Systemgastronom Wöllhaf stellt sich am Flughafen Stuttgart neu auf – Ebene 4 wird aufgegeben

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Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Flugverkehr in Deutschland treffen die eigentümer-geführte Wöllhaf-Gruppe stark. Die dramatisch gesunkenen Passagierzahlen führten in 2020 zu einem stark verringerten Geschäftsaufkommen bei dem Gastro- und Retailspezialisten. Am Flughafen Stuttgart – dem Stammsitz der Gruppe – wurden die Mietverträge für viele Objekte durch die Flughafengesellschaft zunächst vom 1. April bis 30. Oktober 2021 verlängert – mit zwei Verlängerungsoptionen von jeweils einem halben Jahr.

In Abstimmung mit der Flughafengesellschaft stellt die Wöllhaf-Gruppe ihre Geschäftstätigkeit auf Ebene 4 im Terminal 1 zum 31. März 2021 ein. Von 36 Arbeitsplätzen können 33 durch Umstrukturierungen am Standort erhalten werden. Die Zukunft der Gruppe wird durch eine Bürgschaft der Eigentümerfamilie gesichert, nachdem das mittelständische Unternehmen in die Förderkluft für kleinere Unternehmen gefallen ist und staatliche Hilfen für November und Dezember 2020 nicht genutzt werden können. Die Wöllhaf-Gruppe ist neben Stuttgart auch an den Flughäfen in Frankfurt, Köln-Bonn und Berlin aktiv.

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»Wir wollen an unserem Stammsitz, dem Stuttgarter Flughafen, auch in Zukunft aktiv mit unseren Angeboten präsent sein. Das veränderte Passagieraufkommen auf Ebene 4 des Terminal 1 hatte schon in den vergangenen Jahren zu einem Rückgang der Umsätze unserer dortigen Einheiten geführt.« erklärt Geschäftsführerin Chiara Wöllhaf. Sie folgte im Oktober 2020 ihrem Vater und Firmengründer Claus Wöllhaf, der sich aus dem operativen Geschäft der Gruppe zurückgezogen hat.

Für das Burger King-Restaurant, das Fine Dining Restaurant »Red Baron«, das Sterne-Restaurant »top air« sowie das »Wöllhaf Kongress- und Bankettzentrum« gebe es mittel- und langfristig keine wirtschaftliche Perspektive. »Die Entscheidung, die Ebene 4 aufzugeben, fiel uns sehr schwer. Mit dem »Red Baron« sowie dem seit 28 Jahren mit einem Michelin-Stern ausgezeichnete »top air« müssen wir unsere ältesten Eigenmarken aufgeben. Wir haben diese Restaurants seit mehr als 30 Jahren erfolgreich geführt und es schmerzt uns sehr, für die Zukunft der gesamten Wöllhaf-Gruppe auf sie verzichten zu müssen.«

Die C. Wöllhaf GastroService GmbH möchte nach der Corona-Krise gestärkt mit Gastro- und Retailangeboten an Verkehrsknotenpunkten präsent sein. Die Fokussierung des Geschäfts am Stammsitz soll die Zukunftsfähigkeit des Hauses gewährleisten. Wöllhaf zahlt seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die sich teilweise seit März 2020 in Kurzarbeit befinden 10 Prozent des jeweiligen Entgelts zusätzlich zu den Transferleistungen aus. Chiara Wöllhaf und Jörg Rösemeier, langjähriger Geschäftsführer des Unternehmens, möchten ihr bewährtes Team in der schwierigen Zeit zusammenhalten und nach der Krise gemeinsam neue Erfolge erreichen. »Unsere Mitarbeiter waren und sind der Kern unseres Erfolges, mit ihnen gemeinsam wollen wir nach den harten Tagen durchstarten.«, so die beiden Geschäftsführer zur Perspektive des Unternehmens.

Die Veränderung des Geschäfts für Tagungen und Kongresse führt dazu, dass auch für das »Wöllhaf Konferenz- und Bankettzentrum« am Stuttgarter Flughafen keine wirtschaftliche Perspektive gesehen wird. Im Umfeld des Flughafens entstanden einige neue Hotels, die mit Konferenzräumen in Wettbewerb mit dem Kongresszentrum am Flughafen traten. Das Alleinstellungsmerkmal, kurze Wege für Anreisende am Flughafen, reicht in einem veränderten Umfeld nicht mehr aus.

»Wir sind froh, dass wir 33 der insgesamt 36 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein Angebot am Standort Stuttgart innerhalb der Wöllhaf-Gruppe machen können.« erläutert Geschäftsführer Jörg Rösemeier die Auswirkungen für die Beschäftigten. Mit der Fokussierung der Geschäftstätigkeit am Flughafen STR könne man die Stabilität des Unternehmens auch in schwierigen Zeiten erreichen. »Wichtig ist es für uns bei Wöllhaf, dass wir die Arbeitsplätze im Unternehmen sichern können« erklären die beiden Geschäftsführer.

Nach der für die gesamte Luftfahrtbranche extrem herausfordernden Corona-Zeit, unter der die Wöllhaf-Gruppe als spezialisiertes Dienstleistungsunternehmen an deutschen Verkehrsflughäfen stark leidet möchte das Unternehmen mit bewährten und innovativen Geschäftseinheiten an die Erfolge der vergangenen Jahre anknüpfen. Am neuen Berliner Flughafen BER ist das Unternehmen mit sechs Retailgeschäften und zunächst drei Restaurants vertreten. Im kommenden Jahr kommen in Berlin zwei weitere Outlets dazu. »Wir sind sicher, dass wir diese schwierige Zeit gemeinsam mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern überstehen und wollen mit der Fokussierung am Flughafen STR die Weichen für bessere Zeiten stellen.« so Jörg Rösemeier weiter.

»Die Eigentümerfamilie steht zum Unternehmen und sichert mit einer Bürgschaft die notwendige Überbrückung nachdem es für ein Unternehmen unserer Größe schwierig war, staatliche Hilfen im Herbst 2020 zu erhalten.« führt Rösemeier aus.

»Wir als mittelständisches Unternehmen mit mehreren hundert Beschäftigten und einem Umsatz mit mehr als 30 Millionen Euro im Jahr sind massiv enttäuscht, dass es der Politik – entgegen der Erklärungen an die Presse und in TV-Sendungen – nicht gelungen ist, für uns passende Hilfsangebote rechtssicher auf den Weg zu bringen.« Die Wöllhaf-Gruppe ist für viele Programme zu groß und für andere wiederum zu klein. »Was von den Spitzenpolitikern versprochen wurde sollte auch für mittelständische Unternehmen eingehalten werden.« fordert Rösemeier weiter. Inhabergeführte mittelständische Unternehmen wie die Wöllhaf-Gruppe sind das Rückgrat des deutschen Wirtschaftserfolges.

»Wir haben seit März keine einzige betriebsbedingte Kündigung ausgesprochen und haben unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter so es in unseren Möglichkeiten stand unterstützt. Wir fordern Fair-Play für Unternehmen wie unseres, die für die soziale Marktwirtschaft einstehen und sich dem Hire-and-Fire großer Konzerne verweigern. Wir sind stolz, dass Wöllhaf für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter immer auch ein Stück Familie war. Das soll auch künftig so bleiben.«

Quelle: PM Wöllhaf-Gruppe

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