Luftpost 267: Prüfung bestanden

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Andreas Fecker – Bildarchiv Fecker
Patrisha Organo – Photo courtesy Philippine Airlines

Patrisha Organo (24) arbeitet als Flugbegleiterin für Philippine Airlines. Wegen ihrer vorbildlichen Arbeit und ihres Einfühlungsvermögens erhielt sie eine Schulung zur Chef Stewardess. Die Fortbildung sollte mit einer Prüfung auf einem Langstreckenflug enden, in dessen Verlauf sie beobachtet und beurteilt wurde.

Kurz nach dem Start fing ein Baby an zu schreien. Unruhe machte sich unter den Passagieren breit. Patrisha ging zur Mutter und schlug ihr vor, das Kind zu füttern. Doch die Mutter war hilflos. Mit Tränen in den Augen sagte sie, sie sei seit gestern Abend um 9 Uhr im Flughafen und habe jetzt keine Muttermilch mehr. Mrs. Organo bat sie mit dem Kind nach hinten zu kommen. „Vielleicht kann ich aushelfen. Ich habe selbst vor acht Monaten entbunden und habe noch immer Milch.“ Das hungrige Baby war sofort still und nahm die Milch der Flugbegleiterin dankbar an. Es trank bis es gesättigt einschlief. Ihre Prüfung hatte Mrs. Organo bestanden, ihre Beförderung war nur noch Formsache. Aber alles war nichts im Vergleich zu dem Glück, das sie verspürte, in einer solch ungewöhnlichen Situation helfen zu können.

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Werbekampagne von Brussels Airlines – Foto: Brussels Airlines

Vor gut zehn Jahren machte eine Werbekampagne von Brussels Airlines von sich reden, die von den Mitarbeitern gestaltet wurde. Unter anderem war da eine Stewardess zu sehen, die das Baby einer Kundin säugte. Welch ein Kontrast zum Erlebnis einer anderen Mutter, die von einer amerikanischen Stewardess aufgefordert wurde, „mit ihrem Baby dafür auf die Toilette zu gehen“! Die entrüstete Frau konterte jedoch schlagfertig: „Wenn Sie Ihre Mahlzeiten auf der Toilette einnehmen wollen ist das Ihre Sache. Aber mein Sohn wird Ihnen dort keine Gesellschaft leisten.“

Andreas Fecker

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Eine Antwort zu “Luftpost 267: Prüfung bestanden”

  1. Andreas Fecker sagt:

    Heute ging eine Nachricht durch die Presse, dass ein Flugbegleiter an Bord der niederländische KLM einer stillenden Mutter eine Decke gebracht habe. Unter dieser könne sie ihr Baby anlegen, damit sich Passagiere mit anderem kulturellen Hintergrund nicht aufregten. Ich denke, man sollte die Decken diesen Passagieren bringen, damit sie – the Lord have mercy – nicht sehen müssen, wie Säuglinge seit Menschengedenken ernährt werden!

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