Welche Rechte hat man, wenn der Flug zu spät kommt?

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Foto: Simon Pannock

Wenn der gebuchte Flug stark verspätet ist, dann steht den Passagieren möglicherweise eine Entschädigung zu. Damit ein Anspruch auf Entschädigung besteht, muss der betreffende Flug entweder in der EU starten oder landen und durch eine europäische Fluggesellschaft ausgeführt werden. Darüber hinaus muss die Flugverspätung durch die Airline selbst verschuldet sein.

Flugverspätung – Welche Rechte haben Passagiere?

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Wenn der gebuchte Flug länger als drei Stunden verspätet ist, ist es möglich, dafür eine Entschädigung zu erhalten. Abhängig von der jeweiligen Flugstrecke kann diese zwischen 250 und 600 Euro betragen. Auch, wenn Anschlussflüge durch die Verspätung verpasst werden, besteht ein Entschädigungsanspruch. Die Passagiere haben darüber hinaus einen Anspruch auf Snacks und Getränke, wenn die Wartezeit wegen einer Verspätung länger als zwei Stunden beträgt.

Welche Schritte müssen unternommen werden?

Wichtig ist, sich durch das Personal der Fluglinie den genauen Verspätungsgrund bestätigen zu lassen. Während der Zeit des Wartens sollten alle Ausgaben in Form der entsprechenden Belege gesammelt werden. Auf die Versorgungsleistungen, die durch die Airline erbracht werden müssen, sollte in jedem Fall bestanden werden.

Im Nachgang muss der Anspruch auf eine Entschädigung noch einmal überprüft und dann entsprechend geltend gemacht werden.

Wann wird eine Entschädigung für einen verspäteten Flug gezahlt?

Der Schutz, den Passagiere während dem Reisen in Europa genießen, ist grundsätzlich hoch. Wenn es hier zu Problemen, wie großen Verspätungen der Flüge kommt, greift eine umfangreiche Absicherung der Fluggastrechte. Festgehalten sind diese Rechte auch in der

EU-Fluggastrechte-Verordnung 261/2004.

Nach dieser Verordnung der EU können Passagiere, wenn eine erhebliche Flugverspätung vorliegt, eine Entschädigung verlangen. Grundlage dafür ist, dass die Dauer der Verspätung mindestens drei Stunden beträgt. Berechnet wird die genaue Verspätungszeit durch die Ankunftszeit, also der Zeitpunkt, an dem der Zielflughafen von dem Flugzeug erreicht und mindestens eine Tür des Flugzeugs für den Ausstieg der Passagiere geöffnet wird.

Wenn der Abflug verspätet ist, gibt es keinen Anspruch auf eine Entschädigung. Allerdings ergeben sich dennoch Rechte aus langen Wartezeiten am Airport. Bei einer Kurzstrecke, auf der sich eine Verspätung des Abflugs von mindestens zwei Stunden ergibt, muss die Fluggesellschaft die Passagiere mit Snacks und Getränken versorgen.

Bei einem Mittelstreckenflug und einer Wartezeit ab drei Stunden muss die Airline den Passagieren Versorgungsleistungen offerieren.

Ist ein Langstreckenflug mehr als vier Stunden verspätet, besteht der Anspruch auf kostenfreie Snacks und Getränke.

Auf allen Strecken gilt ab einer Verspätung des Abflugs um mehr als fünf Stunden, dass die Passagiere von dem Flug zurücktreten können und die Fluggesellschaft für die Kosten des Tickets aufkommen muss.

Wenn sich der Abflug hingegen so stark verzögert, dass dieser erst am darauffolgenden Tag stattfindet, so muss die Fluggesellschaft den Passagieren eine Übernachtung im Hotel, inklusive der Fahrt vom und zum Flughafen, erstatten.

Wie hoch fällt die Entschädigung für die Flugverspätung aus?

Es können durchaus bis zu 600 Euro für eine Flugverspätung erstattet werden. Wie hoch die Entschädigung ausfällt, ist ebenfalls in der Fluggastrechte-Verordnung der EU festgehalten. Keine Rolle spielt übrigens für die Entschädigung, wie hoch der Preis für das Flugticket war. Ebenfalls der Reiseanlass ist irrelevant. Das bedeutet ein Pauschalurlauber hat genau den gleichen Entschädigungsanspruch, wie ein Individual- oder ein Geschäftsreisender.

Für Kinder und Babys besteht der Anspruch auf eine Ausgleichzahlung bei einer Flugverspätung ebenfalls. Hier muss lediglich die Bedingung erfüllt sein, dass das Ticket für das Kind käuflich erworben wurde, es sich also nicht um einen kostenlosen Mitflug handelt.

Die Summen der Entschädigung richten sich nach der jeweiligen Flugstrecke:

  • Bis zu 1.500 Kilometern (Kurzstrecke): Pro Person 250 Euro
  • Zwischen 1.500 und 3.500 Kilometern (Mittelstrecke): Pro Person 400 Euro
  • Ab 3.500 Kilometern (Langstrecke): Pro Person 600 Euro