ADV-Zahlen: Weniger Passagiere an den Flughäfen im Dezember 2019

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Foto: Simon Pannock / airportzentrale.de

Im Dezember 2019 ging das Verkehrsaufkommen an den deutschen Flughäfen spürbar zurück. Der Flughafenverband ADV hat heute seine Zahlen für Dezember vorgestellt.

16,9 Mio. Passagiere nutzten die deutschen Flughäfen – das sind -1,9% (an+ab) weniger als im Vorjahr. Das Cargo-Aufkommen fällt um weitere -4,0% (an+ab) auf 397.377t. Die Zahl der gewerblichen Flugbewegungen fällt mit -4,0% – das sind 154.828 Starts und Landungen.

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Der Dezember im Blick – konsolidiertes Flugangebot drückt Luftverkehrsnachfrage
Die Interkont-Passagiere wachsen um +2,0%. Der Europaverkehr fällt um -0,8%. Der innerdeutsche Verkehr sinkt um -8,6%.

Im gesamten 4. Quartal waren der Europaverkehr und der innerdeutsche Verkehr rückläufig. Nur die Langstreckenverkehre entwickelten sich entsprechend den Erwartungen. Der Streik bei Eurowings am Jahresende verstärkte die Auswirkungen, da Eurowings hauptsächlich den kontinentalen und nationalen Markt bedient. Nur noch sieben Standorte verzeichnen im Dezember ein positives Passagierwachstum. Hauptgrund sind Angebotsausdünnungen, insbesondere von Eurowings und Ryanair. Auch die Zahl der Starts und Landungen geht im Zuge der Airlinekonsolidierung weiter zurück. Eine Folge des hohen Kostendrucks im intensiven Wettbewerbsumfeld und ungewisser Konjunkturaussichten (politische Krisenherde, Handelskonflikte, fehlendes Fluggerät usw.).

Januar – Dezember 2019 im Blick: negative zweite Jahreshälfte bremst das Luftverkehrswachstum aus!
Von Januar bis Dezember wurden an den deutschen Flughäfen 248,1 Mio. Passagiere (an+ab) gezählt. Die kumulierten Werte weisen einen Anstieg von +1,5% aus. Der Europaverkehr nimmt um +2,3% zu. Der Interkontverkehr wächst um +2,7%. Der innerdeutsche Verkehr liegt mit -1,9% unter dem Vorjahresaufkommen. Die gewerblichen Flugbewegungen sind mit +0,1% noch im positiven Bereich.

2019 begann mit hohen Erwartungen an die Verkehrsentwicklung, doch am Ende bleibt Ernüchterung. Bis zum Juni 2019 überlagerten Basiseffekte aus dem Airberlin-Tal und der intensive Angebotswettbewerb das Marktwachstum – so lag das Passagierwachstum im 1. Halbjahr bei +4,2%. Seit dem Sommer aber steuern die Airlines kräftig dagegen. Die Trendumkehr in der Verkehrsentwicklung begann bereits im Sommer. Mit den Streckenstreichungen im Winterflugplan rutschte das Passagierwachstum in der 2. Jahreshälfte ins Minus (-0,7%). So geht das Jahr 2019 nur mit einer geringen Steigerung bei den Passagieren zu Ende.

Die Gründe für diese Entwicklung sind dabei vielschichtig. Negative Einflüsse verstärkten sich im letzten Halbjahr: schwächelnde Konjunktur und zunehmende Handelskonflikte, steigende Ölpreise, fehlendes Fluggerät durch das Desaster um die Boeing 737-800max. Einhergehend mit der Konsolidierung im Airlinemarkt bedeutet dies: Angebotsverknappung, um mit einer verbesserten Auslastung die Wirtschaftlichkeit zu erhöhen – dies geht einher mit steigenden Ticketpreisen. Im Ergebnis bleibt die Nachfrage aus.

Luftfracht: ohne fehlende wirtschaftliche Impulse keine Trendumkehr im Frachtaufkommen
Im Dezember hält die rückläufige Entwicklung im Cargo-Aufkommen an.

Die an den deutschen Flughäfen von Januar bis Dezember abgefertigte Cargo-Tonnage fällt im Jahresverlauf um -3,2% (an+ab) auf 4.803.464t. Die Ausladungen sinken um -2,1%, die Einladungen fallen um -4,3%. Die luftfrachtaffinen Sektoren leiden unter den schwelenden Handelskonflikten. Der Außenhandelsrückgang mit den USA und Asien zeigt sich deutlich in der Luftfrachtnachfrage.

Quelle: PM ADV

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