KLM: Mit e-SAF von Amsterdam nach Hamburg

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KLM Royal Dutch Airlines hat am Montag (08.06.2026) in Zusammenarbeit mit INERATEC, dem Flughafen Hamburg und MB Energy einen Passagierflug zwischen Amsterdam und Hamburg mit einer Beimischung von fünf Prozent synthetischem Kerosin (e-SAF) durchgeführt. Flug KL1755 ist der erste Flug nach Deutschland, bei dem diese Art von Treibstoff zum Einsatz kam. Der in Europa mit europäischer Technologie hergestellte Kraftstoff wurde über bestehende Infrastruktur in den regulären Flugbetrieb integriert. Dieser Flug ist ein wichtiges Signal für das heute technisch Machbare – und unterstreicht die Notwendigkeit, Produktion und Verfügbarkeit weiter zu skalieren.

Das synthetische Kerosin wurde von INERATEC hergestellt und hydrobehandelt, anschließend von MB Energy bei ASG Analytik-Service destilliert und dem fossilem Kerosin beigemischt, bevor es am Flughafen Schiphol in Amsterdam in das Flugzeug getankt wurde. Der aus Wasserstoff und CO₂ hergestellte Kraftstoff stammt aus der Produktionsanlage ERA ONE von INERATEC – Europas erster kommerzieller Power-to-Liquid-Anlage. Alternatives synthetisches Kerosin hat das Potenzial, die Lebenszyklusemissionen im Vergleich zu herkömmlichem Kerosin um bis zu 90 Prozent zu reduzieren.


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Der heutige Flug zeigt, dass Beimischungen synthetischen Kerosins technisch umsetzbar sind und bereits heute sicher im regulären Passagierbetrieb eingesetzt werden können. Gleichzeitig demonstriert er, dass die gesamte Wertschöpfungskette – von der Produktion über das Blending bis hin zur Betankung und Nutzung im kommerziellen Flugbetrieb – unter realen Bedingungen funktioniert.

Was der Flug auch zeigt, ist die Größe der Herausforderung. Auch wenn dieser Einsatz ein wichtiger Schritt ist, bleibt die Verfügbarkeit begrenzt. Aktuell wird nur ein Bruchteil der für die europäischen Ziele bis 2030 erforderlichen Mengen produziert. Trotz einer starken Projektpipeline haben viele angekündigte Anlagen noch keine finale Investitionsentscheidung erreicht. Die angekündigten Produktionskapazitäten zeigen, dass die zukünftige Nachfrage das Angebot perspektivisch sogar um ein Vielfaches übersteigen könnten. Angesichts der hohen Dynamik im Markt wird bis 2027 mit zahlreichen Investitionsentscheidungen gerechnet. Die großskalige und wirtschaftliche Verfügbarkeit synthetischen Kerosins bleibt jedoch eine gemeinsame Aufgabe der Branche, von Politik und Investoren.

Verfügbarkeit weit hinter Ambitionen

KLM und INERATEC unterstützen die europäischen Nachhaltigkeitsziele und werden weiterhin in die Dekarbonisierung des Luftverkehrs investieren. Gleichzeitig ist es unerlässlich, dass die politischen Vorgaben realistisch bleiben. Aktuelle Produktionszahlen zeigen, dass das Teilziel für den Einsatz von e-SAF in der Luftfahrt bis 2030 eine große Herausforderung darstellt. Eine groß angelegte Produktion von e-SAF gibt es noch nicht, und im Herstellungsprozess bestehen weiterhin technische Hindernisse. Auch das Einholen von Bau- und Umweltgenehmigungen in den Niederlanden stellt eine Herausforderung dar, und es herrscht Unsicherheit hinsichtlich möglicher Änderungen der ReFuelEU-Gesetzgebung. Trotz unserer fortlaufenden Bemühungen ist es daher nach wie vor von entscheidender Bedeutung, dass auch die Regierungen investieren, um die Entwicklung alternativer Flugkraftstoffe zu beschleunigen und deren Einsatz auszuweiten.

„Als CEO von KLM und Vorsitzende von Project Skypower bin ich davon überzeugt, dass e-SAF einen echten Beitrag zur Nachhaltigkeit der Luftfahrt leisten kann“, sagt Marjan Rintel, CEO von KLM. „Dieser Flug zeigt einmal mehr, dass das Fliegen mit synthetischem Kerosin technisch möglich ist. Die Realität sieht jedoch so aus, dass die Verfügbarkeit von e-SAF weit hinter den Erwartungen zurückbleibt. Um wirklich Fortschritte zu erzielen, müssen wir gemeinsam mit Regierungen, der Branche und unseren Partnern an der Skalierung und der Bezahlbarkeit arbeiten. Nur so können wir die nachhaltige Transformation in der Luftfahrt erreichen.“

Christian Kunsch, Vorstandsvorsitzender des Flughafens Hamburg: „Nachhaltig hergestellter Flugkraftstoff wird in den kommenden Jahren die wichtigste Komponente bei der Dekarbonisierung des Luftverkehrs sein. Unsere Infrastruktur ist einsatzbereit. Und wir unterstützen Fluggesellschaften bei der Nutzung lokal produzierter Kraftstoffmischungen, indem wir in unseren Gebühren Anreize für nachhaltige Flugkraftstoffe bieten. Der heutige Flug mit e-SAF ist ein Meilenstein auf dem Weg zu einer Luftfahrtindustrie mit geringeren CO2-Emissionen durch den Einsatz alternativer Kraftstoffe.“

Tim Boeltken, Mitbegründer und CEO von INERATEC, vermittelt eine klare Botschaft: „Wir sind bereit für den Einsatz. Ich war gerade an Bord unseres e-SAF-Flugs, der im regulären Passagierverkehr durchgeführt wurde. Dieser Flug beweist, dass Power-to-Liquid-Kraftstoffe sicher und verfügbar sind und somit bereits heute voll einsatzfähig sind. Dieser Nachweis wird nur der erste von vielen sein, die wir in diesem Jahr mit unseren Produkten in verschiedenen Branchen erleben werden.“

Jonathan Perkins, Vorstandsvorsitzender von MB Energy: „Die Luftfahrt steht seit langem an der Spitze der technologischen Innovation. Mit diesem Projekt zeigen wir gemeinsam mit KLM und Ineratec, wie kohlenstoffärmere Flugkraftstoffe in die bestehende Infrastruktur und den laufenden Betrieb integriert werden können. Bei MB Energy legen wir heute den Grundstein – wir ebnen den Weg für die Markteinführung neuer Kraftstoffe, passen unsere Infrastruktur an und sorgen für stabile Lieferketten. Wenn unsere Kunden bereit sind, können wir ihnen liefern, was sie brauchen, wann sie es brauchen.“

Quelle: PM KLM

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