Am heutigen Mittwoch, dem 6. Mai 2026, kam es auf dem SWISS-Langstreckenflug LX123 von Seoul nach Zürich zu einer außerplanmäßigen Landung im kasachischen Almaty. Ursache für die Umleitung war ein medizinischer Notfall im Cockpit: Der Co-Pilot benötigte während des Fluges dringend ärztliche Hilfe, bestätigte SWISS in einer Mitteilung.
Nach Angaben der Fluggesellschaft befanden sich glücklicherweise drei Ärzte unter den 227 Passagieren an Bord, die umgehend medizinische Unterstützung leisteten. In enger Abstimmung mit diesen medizinischen Fachpersonen entschied die Cockpitbesatzung, den Flug umzuleiten, um eine schnellstmögliche Versorgung des erkrankten Piloten am Boden sicherzustellen. Die Landung in Almaty verlief planmässig und ohne weitere Zwischenfälle.
Neben den Passagieren waren insgesamt 14 Crewmitglieder an Bord des Airbus A350 mit der Registrierung HB-IFB. Für die Airline stand in der akuten Situation die Gesundheit des Crewmitglieds im Vordergrund. Gleichzeitig betont das Unternehmen, sich der erheblichen Auswirkungen auf die Reisepläne der Fluggäste bewusst zu sein. Ungeplante Zwischenlandungen dieser Art führen häufig zu Verspätungen, Anschlussverlusten und organisatorischen Herausforderungen für alle Beteiligten.
Die Fluggesellschaft reagierte mit der Aktivierung interner Notfall- und Betreuungsteams, die sowohl die medizinische Versorgung des Piloten als auch die Weiterreise der Passagiere koordinieren. Konkrete Angaben zum weiteren Vorgehen, etwa zu Ersatzflügen oder der Fortsetzung der Reise, lagen zum Zeitpunkt der Mitteilung noch nicht vor.
Der Vorfall unterstreicht die Bedeutung klar definierter Entscheidungsprozesse und medizinischer Notfallprotokolle im internationalen Luftverkehr. Insbesondere auf Langstreckenflügen, bei denen Ausweichflughäfen strategisch eingeplant werden müssen, ist die schnelle und koordinierte Reaktion der Crew entscheidend für die Sicherheit aller Insassen.
Update 13:15. Mitteilung von SWISS:
Der erkrankte Co-Pilot wurde in Begleitung eines weiteren Crew Members unverzüglich in Spitalpflege gebracht. Unsere Fluggäste sowie die anderen Crewmitglieder werden in Almaty in Hotels untergebracht. Ein zusätzlicher Pilot wird heute nach Almaty reisen.Zur aktuellen Crew vor Ort gehören trotz des medizinischen Notfalls des Kollegen zwei weitere Piloten. Dennoch kann der Flug aus regulatorischen und sicherheitsrelevanten Gründen nicht heute fortgesetzt werden. Die beiden Kollegen sind Kapitäne und im Cockpit sind die Rollen und Sitzpositionen klar definiert. Bestimmte Abläufe, Handgriffe und Verfahren müssen regelmässig auf der jeweiligen Position trainiert werden, damit sie in kritischen Situationen sicher ausgeführt werden können. Deshalb benötigt es für den Weiterflug einen entsprechend qualifizierten Piloten auf dem rechten Sitz des Co-Piloten. Zusätzlich muss jederzeit auch die gesetzlich vorgeschriebene maximale Einsatzzeit eingehalten werden. Selbst wenn die Cockpit Crew den Flug hätte fortsetzen können, wäre diese Zeit aufgrund des Zwischenstopps überschritten worden und ein Flug bis Zürich wäre nicht möglich gewesen.
Wir verstehen sehr gut, dass die ungeplante Landung in Almaty und der notwendige Aufenthalt vor Ort zu Unannehmlichkeiten für unsere Fluggäste führt und Auswirkungen auf ihre Reisepläne hat. Dies bedauern wir ausserordentlich. Gleichzeitig bitten wir um Verständnis, dass die Gesundheit und das Wohlbefinden unseres Kollegen in dieser Situation oberste Priorität haben.
Unsere Teams tun ihr Möglichstes, um alle Betroffenen in dieser ausserordentlichen Situation zu unterstützen. Sie informieren unsere Fluggäste proaktiv über das weitere Vorgehen.
Nach Ankunft des zusätzlichen Piloten und sobald die Crew die gesetzlich vorgeschriebene Ruhezeit eingehalten hat, wird der Flug nach Zürich fortgesetzt. Aktuell rechnen wir mit einer Abflugzeit in Almaty um 1.45 Lokalzeit in der Nacht von Donnerstag auf Freitag und der Ankunft in Zürich am Freitagmorgen, 8. Mai, um 6.30 Uhr.
