Ryanair plant für den Sommerflugplan 2026 eine Ausweitung ihres Angebots in Deutschland. Die Fluggesellschaft nimmt die Flughäfen Flughafen Saarbrücken und Flughafen Friedrichshafen neu in ihr Streckennetz auf und führt 300.000 zusätzliche Sitzplätze sowie 14 neue Strecken ein. So teilte es die Airline jetzt in einer Medienmitteilung mit.
Hintergrund ist die Entscheidung der Bundesregierung, die Luftverkehrsteuer ab Juli 2026 zu senken und die Flugsicherungsgebühren einzufrieren. Nach Angaben der Airline ermöglicht diese Maßnahme die Rücknahme zuvor geplanter Kapazitätskürzungen.
Unterschiede zwischen Flughäfen
Trotz der Ausweitung bleibt die Gesamtkapazität von Ryanair in Deutschland im Sommer 2026 unter dem Niveau des Vorjahres. Insgesamt wird das Angebot im Vergleich zum Sommer 2025 um rund 220.000 Sitzplätze reduziert.
Die Kürzungen betreffen insbesondere Standorte mit aus Sicht der Airline hohen Kosten. Am Flughafen Berlin Brandenburg sinkt das Angebot um etwa 150.000 Sitzplätze (-5 %), am Flughafen Hamburg um rund 70.000 Sitzplätze (-20 %).
Von der Kapazitätsausweitung profitieren dagegen Flughäfen mit niedrigeren Kostenstrukturen, darunter Flughafen Köln/Bonn, Flughafen Weeze, Flughafen Memmingen und Flughafen Bremen.
Forderungen an die Politik
Ryanair sieht die Senkung der Luftverkehrsteuer und das Einfrieren der Flugsicherungsgebühren als ersten Schritt, hält Deutschland jedoch weiterhin für weniger wettbewerbsfähig als mehrere europäische Märkte, in denen Luftverkehrssteuern vollständig abgeschafft wurden.
Sollten weitere Reformen umgesetzt werden – darunter die vollständige Abschaffung der Luftverkehrsteuer sowie niedrigere Sicherheits- und Flugsicherungsgebühren – stellt die Airline einen Ausbau ihres Engagements in Aussicht. Dieser könnte nach Unternehmensangaben langfristig bis zu 34 Millionen Passagiere jährlich in Deutschland, die Stationierung von 30 zusätzlichen Flugzeugen sowie mehr als 200 neue Strecken umfassen. Zudem stellt das Unternehmen Investitionen von rund 3 Milliarden US-Dollar und die Schaffung von über 1.000 Arbeitsplätzen in Aussicht.
