SWISS kündigt weniger Mitarbeiter als geplant – nur 550 Jobs fallen weg

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Foto: Bildarchiv SWISS Air Lines

SWISS sieht sich mit einer strukturellen Marktveränderung konfrontiert und geht davon aus, dass sich mittelfristig die Nachfrage nachhaltig um 20 Prozent reduzieren wird. Der Stellenabbau fällt dank einem konstruktiven Konsultationsverfahren mit 550 betriebsbedingten Kündigungen und Änderungskündigungen jedoch geringer aus als noch im Mai erwartet (airportzentrale.de berichtete). Insgesamt wird SWISS bis Ende 2021 rund 1.700 Vollzeitstellen (FTE) abgebaut haben, zwei Drittel davon über freiwillige Massnahmen und durch natürliche Fluktuation. Die Flotte wird wie prognostiziert um 15 Prozent verkleinert. Das teilte die Airline heute mit.

SWISS nimmt ihre soziale Verantwortung wahr und gestaltet die unvermeidlichen betriebsbedingten Kündigungen so sozialverträglich wie möglich. Vor dem Hintergrund der strukturellen Auswirkungen der Corona-Krise und einem mittelfristig nachhaltigen Nachfragerückgang von 20 Prozent hat Swiss International Air Lines (SWISS) aufgrund der beabsichtigten Restrukturierung am 6. Mai 2021 das gesetzlich vorgeschriebene Konsultationsverfahren eingeleitet. Vom voraussichtlichen Flottenabbau um 15 Prozent wären zu jenem Zeitpunkt potenziell bis zu 780 Mitarbeitende am Boden und beim fliegenden Personal von betrieblichen Kündigungen oder Änderungskündigungen betroffen gewesen. Nach Abschluss des auf drei Wochen verlängerten Konsultationsverfahrens konnte SWISS zusammen mit den Sozialpartnern die Zahl der unvermeidbaren betriebsbedingten Kündigungen auf 550 reduzieren. Bis Ende 2021 wird SWISS dadurch rund 1.700 Vollzeitstellen (FTE) beziehungsweise über 20 Prozent abgebaut haben, davon zwei Drittel über freiwillige Massnahmen und durch natürliche Fluktuation.

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Die Flotte wird wie prognostiziert um 15 Prozent verkleinert. Durch diese Redimensionierung und Transformation sollen im Rahmen des strategischen Programms «reach» rund CHF 500 Mio. eingespart werden.

Weniger betriebsbedingte Kündigungen nach Konsultationsverfahren
Im Rahmen des Konsultationsverfahrens hatten die Sozialpartner, die Mitarbeitenden sowie deren Vertretungen die Gelegenheit, Vorschläge einzubringen, um potenzielle Entlassungen zu verhindern, diese in der Zahl zu verringern oder deren Folgen abzumildern. Dabei sind auch über 770 Vorschläge von Mitarbeitenden eingegangen. Dies alles hat dazu geführt, dass SWISS die Anzahl betriebsbedingter Kündigungen um rund einen Drittel von 780 auf 550 reduzieren konnte. Darin inkludiert sind auch 58 Mitarbeitende, welche eine Änderungskündigung in Form einer Pensumsreduktion oder Funktionsänderung erhalten und so weiterbeschäftigt werden können. SWISS sieht sich somit gezwungen, 492 Mitarbeitenden im In- und Ausland die ordentliche Kündigung auszusprechen. Davon sind 334 Mitarbeitende in der Kabine, 101 Mitarbeitende am Boden sowie 57 Mitarbeitende in der Technik betroffen. Beim Cockpitpersonal werden keine Mitarbeitenden abgebaut, dafür wird in Absprache mit dem Berufsverband Aeropers die Bewirtschaftung des Überbestands insbesondere durch eine verordnete Reduktion des Arbeitspensums aller Piloten erfolgen – vorbehältlich einer Annahme durch diejenigen Pilot:innen, die Aeropers angehören.

SWISS CEO Dieter Vranckx: «Es tut mir für alle Mitarbeitenden sehr leid, die von einer Kündigung betroffen sind und ich bedauere es ausserordentlich, diese einschneidenden Massnahmen aufgrund der strukturellen Veränderungen in der Luftfahrt ergreifen zu müssen. Wir sind aber überzeugt, dass dies der richtige Weg ist, um den Bankenkredit zurückzahlen zu können und SWISS wieder investitions- und wettbewerbsfähig aufzustellen.» Ziel ist nun, die Phase der Unsicherheit zeitnah abzuschliessen und die Redimensionierung und Transformation schnellstmöglich umzusetzen. Die Entlassungen werden unter Einhaltung sämtlicher Auflagen des Bundes im Zusammenhang mit dem verbürgten Bankenkredit sowie der jeweiligen Sozialpläne erfolgen und so sozialverträglich wie möglich gestaltet. Sämtliche Mitarbeitenden werden unter anderem von einer Outplacement-Agentur unterstützt.

Flottenverkleinerung von 15 Prozent bestätigt
Die Flotte von über 90 eigenen und den im Auftrag für SWISS operierenden Flugzeugen von Helvetic Airways (sogenannter Wetlease) wird an den Nachfragerückgang angepasst und wie geplant um 15 Prozent gegenüber 2019 verkleinert. Welche fünf Flugzeuge der Airbus-Familie auf der Langstrecke (A330 oder A340) ausgeflottet werden und welche zehn Flugzeuge auf der Kurzstrecke nicht mehr zum Einsatz kommen, ist noch nicht entschieden. Bei der Kurz- und Mittelstreckenflotte wird die Anzahl der durch Helvetic operierten Flugzeuge im Vergleich zu denjenigen von SWISS überproportional reduziert. Des Weiteren prüft SWISS die Anpassung des Streckenportfolios, die Reduktion von Frequenzen sowie die verzögerte Wiederaufnahme von Langstreckenzielen.

«SWISS wird zukünftig kleiner sein – aber auch fokussierter, digitaler, effizienter und nachhaltiger», erklärt Vranckx. «Der geplante Transformationsprozess von SWISS erfolgt in den nächsten drei Jahren entlang unseres strategischen Programms «reach», mit welchem wir uns an die veränderte Marktsituation ausrichten und nachhaltig insgesamt rund CHF 500 Mio. einsparen wollen», so Vranckx weiter.

Das Gesamtangebot von SWISS liegt noch immer deutlich unter dem von vor der Pandemie und wird im Hochsommer voraussichtlich 50 bis 55 Prozent der Kapazität von 2019 erreichen. Für das Gesamtjahr 2021 rechnet SWISS mit einem Angebot von rund 40 Prozent gegenüber 2019.

Quelle: PM SWISS

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