VC verurteilt neues Piloten-Ausbildungsprogramm in Bremen

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Foto: Simon Pannock / airportzentrale.de

Zur Ankündigung der Lufthansa, ihre Verkehrsfliegerschule in Bremen auf einen Standort für die reine Theorieausbildung zu reduzieren (airportzentrale.de berichtete), sagt Markus Wahl, Präsident der Vereinigung Cockpit:

„Die Entscheidung der Lufthansa ist ein Schlag ins Gesicht für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Bremen. Wir halten sie für einen schweren Fehler, da der Konzern damit einen ungeheuren Qualitäts- und Kompetenzverlust erleidet, den man nicht mehr einfach wett machen kann. Es ist uns völlig unverständlich, warum man diese – im besten Sinne des Wortes – Kaderschmiede nun so ausbluten lässt.

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Die aktuelle Krise ist aber nicht der eigentliche Beweggrund, sondern nur ein Vorwand für das Vorgehen der Lufthansa. Hier wird gerade alles für eine Tarifflucht getan, die unabhängig von der Corona-Krise gegen die Beschäftigten durchgedrückt werden soll. Wir sehen die vom Unternehmen so gern und oft beschworene Tarifpartnerschaft mit Füßen getreten und verurteilen dieses Vorgehen aufs Schärfste.

Es ist eine Konzernstrategie, dass zu jedem Tarifbetrieb eine nicht-tarifierte Plattform in Konkurrenz aufgebaut wird. Das sehen wir nicht nur in der Pilotenausbildung, sondern auch im Projekt Ocean für Passagierflüge und im Frachtbereich, in dem Aerologic neben Lufthansa Cargo operiert.“

Frontalangriff auf Tarif-Arbeitsplätze

Lufthansa hatte zuvor angekündigt, ihre Verkehrsfliegerschule in Bremen auf einen Standort für die reine Theorieausbildung zu reduzieren. Die MPL-Ausbildung (Multi-Crew Pilot Licence), die speziell auf die Bedürfnisse der Lufthansa zugeschnitten war, wird beendet. Die Leitung der Flugschule erteilte eine klare Absage an neue Konzepte, die möglich gewesen wären. So hätten beispielsweise Flugzeuge und Simulatoren von Rostock nach Bremen geholt werden können. Diese Entscheidung stellt einen Frontalangriff auf Tarifarbeitsplätze bei der Lufthansa dar, meint die Pilotengewerkschaft VC.

Die praktische Ausbildung soll künftig ausschließlich mit der Lizenz ATPL abschließen (Airline Transport Pilot Licence) und am bislang untarifierten Standort Rostock erfolgen. Den aktuellen Flugschülern bringt diese Neuausrichtung nichts. Das neue Konzept ist nur auf künftige Schüler nach 2022 ausgerichtet. Die eingereichten Klagen, mit denen über 100 Flugschüler die Erfüllung ihrer bestehenden Ausbildungsverträge erreichen wollen, bleiben bestehen.

Quelle: PM VC

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