Wenn der Flug ausfällt: Diese Optionen haben Reisende

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Foto: Simon Pannock / airportzentrale.de

Egal ob Urlaub oder Geschäftsreise, wenn der Flug ausfällt, ist das immer ein Problem. Lange Vorbereitung – und vor allem Vorfreude – kann ganz schnell abhandenkommen, wenn es plötzlich heißt: Flug annulliert. Noch schlimmer wird es, wenn es eigentlich zurück nach Hause gehen sollte.

Oftmals kann niemand etwas dafür. Unwetter, technische Probleme, medizinische Notfälle an Bord, politische Krisen – es gibt so viele Gründe dafür, dass ein Flug nicht durchgeführt werden kann. Aber ehrlicherweise ist der Grund für den ausgefallenen Flug auch für die meisten Menschen nicht so wichtig. Wichtig ist, was man tun kann, wenn es denn nicht zu ändern ist. Denn meist werden die Fragen nach Entschädigung oder Übernachtungsmöglichkeiten erst gestellt, wenn der Flug schon abgesagt wurde.

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Was tun, wenn der Flug ausfällt?

Mit einem Flugausfall sollte immer gerechnet werden. Nicht auf panische Weise, sondern besonnen und mit entsprechender Vorbereitung. Das bedeutet: Am Abend vor dem Flug und am Morgen des Abflugtags sollte auf jeden Fall das E-Mail-Postfach sowie die Website des Flugunternehmens aufgerufen werden. So lässt sich viel Chaos am Flughafen vermeiden.

Doch leider läuft es meist nicht so. Wer nicht in unmittelbarer Nähe zum Flughafen wohnt, erfährt von einer Annullierung meist erst, wenn es zu spät ist – die Koffer sind gepackt, das Ticket in der Hand, man steht schon in der Eingangshalle. Dann sollte auf jeden Fall ein Schritt sofort durchgeführt werden: Ruhe bewahren. Denn wer nicht regelmäßig fliegt, der hält einen Flugausfall sofort für einen Weltuntergang – das ist jedoch überhaupt nicht der Fall.

Jeden Tag fallen in Deutschland und der Welt etliche Flüge aus. Das heißt: Alle im Flugwesen arbeitenden Menschen sind vorbereitet und wissen, was zu tun ist. Also wird nach der Bekanntgabe des Ausfalls sofort der Schalter des Flug- oder Reiseunternehmens angesteuert. Dort wird meist etwas Wartezeit fällig, doch es gilt weiterhin, Ruhe zu bewahren.

Am Schalter wird dann entweder versucht, einen neuen Flug zu finden oder der Abflug wird auf unbestimmte Zeit verschobenen. Ab jetzt ist die wichtigste Maßnahme: Alles schriftlich festhalten. Alle Anweisungen oder Versprechen des Personals sollten verschriftlicht und alle Dokumente sorgfältig verstaut werden. Das kann sehr wichtig sein, wenn es später um Erstattungen geht.

Werden Übernachtungen erstattet?

Grundsätzlich gilt: Für alle Flugreisen aus der oder in die EU müssen bei einem Flugausfall das Hotel sowie der Transfer dorthin übernommen/erstattet werden. Im Normalfall wird vor Ort direkt eine Auskunft gegeben beziehungsweise ein Hotelzimmer organisiert – dann übernimmt die Airline die Kosten sofort.

Alternativ kann es sein, dass die Fluggesellschaft zunächst keinen Cent hergibt – dann unbedingt alle wichtigen Unterlagen sichern. Denn auch wenn Hotel und Transfer zunächst aus eigener Tasche gezahlt werden, gibt es später das Geld zurück.

Typische Dokumente, die später bares Geld wert sind:

  • Schriftliche Bestätigung des Ausfallgrunds
  • Originalticket
  • Neues Flugticket
  • Rechnung für Taxi/Hotel
  • Kontaktdaten ebenfalls betroffener Fluggäste

Diese Papiere sind ebenfalls wertvoll, wenn die Verzögerung lang genug ist, um eine Entschädigungszahlung zu erhalten. Ob eine Entschädigung fällig wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab – zum Beispiel der Dauer der Verspätung, Umstände des Ausfalls und der Reisedistanz. Bei kürzeren Wartezeiten werden Verpflegungsangebote fällig, bei längeren bis zu 600 Euro. Um finanzielle Entschädigung muss sich selbst gekümmert werden, Airlines vermeiden es, Fluggästen hier unter die Arme zu greifen.

Mit genug Ausdauer kann die Entschädigung selbst erkämpft werden. Oftmals legen Fluggesellschaften ein paar Steine in den Weg – sie fordern beispielsweise immer neue Nachweise. Trotzdem gilt es, nicht nachzugeben. Das geltende Recht muss durchgesetzt werden und das wissen auch die Mitarbeiter der Airlines.

Wer sich jedoch nicht mit Hürden herumschlagen möchte, der kann auch einen Dienstleister beauftragen. Verschiedene Unternehmen haben sich darauf spezialisiert, die Entschädigungsansprüche von Fluggästen durchzusetzen. Sie verlangen zwar im Gegenzug eine Provision, doch sie sind auch Experten auf dem Gebiet und nehmen viel Stress und Arbeit ab.

Foto: Simon Pannock

Was passiert, wenn die Hotels überfüllt sind?

Manchmal kommen Flugausfälle zu den ungünstigsten Zeiten. Dann kann es schon mal passieren, dass es in direkter Umgebung überhaupt keine freien Hotelbetten mehr gibt. Das ist zum Beispiel, der Fall, wenn besonders viele Flüge annulliert wurden oder in der Stadt gerade große Veranstaltungen stattfinden. Auch hier gilt: Zuerst zum Schalter gehen und um Hilfe bitten.

Doch auch Vorbereitung und Kreativität können helfen. Wohnen Freunde oder Verwandte in der Nähe des Flughafens, haben diese vielleicht ein freies Sofa oder spezielle Produkte für ungeplante Übernachtungen. Meist findet sich schnell ein Ersatzflug, das bedeutet, es würde ohnehin nur eine Nacht überbrückt werden müssen.

Alternativ kann das Internet Abhilfe schaffen: Auf einschlägigen Übernachtungsportalen können zum Beispiel freie Betten gefunden werden. Oftmals ist hier auch der persönliche Kontakt sehr angenehm. Außerdem gibt es über Social Media Möglichkeiten, die Situation zu schildern und auf Hilfe zu hoffen: In einer Instagram Story zum Beispiel oder bei einer lokalen Facebook Gruppe.

Tipp: Egal, welche Form der Übernachtung gewählt wird – sollten dabei Kosten entstehen, ist es wichtig, die Belege zu sammeln. Nur so lassen sich diese später für eine Erstattung nachweisen.

Fazit: Mit Flugausfällen richtig umgehen

Ein Flugausfall ist niemals schön. Manchmal wurde sich monatelang auf eine Reise vorbereitet. Dann wird aus Vorfreunde schnell Ernüchterung. Trotzdem sollte die Laune nicht vermiest werden – es gibt für alles eine Lösung und am Flughafen arbeiten genug Menschen, die täglich mit Ausfällen zu tun haben.

Das gilt natürlich auch, wenn es gar nicht um den Abflug in den Urlaub geht, sondern um einen Rückflug oder eine Geschäftsreise. Dann spielt der Faktor Zeit oftmals noch eine Rolle. Denn irgendwo wartet ein Kunde, die Familie oder der Arbeitgeber natürlich darauf, dass es endlich weitergehen kann. Für Flugausfälle können Reisende grundsätzlich nichts und deshalb sollten Vorwürfe und Ängste auch nicht Teil des Prozesses sein – wer ruhig bleibt und sich alle nötigen Unterlagen sichert, dem wird geholfen und der wird aus einem Flugausfall auch keinen Weltuntergang machen.

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