Ryanair hat im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026/27 einen Nettogewinn von 538 Millionen Euro erzielt. Das entspricht einem Rückgang von 34 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Ursache waren vor allem deutlich gestiegene Treibstoffkosten, da Ryanair für 20 Prozent seines Kerosinbedarfs nicht gegen steigende Ölpreise abgesichert war, sowie um sechs Prozent niedrigere Durchschnittstarife. Der Erlös je Passagier sank um fünf Prozent. Das teilte die Airline jetzt in einer Medienmitteilung mit.
Die Passagierzahl stieg um sechs Prozent auf 61,3 Millionen, der Sitzladefaktor blieb bei 94 Prozent. Der Umsatz erhöhte sich um ein Prozent auf 4,38 Milliarden Euro, während die Betriebskosten um elf Prozent auf 3,81 Milliarden Euro zunahmen. Der Preis für den nicht gegen Preisschwankungen abgesicherten Teil des Kerosinbedarfs stieg im Berichtsquartal auf rund 150 US-Dollar je Barrel. Für das laufende Geschäftsjahr sind 80 Prozent des Treibstoffbedarfs zu rund 67 US-Dollar je Barrel abgesichert.
Die Flotte umfasst 647 Flugzeuge, darunter alle 210 Boeing 737-8200 „Gamechanger“. Die ersten 15 Boeing 737 MAX 10 sollen nach aktueller Planung im Frühjahr 2027 ausgeliefert werden. Im Sommerflugplan 2026 eröffnet Ryanair neue Basen in Rabat, Tirana und Trapani sowie 130 neue Strecken. Kapazitäten verlagert die Airline verstärkt in Märkte mit niedrigeren Steuern und Gebühren, während das Angebot in Hochkostenmärkten wie Deutschland, Österreich, Dublin und Regionalspanien reduziert wird.
Nach der Rückzahlung der letzten Anleihe über 1,2 Milliarden Euro im Mai ist Ryanair nach eigenen Angaben schuldenfrei. Zudem ist das laufende Aktienrückkaufprogramm über 750 Millionen Euro nach Unternehmensangaben zu rund 90 Prozent abgeschlossen. Für das Geschäftsjahr 2026/27 hält Ryanair an seiner Prognose von 216 Millionen Passagieren fest. Eine Gewinnprognose wird aufgrund der unsicheren Entwicklung von Buchungen, Treibstoffpreisen und geopolitischen Risiken weiterhin nicht abgegeben.
