Schweizer müssen über CO2-Gesetz abstimmen – Piloten fordern Nachbesserungen

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Foto: Simon Pannock / airportzentrale.de

In der Schweiz muss das Volk über ein geplantes CO2-Gesetz abstimmen. Mit mehr als 110.000 Unterschriften wurde ein sogenanntes Referendum erzielt. Jetzt müssen die Bewohner des Landes an die Wahlurne treten. Das freut zum Beispiel die Pilotengewerkschaft AEROPERS.

Wie heute bekannt gegeben wurde, ist das Referendum gegen das neue CO2-Gesetz zustande gekommen. Der Pilotenverband AEROPERS ist nicht grundsätzlich gegen das CO2-Gesetz, sieht aber dringenden Anpassungsbedarf im Bereich Flugticketabgabe. Die aktuelle Verordnung sieht eine massive finanzielle Umverteilung vor, anstatt die eingenommenen Gelder direkt in der Luftfahrt für Massnahmen zur CO2-Reduktion einzusetzen. Dies soll geändert werden.

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«Wir sind grundsätzlich auch der Meinung, dass das Fliegen heute oft zu günstig ist», sagt Thomas Steffen, Vorstand und Mediensprecher des Pilotenverbandes AEROPERS, «deshalb sind wir nicht grundlegend gegen das neue CO2-Gesetz. Aus unserer Sicht sind jedoch dringend Anpassungen notwendig.

Die schweizerische Flugticketabgabe würde in ihrer aktuell geplanten Form primär nicht zu einer Reduktion, sondern zu einer Verlagerung der Flüge auf grenznahe ausländische Flughäfen führen. Die nach Distanz und Buchungsklasse differenzierte Flugticketabgabe wird ausserdem zur Folge haben, dass Schweizer Passagiere vermehrt mit ausländischen Airlines über deren Hubs zu ihrem Ziel fliegen werden, um Abgaben zu sparen. Die Flugticketabgabe ist somit klimatechnisch kontraproduktiv, weil dadurch mehr Umwege gemacht würden. Aus diesem Grund würde die AEROPERS eine Lösung, wie sie in Österreich gewählt wurde, begrüssen, nämlich einen einheitlichen Betrag für Kurz- und Langstreckenflüge und einen Mindestpreis für Flugtickets.

Die Corona-Krise und die aktuell herrschende Konkurrenzsituation in der Luftfahrt werden dafür sorgen, dass die Flugticketabgabe nicht auf die Passagiere abgewälzt werden kann, sondern von den Airlines bezahlt werden muss. Die baldige Einführung der Ticketabgabe in der Schweiz droht somit Fortschritte im Bereich Umwelt massiv zu erschweren, weil den Airlines das Geld fehlen wird, um ältere Flugzeuge zu ersetzen. «Es kann nicht sein, dass moderne, kerosinsparende und wesentlich leisere Flugzeuge bei Airbus einsatzbereit vor den Fabriken herumstehen, weil sich Airlines deren Übernahme unter anderem wegen der Flugticketabgabe nicht mehr leisten können», sagt Thomas Steffen weiter.

In jedem Fall müssen aus Sicht der AEROPERS die Erträge aus einer Flugticketabgabe zwingend zweckgebunden für Massnahmen zur Verbesserung der CO2-Bilanz des Luftverkehrs in der Schweiz verwendet werden. Zum Beispiel könnten mit Geldern aus diesem Topf die Entwicklung und Verwendung von nachhaltigen Treibstoffen gefördert werden.

«Die AEROPERS unterstützt das Ziel, welches das CO2-Gesetz verfolgt. Im Bereich Luftfahrt sind aber vor der Abstimmung noch Anpassungen nötig, damit das Klima auch wirklich profitiert», so Thomas Steffen.

Quelle: PM AEROPERS – Airline Pilots Association

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