Luftpost 439: Der Inselstreit im Kennedy Kanal

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Unser Luftpost Autor mit seinen ersten Lachsen – Foto: Bildarchiv Fecker

Am 16. Juni 2022 wurde ein Inselstreit zwischen Dänemark und Kanada beigelegt, der fast 50 Jahre „wütete“. Gleichwohl kann man ihn den friedlichsten Krieg in der Menschheitsgeschichte nennen. 1973 legten die beiden NATO-Staaten die Seegrenzen zwischen ihren Territorien fest. Eine kleine, unbewohnte Insel zwischen Grönland und Ellesmere Island lag genau auf der Grenze. Die beiden Regierungen konnten keine Einigung erzielen, wer diese Insel zu seinem Hoheitsgebiet zählen durfte. Schließlich ging es ja um Schürf- und Fischereirechte. 1984 besuchte der dänische Grönlandminister den vegetationslosen Felsen, der gerade mal 1,25 km² groß ist. Die Dänen errichteten einen Flaggenmast, hissten die Nationalflagge und hinterließen eine Nachricht: „Willkommen auf der dänischen Insel Tartupaluk.“ Daneben deponierten sie eine Flasche dänischen Brandy. Kaum hatten die Kanadier davon erfahren, flog eine kanadische Delegation auf die Insel, ersetzten die dänische Flagge mit der kanadischen und hinterließen eine Nachricht, „Welcome to the Canadian Hans Island“. Den Brandy tauschten sie gegen eine Flasche kanadischen Whiskey. Dieser rituelle Whiskey-War „wütete“ über Jahrzehnte. Möglicherweise waren beide Seiten nicht an einer Lösung interessiert. Vielleicht wollte man auch für andere Staaten ein Beispiel geben, wie man einen Konflikt austragen kann. Ich denke da an die beiden NATO-Staaten Griechenland und Türkei.

Hans Island – Foto: Toubletap unter der GNU Free Documentation License

Als nun im Juni 2022 ein salomonischer Beschluss getroffen wurde, eine Grenzlinie auf der gottverlassenen Insel zu ziehen, war dieser 50 Jahre währende Konflikt beigelegt. Schade eigentlich. Es könnte eine Blaupause für die Ukraine sein! Mensch Vladimir Vladimirovich! SO GEHT KRIEG! Funktioniert auch mit Vodka.
Andreas Fecker

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2 Antworten zu “Luftpost 439: Der Inselstreit im Kennedy Kanal”

  1. Karl Helmut Seiler sagt:

    Der Vergleich mit der bzw. der Vorschlag für die Ukraine passt nicht: Dort geht es nicht um eine unbewohnte Insel und und die Kontrahenten gehören nicht dem gleichen Bündnis an.

    • Andreas Fecker sagt:

      Ja eben! Der Vergleich passt in keiner Hinsicht, denn dort herrscht Niedertracht, Hegemonie, Mord, Totschlag, Kriegsverbrechen und sinnlose Zerstörung. Aber man darf doch mal träumen, oder nicht?

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