Ryanair will ihr Angebot in Deutschland zur Sommersaison 2026 um 300.000 Sitzplätze erweitern und elf neue Strecken aufnehmen. Hintergrund sind die von der Bundesregierung angekündigte Senkung der Luftverkehrsteuer ab Juli 2026 sowie die Einfrierung der Flugsicherungsgebühren.
Nach Angaben der Airline ermöglicht diese Entscheidung die teilweise Rücknahme zuvor geplanter Kapazitätskürzungen. Vom Ausbau profitieren insbesondere Flughäfen, die mit Ryanair Kostensenkungen vereinbart haben, darunter Köln/Bonn, Niederrhein (Weeze), Memmingen und Bremen. Dagegen sollen die Kapazitäten an kostenintensiven Standorten weiter reduziert werden, unter anderem in Berlin (–5 Prozent) und Hamburg (–20 Prozent).
Trotz der zusätzlichen Sitzplätze wird die Gesamtkapazität von Ryanair in Deutschland 2026 unter dem Niveau von 2025 liegen, da die Kürzungen an einzelnen Flughäfen fortbestehen. Ryanair verweist darauf, dass Deutschland im europäischen Vergleich weiterhin höhere Standortkosten aufweise als Länder wie Schweden, Ungarn oder Italien (regional), in denen Luftverkehrssteuern abgeschafft wurden.
Die Airline sieht die Maßnahmen der Bundesregierung als ersten Schritt, betont jedoch weiteren Reformbedarf bei Luftverkehrssteuer, Flugsicherungs-, Sicherheits- und Flughafengebühren. Ein weitergehender Ausbau des Deutschland-Geschäfts macht Ryanair von zusätzlichen politischen und regulatorischen Entscheidungen abhängig.
