TUI bekommt dritte Finanzspritze – Gewerkschaften zeigen sich zufrieden

Werbung
Foto: Simon Pannock

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) begrüßt, dass für den TUI-Konzern ein neues Finanzierungspaket in Höhe von 1,8 Mrd. Euro unter Beteiligung des Bundes auf den Weg gebracht wurde. Mit Hilfe der erneuten Stützungsmaßnahmen könnten Arbeitsplätze erhalten werden.

„Nun ist es an TUI, diese Mittel zukunftsgerichtet zu verwenden und den Beschäftigten sichere und vor allem auch existenziell absichernde Arbeitsplätze zu garantieren“, betont die stellvertretende ver.di-Vorsitzende Christine Behle. Weitere Einschnitte in die Entgelte und Arbeitsbedingungen müssten ebenso verhindert werden, wie eine Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland. Vielmehr müsse der Konzern nun mit attraktiven und motivierenden Arbeitsbedingungen dafür sorgen, dass er auch nach der Corona-Krise am Markt gut bestehen kann.

Werbung

„Das wird sicherlich nicht mit wenig Personal und Einschränkungen in der Qualität und im Leistungsspektrum gelingen“, so Behle. Im Gegenteil werde das Knowhow und die gute und qualifizierte Arbeit der Beschäftigten dringend benötigt, um nach der Krise wieder durchzustarten.

Die Beschäftigten der verschiedenen Gesellschaften würden zu Gunsten des Konzerns bereits jetzt mit erheblichen Einschnitten durch Personalabbau, durch die Verlagerung von Arbeitsplätzen in Gesellschaften mit schlechteren Vergütungsmodellen, Gehaltseinbußen durch monatelange Kurzarbeit und Reduzierung flexibler Gehaltsbestandteile belastet. Zudem fordere der Konzern weitere Einschnitte wie beispielsweise Stellenabbau bei der TUI fly, Verlängerung und Ausweitung der Kurzarbeit in verschiedenen Gesellschaften, Reduzierung der Ausbildungskapazitäten und weitere Einschnitte in Gehaltsbestandteile.

Diese Forderungen seien untragbar, so Behle. Sie forderte TUI auf, die erneuten Stützungsmaßnahmen dafür zu nutzen, die Arbeitsplätze zuerhalten und attraktive und sichere Arbeitsbedingungen zu gewährleisten. Das werde auch dem Konzern zu Gute kommen. Es sei nun an Bund und Land, ihren Einfluss geltend zu machen, dass sozialverträgliche und zukunftsfähige Antworten gemeinsam mit den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern gefunden werden und nicht gegen sie. Die Arbeitsplatzverlagerung ins Ausland müsse gestoppt werden.

Zu den neuerlichen staatlichen Finanzhilfen für den TUI-Konzern sagt Marcel Gröls, Vorsitzender Tarifpolitik der VC:

„TUI braucht weitere Hilfe in dieser unverschuldeten Krise. Wir begrüßen die Bereitschaft der Politik ausdrücklich, den Konzern weiter zu stützen. Wir fordern jedoch ebenso ausdrücklich die Unterstützung der Politik für die Beschäftigten. Weitere Finanzhilfen dürfen nicht für eine strukturelle Verkleinerung der TUIfly-Flotte missbraucht werden, die mit der aktuellen Situation gar nichts zu tun hat.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind sich über die prekäre Situation des Unternehmens absolut im Klaren. Sie haben deshalb bereits mehrfach die Bereitschaft für tiefe und schmerzhafte Einschnitte bekräftigt. Im Gegenzug dafür müssen allerdings betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen werden. Nur so können wir gleichermaßen für das Unternehmen und die Belegschaft eine Perspektive schaffen.

Wichtig ist, dass deutsches Steuergeld hilft, deutsche Firmen und deutsche Arbeitsplätze zu schützen. Die Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland darf jedenfalls nicht mit Steuergeld finanziert werden! Die Politik muss nun sicherstellen, dass staatliche Gelder nicht zweckentfremdet werden, sondern den tausenden loyalen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zugutekommen.“
Quelle: PM verdi und VC