Konflikt: Verdi lehnt angebotene Lohnerhöhungen für WISAG Bodenpersonal ab

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Foto: airportzentrale.de

Ungeachtet der nach wie vor schwierigen wirtschaftlichen Lage der gesamten Luftverkehrswirtschaft und der andauernden Corona-bedingten Unsicherheiten im Luftverkehr hat das Management der WISAG Ground Services und der WISAG Passage Services am Montag umfassende Lohnerhöhungen bis 2023 und verbesserte vertragliche Bedingungen für seine rund 550 Beschäftigten am Frankfurter Flughafen angeboten. Nach mehrwöchigen zähen Verhandlungen für einen neuen Haustarifvertrag hat die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi das attraktive Angebot jedoch abgelehnt und ihre Forderungen sogar noch einmal deutlich erhöht.

Michael Richter, Verhandlungsführer und Holding-Geschäftsführer der WISAG Ground Services: „Wir haben Verständnis dafür, dass unsere Beschäftigten nach diesen schwierigen Monaten des Verzichts und der Unsicherheit nun eine Lohnerhöhung fordern. Deshalb sieht unser Angebot erheblich verbesserte Konditionen und eine angemessene Lohnsteigerung für alle WISAG Mitarbeiter am Flughafen Frankfurt vor. Angesichts der Gesamtlage unserer Branche und Verluste unseres Unternehmens in zweistelliger Millionenhöhe ist uns dieses Angebot nicht leicht gefallen. Wir sehen uns jedoch in der Verantwortung für unsere Mitarbeiter, deren berufliche und persönliche Situation in den zurückliegenden 18 Monaten durch Corona stark geprägt war. Umso bedauerlicher und unverständlicher ist es, dass sich Verdi unserem Angebot verweigert. Die massiven Verluste, die wir erlitten haben, müssen nun erst wieder erwirtschaftet werden. Es liegt auf der Hand, dass die Leistungsfähigkeit unseres Unternehmens noch beschränkt ist.

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Warnstreiks, die wie der letzte kurzfristig angekündigt werden und zudem über 16 Stunden dauern, scheinen auf Eskalation ausgelegt zu sein. Dass Forderungen während laufender Verhandlungen gewerkschaftsseitig sogar noch erhöht werden, ist historisch einmalig. Eine Forderung im zweistelligen Prozentbereich mit einer Laufzeit bis zum 31.12.2022 ist nicht mehr nachvollziehbar. Verdi hat offensichtlich kein Interesse an einer gemeinschaftlichen Lösung, die für alle tragbar ist.“

Im Wesentlichen sieht das Angebot der WISAG vor, dass die monatliche Grundvergütung für alle WISAG Mitarbeiter bis 2023 in zwei Stufen um insgesamt 150 Euro erhöht wird. Anstelle einer von Verdi anvisierten Corona-Einmalzahlung wurde seitens WISAG ab Januar 2022 eine Veränderung des Zuschlagssystems vorgeschlagen, das sich individuell unterschiedlich in einem Gehaltszuwachs von 750 bis 1.150 Euro netto über die Laufzeit niederschlagen würde. Zusätzlich bedeutet die vorgeschlagene Neuordnung der Tariftabelle, dass für Beschäftigte, die ab 2014 eingestellt wurden, und für künftig neue Beschäftigte eine Steigerung des Jahresbruttogehaltes zwischen 1.500 und 2.100 Euro möglich ist.
Einige zentrale Forderungen bezüglich des Manteltarifvertrags wurden entsprechend der Wünsche von Verdi aufgegriffen.

Quelle: PM WISAG

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