Luftpost 448: Koksijde

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Foto: Fecker

Nicht nur die Gewerkschaft deutscher Fluglotsen fordert seit langem die Flugsicherung aus einer Hand. In Belgien wurde diese Zusammenarbeit mittlerweile verwirklicht. Auch in Deutschland ist die zivil-militärische Zusammenarbeit auf Flugsicherungsebene weitgehend umgesetzt. In den 1990er Jahren war ich mit einem kleinen Team von Controllern der Bundeswehr im belgischen Koksijde an der Kanalküste, um Erkenntnisse, Ideen und Inspirationen für einen neuen Towersimulator an der Flugsicherungsschule der Bundeswehr in Kaufbeuren zu holen. Der Besuch war ganz sicher sehr erkenntnisreich, leider auch die Abende im Casino. Es gab dort einen Scottish Whiskey Appreciation Circle, in dem ausschließlich erlesene schottische Whiskeys mit unaussprechlichen Namen ausgeschenkt wurden. Nach vielen homöopathischen Dosen blieb mir bis heute in Erinnerung, dass wir zunehmend Schwierigkeiten hatten, auf den Fortbestand dieser genialen Genussgemeinschaft zu trinken. Nach der zweiten geleerten Flasche hörte sich das an wie „Lettus ddrinnk to ze schkottischwiksyapprescheischenschörkel„. Schäme ich mich dafür? Nein. Hatte die Bundeswehr nach dieser und weiteren ebenso spannenden wie verlustreichen Erkenntnisreisen nach Spanien, Frankreich, Holland, Österreich, Finnland, Italien, England, in die Schweiz und die USA zumindest für ein Jahrzehnt den modernsten Tower Simulator der Welt? Ja! Also war es das Opfer wert.

Andreas Fecker

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2 Antworten zu “Luftpost 448: Koksijde”

  1. Tom sagt:

    Hi Andy
    Ich kann mich sehr gut an unsere Ausflüge im Rahmen der Erstellung einer neuen Spezifikation für einen TWR Sim erinnern.
    Nur… in Koksijde war‘s der Zitronen-Genever, der uns zu schaffen machte. Den Scotish malt gab‘s bei der RAF in Shawbury, Shropshire. 😂 Retrospektiv betrachtet hatte mir allerdings der Genever in Koksijde mehr zugesetzt 😂😂
    Aber eine Erinnerung, die man so schnell nicht vergisst😃.
    Viele Grüße
    Tom

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