Lufthansa: Multi-Kino – So kommt das Programm an Bord

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Monitor in der neuen Lufthansa Business-Class Foto: Bildarchiv Lufthansa

„Bei einem Langstreckenflug schaut sich ein Fluggast durchschnittlich bis zu 240 Minuten Filme oder Dokumentationen an“, sagt Michael Manstein-Spanblöchl, der Mann, der bei Lufthansa für die Auswahl und Zusammensetzung des gesamten Unterhaltungsprogramms verantwortlich ist.

Die Erwartungen und Vorlieben eines international bunt gewürfelten Publikums sollen erfüllt werden. „Wir berücksichtigen die kulturelle und religiöse Vielfalt unserer Gäste und achten darauf, dass keine Scherze auf Kosten religiöser Gruppen gemacht werden“, sagt Manstein-Spanblöchl. Ein Tabu besteht auch für Filme mit extremen Katastrophenszenarien, Handlungen, in denen Krieg oder Terrorismus eine zentrale Rolle spielen, ebenso Epidemien, die Furcht und Angst auslösen könnten. Generell werden keine Filme mit brutalen Szenen gezeigt, auch keine Tiere, vor denen Passagiere sich fürchten oder ekeln könnten, zum Beispiel Spinnen oder Schlangen.

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Wie Manstein-Spanblöchl berichtet, sind zwar nach wie vor Kinofilme gefragt, die erst vor kurzem in den deutschen Kinos gestartet sind. Indes seien auch die TV-Produktionen auf dem Vormarsch, da auch diese sich in den vergangenen Jahren qualitativ gesteigert haben und – anders als das Kino – heute stärker als früher auf epische Erzählungen konzentrieren. Mit Blick auf beliebte Sendungen, wie etwa die US-amerikanische TV-Serie Mad Men, bieten Fernsehsender heutzutage attraktive Formate, die von den Fluggästen besonders geschätzt werden.

Bis zu acht Sprachen

Neue Lufthansa Business Class Sitze Foto: Bildarchiv Lufthansa

Ein wesentliches Kriterium für die Auswahl der Filme, die an Bord gezeigt werden, sind die Sprachen. Und dabei kann Lufthansa für sich in Anspruch nehmen, das wohl vielfältigste Angebot im internationalen Vergleich machen zu können. Bis zu acht Sprachen werden angeboten, deutsch und englisch sind Standard. Neben französisch und italienisch kann es je nach Film auch koreanische, chinesische, spanische, portugiesische und arabische Synchronisationen oder Untertitelungen geben.

In dem Lufthansa-Flaggschiff Airbus A380 und auch in dem neuen Jumbo Boeing 747-800 werden in der First- und Business Class 50 Filme und 78 TV-Programme angeboten. Hinzu kommen unter anderem bis zu 222 CDs, Hörbücher, Spiele sowie Serviceinformationen und eine sogenannte Moving Map mit dem aktuellen Flugstreckenverlauf in 3D-Auflösung. Zweimal täglich aktualisierte Nachrichten und Sportmeldungen, beispielsweise von der Fussballbundesliga oder den olympischen Sommerspielen werden außerdem angeboten.

Wie kommen die Programme an Bord? Diese Frage wird immer wieder gestellt. Zunächst werden die in Europa, den USA, Asien und der arabischen Halbinsel ausgesuchten Filme elektronisch nach Los Angeles übertragen. Dort werden sie zu einem Datenpaket geschnürt, kodiert und verschlüsselt auf eine Festplatte gebrannt. Diese wird per Kurier zur Lufthansa Technik nach Frankfurt gebracht, in einem Sicherheitsraum wieder entschlüsselt und auf einen Laptop übertragen.

Danach werden die Daten schließlich in das Entertainmentsystem der Flugzeuge übergespielt. Aktiviert werden die neuen Programme allerdings erst am Ersten eines Monats um null Uhr – bezogen auf die koordinierte Weltzeit UTC. Aber viele Flugzeuge der Lufthansa-Flotte befinden sich während dieser Zeit in der Luft. Eine Umschaltung des Bord-Entertainmentsystem wäre zu diesem Zeitpunkt nicht sinnvoll. Die laufenden Programme würden unterbrochen. Deshalb erfolgt der Neustart des Systems erst nach der Landung. Sensoren am Fahrwerk geben den entsprechenden Befehl dazu (Weight on Wheels).

Quelle: Beitrag Lufthansa Newslink Ausgabe 56, März 2012