So arbeitet der Sicherheitsdienst an Flughäfen

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Foto: Simon Pannock / airportzentrale.de

Airports haben hohe Sicherheitsvorschriften, die sehr streng eingehalten werden. Viele verbinden mit Sicherheitskontrollen, die Kontrollen von Personalien und Gepäck vor dem Eintritt in den Transitbereich, doch die Aufgaben des Sicherheitsdienstes sind sehr viel umfangreicher und teilweise auch überraschend.

Wer darf im Sicherheitsdienst eines Flughafens arbeiten?

In der Sicherheitsbranche gibt es verschiedene Eignungsnachweise. Die Einstiegsqualifikation ist die sogenannte Sachkundeprüfung § 34a. Wer im Wach- und Objektschutz arbeiten möchte, muss diese nachweisen. Sie ist ebenso in Ausbildungsgängen der IHK zur Fachkraft für Schutz Sicherheit, als fester Bestandteil vorgesehen. Auch diverse Studiengänge gibt es in der Branche.

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Die fachlichen Eignungen können grundsätzlich nur erlangt werden, wenn die persönliche Eignung gegeben ist. Das bedeutet, dass keinerlei Vorstrafen vorliegen dürfen und der Ruf einwandfrei sein muss. Bei Bewerberauswahlverfahren wird dies sehr streng überprüft. Flughäfen sind sehr sensible Areale, die aus vielerlei Hinsicht beliebte Ziele für Anschläge, aber auch Fluchtwege für gesuchte Verdächtige sind.

Sicherheit bezieht sich in einem Airport auf Personenschutz, Objektschutz, Datenschutz und Wachschutz. Die Digitalisierung ist auch im Flugwesen angekommen und Reisende wissen den Check In via QR Code zu schätzen. Doch mit diesen Angeboten steigen natürlich die Risiken für Datenlecks und –missbrauch. Das soll unterbunden werden, daher gibt es speziell geschultes Personal für die IT, aber auch immer Sicherheitsleute, die durch den Check In Bereich laufen und nach verdächtigen Personen Ausschau halten, die versuchen Scans abzugreifen oder Daten zu kopieren.

Flughäfen nehmen den Personaleinsatz- und die -auswahl sehr ernst und kontrollieren auch bei unbefristeten Verträgen regelmäßig, ob sich an der persönlichen Eignung Zweifel ergeben.

Es ist übrigens ein Vorteil, mehrere Sprachen zu sprechen, wenn man sich für eine Arbeit im Sicherheitsdienst interessiert.

Personen- und Gepäckkontrolle

Die bekannteste und von Reisenden oft als lästig angesehene Station im Airport ist die Personen- und Gepäckkontrolle. Die Metallscanner, die auch bei implantierten Gelenken anschlagen, sorgen dafür, dass genauer hingeschaut wird. Selbst Stricknadeln werden als Waffen eingestuft und sind in Fliegern verboten. Zu Recht! Selbst wenn von der handarbeitenden Person keinerlei Gefahr ausgeht, können Mitreisende diese leicht entwenden und zweckentfremden. Selbst das kleinste Risiko soll vermieden werden, sofern es erkannt wird. Zahlreiche Schweizer Messer, die naturverbundene Touristen in ihren Taschen haben, werden jährlich einkassiert.

Das Handgepäck wird ebenfalls durchleuchtet, nach möglichen Waffen oder Substanzen durchsucht, die Schäden am Flugzeug oder die Crew außer Kraft setzen können. Getränke, Medikamente usw. sind nur in Kleinstmengen erlaubt. Ausnahmen bedürfen spezieller Atteste.

Das Personal das hier im Einsatz ist, wurde entsprechend ausgebildet und wird regelmäßig geschult. Zuletzt hat die Coronapandemie für zusätzliche Aufgaben im Bereich Hygienegesorgt, das heißt neben den Ausweispapieren und den Tickets, wurden auch Tests kontrolliert und auf die Einhaltung der Mindestabstände geachtet.

Zum Personenschutz gehört auch, Demonstrationen von Umweltschützern, die gegen Kurzstreckenflüge protestieren oder Streikende unter Kontrolle und von sensiblen Bereichen fern zu halten.

Sicherheit am und im Flugzeug

Damit Flugzeuge nicht manipuliert werden können, wird das Personal kontrolliert und dafür gesorgt, dass Unbefugte keinen Zutritt zum Rollfeld, zu den Hangars und zum Flugzeug haben. Auch hier arbeiten Mitarbeiter aus dem Sicherheitsdienst, auch wenn vieles bereits mit digitalen Prozessen versehen und die Zugangskontrollen automatisch ablaufen.

Für startende und landende Flugzeuge muss auch der Luftraum frei gehalten werden. Dafür sorgen tatsächlich Vogelverscheucher. Aus Tierschutzgründen werden hierfür meist Leute eingesetzt, die Tiere nicht gleich erschießen, doch ist ein Schuss in die Luft oft die einzige Möglichkeit, große Schwärme zu zerstreuen. Es ist daher verständlich, dass auch dies Personal eine Qualifizierung im Sicherheitsbereich absolviert haben muss.

Flugbegleitendes Personal muss in der Regel auch mindestens die Sachkundeprüfung nachweisen. Sie kontrollieren die Boardingkarten und müssen an Board deeskalierend einwirken, wenn es zu Streit zwischen Fluggästen kommt. Die allseits bekannte Sicherheitsunterweisung gehört ebenfalls zu ihren Aufgaben.

Die Gepäckabfertigung unterliegt ebenfalls strengen Kontrollen und wird vom Sicherheitsdienst des Flughafens beaufsichtigt und unterstützt.

Von außen betrachtet wirkt so ein Airport wie ein gut funktionierender Ameisenstaat. Tatsächlich bündeln sich täglich unzählige Sicherheitsrisiken in den Hallen und im näheren Umfeld. Das größte Risiko sind leichtsinnige Anwohner oder Reisende. Sie führen lebende Tiere mit, die nicht im Handgepäck reisen dürfen, haben Flüssigkeiten oder Gegenstände im Gepäck, die konfisziert werden. Doch es gibt auch Personen, die absichtlich versuchen etwas zu schmuggeln. Vielleicht gar nicht unbedingt, um damit im Flugzeug etwas Bedrohliches zu tun, doch die Folgen werden oft gar nicht überblickt. Die Ausbildung direkt am Airport schult den Blick für auffälliges Verhalten.

Airport als Ausbilder im Sicherheitsdienst

Flughäfen gelten als beliebte Ausbildungsunternehmen. Sie arbeiten eng mit zuständigen Stellen zusammen und die praktische Ausbildung ist für angehende Fachkräfte für Schutz und Sicherheit sehr abwechslungsreich und spannend.

Als Ausbilder agieren erfahrene Einsatzkräfte, die mit ihren eigenen Erlebnisberichten den Arbeitsalltag eines Azubis spannend machen. Grundsätzlich müssen Interessenten für eine Ausbildung einen gesunden Mut zum Risiko haben, ohne das Risiko zu suchen. Wichtig ist es, kritische Lagen schnell zu erkennen und handlungsfähig zu sein, um sie zu beenden oder den Schaden so gering wie möglich zu halten.

Der tägliche Einsatz in dem Beruf ist körperlich wie auch psychisch sehr anstrengend. Daher sollen Bewerber eine hohe Belastbarkeit aufweisen und gute bis sehr gute sportliche Ergebnisse erzielen können. Auch wenn Einsätze an Fixpunkten die Regel sind, muss gewährleistet sein, dass ein Sicherheitsmitarbeiter einen Flüchtigen verfolgen und stellen kann.

Der Einsatz von Waffen wird im Zuge der Ausbildung zwar geübt, ist in der Praxis nur im allergrößten Notfall angezeigt.

Fazit: Der Sicherheitsdienst in einem Airport arbeitet öffentlich, aber auch hinter den Kulissen, wo Reisende keinen Zutritt haben. Die Aufgaben sind abwechslungsreich und vielseitig, aber die Einsätze auch nicht immer ungefährlich. Mit einem Berufs- oder Studienabschluss werden den Mitarbeitenden verantwortungsvollere Aufgaben übertragen. Die Sachkundeprüfung ist jedoch eine gute Einstiegsqualifizierung. Sie ist inhaltlich auch sehr anspruchsvoll und eine gute Vorbereitung auf die theoretischen Ausbildungsinhalte, die sehr tief in den rechtlichen Bereich gehen. Neben einer guten körperlichen Verfassung und Nervenstärke, ist auch eine gute Kommunikationsfähigkeit gefragt. Je mehr Sprachen gesprochen, desto besser. Flughäfen sind bekanntlich Zonen, in denen sich Menschen aus allen Ländern der Welt einfinden. Und jeder deutsche Tourist, der kein Englisch spricht, ist im Ausland auch froh, wenn er in seiner Sprache Auskünfte bekommt.

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