Wachstum im internationalen Luftverkehr verlangsamt sich

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Airbus A330 des IATA-Mitgliedes Swiss International Air Lines Foto: Bildarchiv Swiss

Die Passagiernachfrage im internationalen Flugverkehr ist im November 2010 im Vergleich zum Vorjahresmonat um 8,2 Prozent gestiegen. Das ist das Ergebnis der aktuellen Verkehrszahlen, die die International Air Transport Association (IATA) heute veröffentlicht hat. Im Frachtverkehr konnte im November 2010 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Wachstum von 5,4 Prozent verzeichnet werden. Die Auslastung lag bei durchschnittlich 75,6 Prozent im Passagier- und 55,2 Prozent im Frachtgeschäft.

Das Wachstum im internationalen Luftverkehr hat sich damit gegenüber Oktober 2010 (Passagierverkehr: 10 Prozent; Frachtverkehr: 14,5 Prozent) verlangsamt. Diese relative Verlangsamung des Wachstums im vierten Quartal 2010 ist auf den außergewöhnlich starken Anstieg der Verkehrszahlen im Vorjahreszeitraum zurückzuführen. In absoluten Zahlen sind die Verkehrszahlen zwischen Oktober und November 2010 um 0,8 Prozent im Passagier- und 1,1 Prozent im Frachtgeschäft zurückgegangen.

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Das langsamere Wachstum bedeutet nicht zwangsläufig einen negativen Trend. Selbst bei rückläufigen Werten im November steigen die Verkehrszahlen bei Passage und Cargo noch immer mit durchschnittlich fünf bis sechs Prozent pro Jahr. Dieser Wert entspricht dem historischen Wachstumstrend der Branche.

Giovanni Bisignani, Director General und CEO der IATA: „Die Branche legt im Aufschwung einen anderen Gang ein. Das Wachstum verlangsamt sich auf das übliche Niveau von fünf bis sechs Prozent. Die relative Schwäche in Industriestaaten wird durch die Expansion in neuen, aufstrebenden Märkten ausgeglichen. Ein starkes Jahresende 2010 lässt einen Gewinn von 15,1 Milliarden US-Dollar für Fluggesellschaften weltweit erwarten. Das langsamere Verkehrswachstum entspricht unseren Erwartungen für einen auf 9,1 Milliarden US-Dollar rückläufigen Gewinn im kommenden Jahr 2011. Das entspricht einer Marge von 1,5 Prozent. Im neuen Jahr werden wir hart dafür arbeiten müssen, um nachhaltig in die Gewinnzone zu kommen.“

Die Verkehrzahlen der einzelnen Regionen:
In Europa ist die Passagiernachfrage im Vergleich zum Vorjahresmonat um 7,3 Prozent gestiegen. Dies ist ein Rückgang gegenüber den 9,4 Prozent, die noch im Oktober 2010 registriert wurden. Insgesamt liegen die Verkehrszahlen dieser Region nur leicht über dem Vorkrisen-Niveau von Anfang 2008. Streiks und schlechte Witterungsbedingungen haben sich im November 2010 insbesondere auf Fluggesellschaften in Europa negativ ausgewirkt.

Fluggesellschaften in Nordamerika meldeten ein Wachstum der Passagiernachfrage von 9,5 Prozent im Vergleich zu November 2009. Mit 78,1 Prozent verzeichnet diese Region die höchste Auslastung. Das Wachstum der Kapazitäten lag ebenfalls bei 9,5 Prozent.

Airbus A380 des IATA Mitgliedes Singapore Airlines Foto: Bildarchiv Singapore Airlines

Im asiatisch-pazifischen Raum verzeichneten Airlines ein Passagier-Wachstum von 5,8 Prozent (Wachstum der Kapazitäten: 5,9 Prozent), in Afrika von 16,4 Prozent sowie im Nahen und Mittleren Osten von 16,7 Prozent. Aufgrund der Insolvenz der mexikanischen Fluggesellschaft Mexicana verzeichnete Lateinamerika im November 2010 nahezu Null-Wachstum.

Giovanni Bisignani: „Die Ferien zum Jahresende haben Reisende und Fluggesellschaften auf eine harte Probe gestellt. Außergewöhnlich schlechte Witterungsverhältnisse in Europa und den USA haben zu einem Chaos geführt. Reisende mussten Unannehmlichkeiten hinnehmen, Fluggesellschaften haben Umsatz eingebüßt und hatten höhere Kosten.“

„Nachdem die Zahl der gestrandeten Passagiere nun abgebaut ist und sich die Situation normalisiert, müssen wir zwei Chancen nutzen. Erstens müssen wir aus den Erfahrungen lernen, um künftig besser auf außergewöhnliche Situationen vorbereitet zu sein. Zum zweiten müssen wir die gesetzlichen Regeln auf den Prüfstand stellen, nach denen der Luftverkehr arbeitet. Dazu gehören eine übertrieben hohe Besteuerung, überholte Beschränkungen von Besitzverhältnissen, die Über-Regulierung in Bereichen, in denen der freie Markt zu besseren Ergebnissen führen würde, sowie mangelnde Investitionen in die Infrastruktur“, so Bisignani weiter.

Der Luftfahrtverband IATA (International Air Transport Association) repräsentiert rund 230 Fluggesellschaften weltweit, die 93 Prozent des internationalen Luftverkehrs ausmachen.

Quelle: Pressemitteilung IATA