Die Entscheidung der Bundesregierung, Emirates zusätzliche Verkehrsrechte für Deutschland einzuräumen, stößt bei der Gewerkschaft ver.di und dem Bundesverband der Deutschen Fluggesellschaften (BDF) auf deutliche Kritik. Beide Organisationen warnen vor möglichen Nachteilen für deutsche Airlines, Arbeitsplätze und Wertschöpfung am Luftverkehrsstandort Deutschland.
ver.di kritisiert insbesondere, dass zusätzliche Emirates-Verbindungen vor allem das Drehkreuz Dubai stärken könnten. Eine bessere internationale Anbindung Deutschlands sei dadurch nicht automatisch gewährleistet. Die Gewerkschaft verweist zudem auf unterschiedliche Wettbewerbsbedingungen bei Arbeitnehmerrechten, Tarifbindung, sozialer Sicherung sowie Klima- und Umweltstandards.
Auch der BDF reagiert mit scharfer Kritik. Der Verband sieht in der Entscheidung einen Nachteil für deutsche Fluggesellschaften und deren Beschäftigte. Insbesondere mit Blick auf Berlin bezweifelt der BDF den langfristigen Nutzen zusätzlicher Emirates-Rechte. Die Airline werde Berlin vor allem mit ihrem Drehkreuz Dubai verbinden, anstatt neue direkte Langstreckenverbindungen zu anderen Zielen anzubieten.
BDF-Geschäftsführer Michael Engel warnt zudem davor, dass zusätzliche Emirates-Kapazitäten mögliche künftige Direktverbindungen anderer Airlines ab Berlin erschweren könnten. Gleichzeitig fordert der Verband erneut eine Entlastung des deutschen Luftverkehrsstandorts. Dazu zählen die Abschaffung der Luftverkehrsteuer sowie eine anteilige staatliche Übernahme der Kosten für hoheitliche Aufgaben bei Flugsicherung und Luftsicherheitskontrollen.
ver.di betont, dass es bei der Debatte nicht um einen Wettbewerb zwischen deutschen Flughafenstandorten gehe. Entscheidend sei vielmehr, dass neue Verkehrsrechte auch Beschäftigung und Wertschöpfung in Deutschland unterstützen.
Die zusätzlichen Verkehrsrechte für Emirates wurden nach Angaben der Mitteilungen im Zusammenhang mit dem Ausbau der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Deutschland und den Vereinigten Arabischen Emiraten bekanntgegeben.