Leseprobe 04: Parken am Flughafen

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Dass an Flughäfen viel Geld zu verdienen ist, spürt der Autofahrer im Parkhaus. Kaum ein Airport in Deutschland, Europa oder gar auf der ganzen Welt, der nicht riesige Parkhäuser in unmittelbarer Nähe des Terminals anbietet. Das hat eine wechselvolle Geschichte.

Parkhaus am Flughafen Köln-Bonn – Foto: Pressestelle Flughafen Köln/Bonn

1949 gründeten Howard Metzenbaum und Ted Bonda in Cleveland, Ohio, die Airport Parking Corporation Of America, APCOA Inc. Metzenbaum war Senator in Ohio, Bonda war Präsident eines Football Clubs, den Cleveland Indians. Beide investierten in Ländereien. Als in Cleveland ein neuer Flughafen auf ihren Grundstücken gebaut wurde, war ihr Wohlstand gesichert. Sie bauten zuerst in Cleveland, dann an vielen amerikanischen Flughäfen Parkhäuser. 1966 verkauften sie die APCOA an den ITT-Konzern. Die deutsche ITT (SEL) gründete in Stuttgart die APCOA Germany. Die wiederum expandierte nach Wien, Sunbury on Thames, Rotterdam, und Mantua. 1975 kaufte sich die APCOA von ITT frei und wurde selbständig. 1998 verschmolz sie sich mit dem amerikanischen Konzern Standard Parking. Längst hatte sie Niederlassungen und Parkhäuser in ganz Europa, von Norwegen bis in die Türkei. 1999 kaufte die Salamander AG aus Kornwestheim das Unternehmen. 2002 wurde die Salamander durch die EnBW-AG Karlsruhe gekauft. 2004 kaufte eine arabische Investment Gruppe aus Bahrain die APCOA. Nach einer Bieterschlacht mit einer Australischen Bank übernahm der französische Investment Konzern Eurazeo für 885 Millionen Dollar den Parkhauskonzern. Doch die Franzosen vermochten nicht, dieses Megaunternehmen zu restrukturieren und häuften 440 Mio Dollar Schulden auf. Der britisch-amerikanische Investor Centerbridge übernahm 2012 die Schulden, legte noch 80 Mio obendrauf und ist seitdem Besitzer des größten Parkplatzanbieters der Welt.
Auszug aus dem Buch von Andreas Fecker: 101 Dinge, die man über Flughäfen wissen muss


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