Der Kassel Airport soll künftig eine wichtige Rolle im „Defence Hub Nordhessen“, dem geplanten Innovations- und Verteidigungsstandort in Nordhessen, übernehmen. Rheinmetall beabsichtigt, am Flughafen rund 50 Millionen Euro in einen Logistik- und Trainingsstandort sowie ein eigenes Drohnentestzentrum zu investieren. Dadurch könnten insgesamt rund 130 neue Arbeitsplätze entstehen. Das teilte am Donnerstag (27.08.2026) der Flughafen Kassel mit.
Das Land Hessen und Rheinmetall haben dazu am 27. August 2026 am Kassel Airport ein Memorandum of Understanding unterzeichnet. Die Vereinbarung ist ein weiterer Schritt bei der strategischen Weiterentwicklung des Flughafens zu einem multifunktionalen Infrastrukturstandort.
Im Gewerbepark Kassel Airport soll nach Angaben von Rheinmetall der Logistics & Training Hub Kassel-Calden entstehen. Mit Unterstützung des Landes sind dort Investitionen von rund 45 Millionen Euro vorgesehen. Rund 100 Arbeitsplätze sollen geschaffen werden. Die Erschließungsarbeiten laufen bereits.
Direkt am Flughafen plant Rheinmetall zudem das Testzentrum Drohnen Kassel-Calden. Dafür sind Investitionen von bis zu fünf Millionen Euro vorgesehen. Rund 30 Beschäftigte sollen dort tätig sein.
Der Aufsichtsrat des Kassel Airport hatte im Frühjahr eine strategische Weiterentwicklung des Flughafens beschlossen. Neben dem kommerziellen Luftverkehr sollen künftig auch die Potenziale des Standorts für Verteidigung, Sicherheit, Zivilschutz und unbemannte Luftfahrt stärker genutzt werden.
Zu dieser Ausrichtung gehört auch das Anfang August vorgestellte Hessische Drohnenkompetenzzentrum, das durch die Technische Universität Darmstadt eingerichtet werden soll. Die Projekte von Rheinmetall und das Drohnenkompetenzzentrum gelten nach Angaben des Flughafens als erste konkrete Schritte dieser neuen strategischen Ausrichtung.
Kassel-Airport-Geschäftsführer Lars Ernst sieht in den geplanten Investitionen eine Bestätigung des eingeschlagenen Kurses. Auch Vertreter von Landkreis, Stadt Kassel und Gemeinde Calden bewerten die Vorhaben als wichtigen Impuls für den Wirtschafts- und Innovationsstandort Nordhessen. In den Stellungnahmen wird zudem auf mögliche neue Arbeits- und Ausbildungsplätze sowie zusätzliche Entwicklungsperspektiven für den Standort verwiesen.
