eine weitere Eskalation der Streikmaßnahmen ist durchaus denkbar“, ergänzte Ingolf Schumacher, Vorsitzender Tarifpolitik der VC.

„Die Angst vor Repressalien im Unternehmen nimmt spürbar ab: Obwohl ein festangestellter Ryanairpilot im vergangenen Monat zwei Tage nach seiner öffentlich gemachten Tarifkommissionsmitgliedschaft bei der VC vom Unternehmen gekündigt wurde. Selbstverständlich lässt sich die Tarifkommission nicht das Recht nehmen, dass der Betroffene die angestrebten Verhandlungen weiter begleitet, nur weil er sich mit einer Kündigungsschutzklage dagegen wehrt – so weit kommt es noch!“, so Schumacher abschließend.

Quelle: PM VC und Ryanair

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