DLR und ONERA führen Standschwingungsversuche am Beluga XL durch

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Foto: Airbus

Ein gemeinsames Team des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und des französischen Forschungszentrums für Luft- und Raumfahrt ONERA prüfen den Beluga XL, das neue große Transportflugzeug von Airbus, in nur acht Tagen bei Standschwingungsversuchen in Toulouse (Frankreich).

Aufgabe des neuen Airbus Beluga XL ist es, mit einem größeren Transportvolumen einen wesentlichen Beitrag beim Hochfahren der Flugzeugproduktion zu leisten. Bevor dieser aber in Dienst genommen werden kann, ist viel Versuchs- und Zertifizierungsarbeit zu bewältigen. Zusammen mit Airbus haben das DLR und ONERA das strukturelle Verhalten des eindrucksvollen neuen Frachtflugzeugs nun in einer Reihe statischer Standschwingungsversuche untersucht, die acht Test-Tage bis zum 06. Juni 2018 dauerten. Der Versuch liefert Airbus wertvolle Informationen über das Verhalten ihres Flugzeugs vor dem Erstflug – ein wichtiger Schritt in Richtung auf die Zulassung des neuen Riesen. Damit leisten DLR und ONERA einen wesentlichen Beitrag zum neuen Transportflugzeug von Airbus.

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Das gemeinsame Team beider Forschungseinrichtungen führte die Versuche sehr schnell, mit hoher Zuverlässigkeit und Effizienz durch, wobei die verarbeiteten Daten nahezu in Echtzeit bereitgestellt wurden. Die Expertise der Partner war perfekt auf die Anforderungen von Airbus abgestimmt. Die Versuche wurden entsprechend der anspruchsvollen technischen Spezifikationen durchgeführt. Für die schnellen Messungen wurden für jede der beiden strukturellen Anordnung mit und ohne Beladung nur vier Tage benötigt.

Rolf Henke, DLR-Vorstandsmitglied für Luftfahrtforschung, sagte während der gemeinsamen Besichtigung der Versuche in Toulouse: „Beim DLR sind wir stolz auf unsere lange Tradition gemeinsamer Standschwingungsversuche mit ONERA, die wir bereits bei zehn Airbus-Prototypen ausgeführt haben. Wir sind uns der großen Verantwortung bewusst, die das Vertrauen von Airbus in unsere beiden Forschungsorganisationen mit sich bringt. Test für Test bringt das DLR all seine Expertise ein. Die Verfahren und Analysen der Standschwingungsversuche werden im Rahmen des Luftfahrtforschungsprogramms des DLR kontinuierlich verbessert.“

Bruno Sainjon, CEO von ONERA, sagte am 6. Juni 2018: „ONERA ist stolz darauf, in Partnerschaft mit dem DLR, unsere einzigartige Expertise Airbus für diesen wichtigen Schritt zur Zulassung des neuen Flugzeugs zur Verfügung zu stellen. Diese Aufgabe ergänzt ONERAs Tradition Expertenwissen für staatliche Stellen, einschließlich der DGAC (französische Zivilluftfahrtbehörde) zur Erhöhung der Sicherheit von Flugzeugen bereitzustellen.“

Die Standschwingungsversuche sind ein Schlüsselelement des Versuchsprogramms für jedes neue Flugzeug zur Erlangung der zertifizierten Flugtauglichkeit. Die anhand der Standschwingungsversuche ermittelten experimentellen Versuchsdaten dienen sowohl der Anpassung und Verbesserung des mathematischen Strukturmodells des Flugzeugs, als auch der Vorhersage von Schwingungsamplituden im Betrieb bis hin zum Ausschluss von Flatterrisiken in der Flugcharakteristik.

Während der acht Testtage wurden zwei Versuchsaufbauten getestet: Einmal mit mit leerem Rumpf und einmal mit einstellbarer, schwerer Beladung. Für die Versuche brachten die Ingenieure mehr als 600 Sensoren, 7000 Meter Kabel und 300 Meter Glasfaser an Rumpf, Leitwerk, Triebwerken und Flügeln an. Zur Erzeugung der Flugzeug-Vibrationen wurden modernste Erregertechnologien eingesetzt.

Seit 1999 währt die umfangreiche gemeinsame Erfahrung von DLR und ONERA mit Standschwingungsversuchen für Airbus. Beide Partner führten insbesondere Versuche für den A320neo, den A350-900 und den A380 durch. Mit der nahezu in Echtzeit stattfindenden Datenverarbeitung erhält Airbus die Versuchsergebnisse sehr schnell.

Das neue Flugzeug von Airbus – Beluga XL

Das Programm Beluga XL wurde im November 2014 von Airbus gestartet, um die erwarteten zusätzlichen Transport- und erhöhten Kapazitätsanforderungen nach 2019 zu bewältigen. Das neue übergroße Transportflugzeug nutzt den Frachter A330-200 als Basismodell, wobei vorhandene Komponenten und Ausrüstungen in hohem Maße erneut verwendet werden. Der jetzt getestete erste von fünf Beluga XL wird im Sommer 2018 seinen Erstflug absolvieren und 2019 in Dienst gestellt.

Quelle: PM DLR

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