Kritik an Lufthansa nach Ende der Pilotenausbildung in Bremen

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Foto: Simon Pannock

An der Bremer Verkehrspilotenschule soll der Großteil der Lufthansa-Flugschüler nach Willen des Unternehmens die Ausbildung abbrechen. Nur bei einem sehr geringen Prozentsatz will die Lufthansa die Zusagen, die sie den jungen Menschen für ihre Zukunft gemacht hat, einhalten, während die verbleibenden Schüler mit fragwürdigen Angeboten unter Druck gesetzt werden, heißt es von der Gewerkschaft VC.

Die Pressemitteilung der Gewerkschaft

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So müssten die Schüler der Lufthansa-spezifischen MPL-Lehrgänge im Falle der Weiterführung ihrer Ausbildung an externe Flugschulen wechseln und dadurch zahlreiche Nachteile in Kauf nehmen. Ihre Ausbildung würde dadurch so tiefgreifend verändert, dass sie nach der Krise nicht berechtigt wären, für die Lufthansa Airline zu fliegen. Deren Strahlkraft hatte das Management der Lufthansa Aviation Training noch 2018 marketingwirksam genutzt, um 500 Flugschüler pro Jahr für eine Pilotenausbildung bei der LH Group zu rekrutieren. Heute ist der LAT jedes Mittel recht, sich der Leute zu entledigen.

Das bisher gültige Auswahlverfahren für die Lufthansa-Group-Airlines würde damit seine Gültigkeit verlieren. Ein erneutes Assessment ist ein bisher nie da gewesenes Szenario und wäre, bedingt durch die hohen Durchfallquoten, mit einem erheblichen Risiko für die Flugschüler verbunden. Dieses Risiko trug bisher die Lufthansa, indem Sie sich zu einmal ausgewählten und nach den eigenen hohen Standards geschulten Kandidaten bekannte. Jetzt wird das Risiko allein auf die Flugschüler abgewälzt. Dadurch werden die hohen Ausbildungsstandards zugunsten des Kostendrucks geopfert, wodurch die Vereinigung Cockpit unter Zugzwang gesetzt wird, zukünftig eine niedrigere Qualifikation im Cockpit der Lufthansa zu akzeptieren.

„Der Umgang mit den Flugschülern in Bremen ist beschämend,“ sagt Marcel Gröls, Vorsitzender Tarifpolitik der Vereinigung Cockpit. „Die Lufthansa hat die Besten gesucht und behandelt sie jetzt wie die Letzten. Erst wurden die jungen Menschen mit Versprechen zu Perspektiven im Konzern gelockt, nun will sie die Lufthansa möglichst geräuschlos und kostengünstig wieder loswerden. Auch wenn das Unternehmen meint, sich hier im Rahmen der legalen Möglichkeiten zu bewegen, so ist die Ausnutzung solcher Schlupflöcher in keinem Fall legitim.“

Dass die Lufthansa derweil in anderen Konzernsparten, z.B. der Lufthansa Technik, Hunderte neue kaufmännische sowie technische Auszubildende aufnimmt und dies öffentlichkeitswirksam mit den Worten begleitet, auch in Krisenzeiten ein Konzern zu sein, der für soziale Verantwortung stehe und kontinuierlich in die Ausbildung junger Talente investiere, ist für die Bremer Flugschüler ein weiterer Schlag ins Gesicht.

Quelle: PM Vereinigung Cockpit

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Eine Antwort zu “Kritik an Lufthansa nach Ende der Pilotenausbildung in Bremen”

  1. Michael sagt:

    Schon selt Jahren warten etliche ausgebildete Piloten bei der Lufthansa auf den Einsatz im Cockpit. Monate wenn nicht Jahre. Hier gab es sogar Angebote sich aus dem Vertrag für 60.000 Euro frei zu kaufen.
    Es ist von der Lufthansa unverantwortlich immer weiter auszubilden obwohl keine Plätze frei sind. Jetzt sind es noch 700 Schüler und gerade mal 200 können die Ausbildung beenden. Das ist moralisch sträflich und verantwortungslos auch wenn man bedenkt dass gleichzeitig viele Piloten entlassen werden.
    Aber darüber hinaus sei gesagt dass die Darstellung dass nur bei der LH Talente ausgebildet werden ein Witz ist.
    Nur weil es Piloten gibt die irgendwann mal bei den fragwürdigen Psycho Tests bei der LH aus dem Raster gefallen sind heisst noch lange nicht dass es schlechtere Piloten sind. Sie passen nur nicht in.das Schema der LH. Ganz im Gegenteil. Bei der LH werden die Schüler exakt auf das Muster der LH ausgebildet. Ohne Flugerfahrung und Stunden haben die Schüler auf dem freien Markt gerade in.der heutigen Zeit keine Chance.
    Es gibt Piloten die nach der ATPL Ausbildung klein angefangen haben und erst mal Turboprop oder ähnliches mit der CPL geflogen sind um Erfahrungen zu sammeln und dann erst zu einem Airliner gewechselt haben. Das sind die Talente und nicht die die durch fragwürdige LH Psycho.Tests kommen.
    Diese Flugachüler gehen damit einen Vertrag ein der sie bindet und Ihnen eine Chance auf dem freien Markt verwehrt.
    Seit Jahren gibt es auf dem.Markt Top ausgebildete Piloten. Warum sich die LH denen bei Bedarf nicht bedient hat ist unverständlich. Aber immer weiter ausbilden und jetzt alle Schüler fallen lassen …

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