Lufthansa plant neue Airline – Gewerkschaften haben damit ein Problem

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Foto: airportzentrale.de / Simon Pannock

Die Lufthansa plant die Gründung einer neuen Airline, die in Zukunft das Europa-Geschäft abdecken könnte. Zuvor endete ein Tarifgespräch mit den Piloten ergebnislos. Die neuen Planungen stoßen jetzt bei den Gewerkschaften auf Kritik. Vereinigung Cockpit und die Unabhängige Flugbegleiter Organisation meldeten sich am Nachmittag zu Wort:

Vereinigung Cockpit

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Statement von VC-Präsident Stefan Herth zur Ankündigung der Lufthansa, eine weitere neue Airline-Plattform für den Kontinental-Verkehr gründen zu wollen: „Wir können derzeit keine Neuausrichtung der Gesamtstrategie erkennen. Immer wieder werden nur Teillösungen nach altem Muster gesucht. Wir als VC erkennen einen Konsolidierungsbedarf und die Notwendigkeit einer ganzheitlichen Neuausrichtung der Lufthansa Group.

Die VC bietet an, dies im Rahmen einer verantwortungsvollen neuen Zusammenarbeit mitzugestalten. Dabei legen wir großen Wert auf sichere Perspektiven sowie faire Arbeits- und Vergütungsbedingungen für alle Kolleginnen und Kollegen.

Die Strategie, immer neue Plattformen zu gründen und auch wieder zu schließen, hat schon in der Vergangenheit für Lufthansa nicht den gewünschten Erfolg gebracht und ist kurzsichtig und unkreativ. Stattdessen sollte sich Lufthansa unbedingt auf die Verbesserung ihrer Produktqualität und auf effizientere Strukturen konzentrieren, statt ihr Heil in immer neuen Plattformen zu suchen. Schon in ihrem Geschäftsbericht von 2020 ist als Ziel einer angestrebten Konsolidierung die Reduktion der Anzahl der Flugbetriebe und damit der Komplexität genannt.“

Dr. Marcel Gröls, Vorsitzender Tarifpolitik der VC, sagt:
„Die neu angekündigte Kontinental-Plattform ist geeignet, die heute schon unübersichtliche Konzernkomplexität wiederum zu erhöhen und sich zu verzetteln. Eine weitere Zersplitterung der Tariflandschaft ist nicht in unserem Interesse und kann auch nicht im Interesse der Lufthansa liegen. Wir arbeiten deshalb an einem gemeinsamen Weg, der Lösungen für alle Beschäftigten-Gruppen in den Konzern-Cockpits bietet.“

Unabhängige Flugbegleiter Organisation

Die Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) sieht eine massive Bedrohung von Kabinenarbeitsplätzen durch die heutige Meldung der Lufthansa, neben der Klassik-Linie eine weitere neue Airline-Plattform für den Kontinental-Verkehr gründen zu wollen. Neben der Lufthansa CityLine ist auch die Lufthansa Airlines von dieser Neugründung besonders stark betroffen.

“Wir haben große Sorge um die Arbeitsplätze unserer Kabinen-Kolleg*innen bei Lufthansa CityLine. Eine solche neue Plattform bedroht diese massiv, da bereits angekündigt wurde, dass hier zu sehr viel geringeren Kosten produziert werden soll. Auch eine Aufspaltung der Lufthansa Passage in Lang- und Kurzstrecke wird dort erneut zu Personalüberhängen und letztlich damit auch zur Vernichtung von tarifierten Arbeitsplätzen führen”, so UFO-Vorsitzender Daniel Kassa Mbuambi.

“Mit dieser Erpressungsstrategie verfällt die Lufthansa wieder in alte Muster. Statt mit den Tarifpartnern verantwortungsvoll nach Lösungen für eine zukunftsfähige Airline nach der gemeinsam überstandenen Krise und staatlich finanzierter Kurzarbeit zu suchen, gibt es die ewig gleichen uninspirierten Wege der weiteren Zerfaserung durch Gründung immer neuer Plattformen”, schätzt UFO-Tarifvorstand, Stefan Schwerthelm, ein.

“Wir fordern die Lufthansa auf, wieder mit den Sozialpartnern auf den bisher beschrittenen Weg zurückzukehren und die Themen am Verhandlungstisch anzugehen. Wir sind bereit, gute und faire Lösungen sowohl für die Beschäftigten als auch für die Zukunfts- und Leistungsfähigkeit der Lufthansa zu entwickeln”, ergänzt Mbuambi.

Quelle: PM UFO und VC

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