Lufthansa Business Class: Der neue Sitz ist ein Raumwunder

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Lufthansa Neuer-Business-Sitz-full-flat Foto: Bildarchiv Lufthansa

Man möchte am liebsten gleich Platz nehmen: im neuen Business Class-Sitz. Dem Lufthansa-Projektteam ist es gelungen, in Zusammenarbeit mit dem Flugzeugsitzhersteller B/E Aerospace und mit weiteren Experten wie zum Beispiel dem Ergonomie Institut München den neuen Sitz zu entwickeln. Für die hypermoderne Gestaltung sorgten die erfolgreichen britischen Industrie-Designern Luke Pearson und Tom Lloyd. Durch Form und Farbe schafften sie eine behagliche Atmosphäre in der Flugzeugkabine.

„Wir wollen den Kunden eher ein Wohnzimmergefühl vermitteln“, sagt Dorothea von Boxberg, bei Lufthansa für das Produktmanagement „Inflight Interkontinental“ zuständig. Bisher waren die Business Class-Farbtöne mit Blau und Silber eher kalt gehalten. Jetzt kommen vermehrt Natur- und Brauntöne zum Einsatz. Sie leiten sich aus dem Lufthansa-Gelb ab und sind Teil des weiterentwickelten Farbspektrums des Lufthansa Corporate Design. Für die Gäste entsteht so ein Wiedererkennungseffekt zu den ebenfalls in bräunlichen Farbnuancen gestalteten Lounges bei Lufthansa.

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Die Entwicklung eines modernen Flugzeugsitzes für Langstreckenflugzeuge bedeutet für die Konstrukteure eine große Herausforderung. Die Aufgabe lautete, einen Sitz zu konzipieren, in dem der Passagier über einen längeren Zeitraum bequem sitzen, entspannen, essen, lesen, arbeiten und vollkommen horizontal (full flat) liegen oder schlafen kann. Dennoch sollte der Sitz auch in ausgefahrener Position möglichst wenig Platz in der Flugzeugkabine einnehmen.

Die herausragenden Merkmale

Foto: Bildarchiv Lufthansa

Der neue Hightech-Sitz ist ein Raumwunder, wirkt durch die Form der zum Kopfende hin verjüngten Rückenlehne auf den ersten Blick zwar relativ schmal, bietet aber aufgrund seiner ausgetüftelten Geometrie Platz und Raum. Der Abstand zum Vordersitz wurde bei Kundenbefragungen während der Testphase an erster Stelle als besonders positiv hervorgehoben. Das Raumgefühl insgesamt, das optische Erscheinungsbild und die intuitive Bedienbarkeit wurden ebenfalls mit Bestnoten bewertet.
Den größten Vorteil bietet der neue Sitz in der Schlafposition. Man kann wirklich auf einer Länge von 1.98 Meter ausgestreckt und horizontal liegen. Für den Fußbereich gibt es zwei Varianten. Diese sind analog zur Anordnung der Sitze in der jeweiligen Flugzeugkabine positioniert, entweder zwischen den Vordersitzen oder seitlich daneben. Als Fußbereich dient eine fixierte Ottomane. Dort kann man in der Sitzposition die Füße aufstellen oder sie beim Liegen als Bettverlängerung nutzen. Zusätzlicher Platz wurde durch fünf Zentimeter tiefe Ausbuchtungen an der inneren Wand der Mittelkonsole erreicht; außerdem lassen sich die Armlehnen versenken.

Der Abstand zwischen den einzelnen Sitzreihen ist so großzügig gestaltet, dass der Passagier leicht zu seinem Platz gelangen kann und das selbst dann, wenn man am Fenster sitzt. Die einzelnen Sitzelemente lassen sich stufenlos verstellen. Das geht von der Rückenunterstützung über die Entspannungsposition bis hin zur Sitzlängenverstellung. Und das alles ist möglich, ohne den Sitzplatz zu verlassen. Ob groß oder klein, schlank oder korpulent, jeder kann sich seinen Sitz individuell einstellen – und dies kann jederzeit immer wieder verändert werden. Gerade auf Langstreckenflügen erweist sich diese Möglichkeit als großer Vorteil; das wurde auch schon bei dem derzeitigen Business Class-Sitz von den Passagieren positiv bewertet.

In der Mittelkonsole befindet sich ein aufklappbarer Tisch, der sich auf Knopfdruck herausfahren lässt. Außerdem ist er zur Innenseite schwenkbar, sodass der Fluggast jederzeit seinen Sitz problemlos verlassen kann. Mehr Stauraum wurde ebenfalls geschaffen. Beispielsweise gibt es (ähnlich wie ein großes Handschuhfach im Auto) eine abgeschlossen Ablage für Komfortartikel. Auch für Zeitschriften und Brillen sind Extrafächer eingebaut. Die Schuhe und kleines Handgepäck können unterhalb der Ottomane abgestellt werden.

15 Zoll groß ist der neue Monitor. Er ist in der Rückwand des jeweiligen Vorsitzes eingebaut und individuell dreh- und verschiebbar. Dadurch lässt er sich optimal auf die Blickachse des Passagiers ausrichten. Audio-Video auf Abruf (on Demand) und geräuschreduzierende Kopfhörer lassen den Passagier das Unterhaltungsprogramm perfekt genießen. Und das hat es in sich: In der Lufthansa Media World gibt es 65 Videos, 30 Kinofilme in bis zu acht Sprachen, 25 TV-Programme und 10 Musikmagazine aus aller Welt, 100 CDs, verschiedene Hörbücher, 30 Radioprogramme, Geschicklichkeits-, Action-, Brett- und Strategiespiele oder auch Sprachkurse. Die persönlichen elektronischen Geräte können genutzt und über USB-Anschluss aufgeladen werden. Zum Lesen gibt es eine individuelle Leselampe, die seitlich an der Kopfstütze montiert und verstellbar ist.

Einfache Bedienung

Foto: Bildarchiv Lufthansa

Leicht und einfach lässt sich der Sitz bedienen. Dazu trägt das klare und selbsterklärende Design bei. Sitzeinstellung und Multimediaprogramm werden jeweils via Fernbedienung gesteuert. Um die einzelnen Komfortfunktionen des Sitzes für jedermann verständlich zu machen, hat Lufthansa zusätzlich im Unterhaltungsprogramm eine Videoanleitung integriert.

Bei aller Raffinesse und Vielzahl der einzelnen Funktionen überzeugt der neue Sitz durch hohe technische Stabilität und leichte Bedienbarkeit. Das war erklärtes Ziel für die Konstrukteure. Alle Erfahrungen aus früheren Sitzprogrammen flossen in die Neuentwicklung mit ein und das Gesamtsystem des Sitzes wurde bewusst vereinfacht. So hat man beispielsweise – gegenüber dem „alten“ Sitz – die Anzahl der Stellmotoren von sechs auf vier reduziert.

Bevor der neue Sitz seine Serienreife erhielt, wurde er einem zweimonatigen Praxistest unterzogen. Zwölf der neuen Sitze waren dazu in einem Jumbo B 747-400 eingebaut und von insgesamt 1 340 Kunden getestet worden. Dabei lag die technische Zuverlässigkeitsrate der Sitze bei 98 Prozent.

Quelle: Beitrag im Lufthansa News Link, Ausgabe 56 März 2012