Interview mit Andreas Fecker – Buchautor von „Technik im Flugzeugbau“

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Bild: Andreas Fecker

Andreas Fecker ist nicht nur der Koluminist der wöchentlichen Luftpost auf airportzentrale.de, sondern auch ein erfolgreicher Buchautor. In diesen Tagen erscheint sein neues Buch. Diese Gelegenheit haben wir für ein kleines Interview genutzt:

airportzentrale.de:
Herr Fecker, Sie veröffentlichen derzeit jedes Jahr ein neues Buch. Worüber haben Sie dann diesmal geschrieben?

AF: In diesen Tagen erscheint mein Buch „Technik im Flugzeugbau“. Es geht darin um die Produktion von Flugzeugen seit dem ersten Weltkrieg. Darum heißt der Untertitel „von den fliegenden Kisten zur A350 XWB“

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airportzentrale.de: Was hat Sie bewegt, gerade diesen Titel zu wählen?

AF: Wir stehen am Beginn einer neuen Epoche im Flugzeugbau. Früher kamen die Flugzeuge sozusagen aus der Nähstube. Segeltuch wurde über Holzrahmen gespannt und mit Leim wetterfest gemacht. Später baute man Flugzeuge aus Metall. Und gerade eben hat das Zeitalter der Verbundwerkstoffe begonnen. Die A350 XWB besteht zu 53% aus Verbundwerkstoffen, zu 19% aus Aluminium-Lithium Legierungen, zu 14% aus Titan, nur noch zu 6% aus Stahl und zu 8% aus verschiedenen anderen Materialien. Ich finde, das ist eine Revolution und schon mal ein Buch wert.

airportzentrale.de: Wir durften einmal durch einen Vorabdruck blättern. Das Buch fällt durch ein außergewöhnliches Layout auf.

AF: Ich habe das Privileg, mit Peter Schneider, einem der besten Grafiker Deutschlands zusammenzuarbeiten. Wir verstehen uns blind. Ich liefere Text und Material und deute ihm meine Vorstellung an. Dann hat er frei Hand in der Verwirklichung. Und ein Buch wird schöner als das andere.

airportzentrale.de: Das Bildmaterial ist ausgesprochen spektakulär. Wie kommen Sie da ran?

Bild: Andreas Fecker

AF: Ja, das ist jedes Mal ein Kampf. Besonders wenn man etwas von Bildagenturen benötigt. Da richtet sich der Preis pro Bild nach Kantenlänge, Auflagenhöhe, Verbreitungsgebiet und Anzahl der Übersetzungen. „The Complete Book of Flight“, eines meiner Bücher hat 304 Seiten, ca. 500 Abbildungen und wurde in fünf Sprachen übersetzt. Gerade ist eine japanische Ausgabe davon erschienen. Hätte ich da bei jedem Bild Lizenzgebühren bezahlen müssen, ich wäre ruiniert. Im vorliegenden Fall hat mir Airbus wegen der A350 XWB viel Material zur Verfügung gestellt. Auch Bernd Junkers, der Enkel von Hugo Junkers, hat sensationelle Fotos zu dem Buch über Flugzeugbau beigesteuert.

airportzentrale.de: Einerseits schreiben Sie über Flughäfen, Flugzeugbau, Flugsicherung und Strahltriebwerke, andererseits haben Sie ein Buch über Fluglärm veröffentlicht. Wie passt das zusammen?

AF: Natürlich hängt mein Herz an der Fliegerei. Flugzeuge eröffnen uns fremde Kulturen, sie sind die Eintrittskarte in die ganze Welt. Flugzeuge ermöglichen den Austausch von Waren und bereichern unser tägliches Leben. Gleichwohl darf man nicht ignorieren, dass Flugzeuge für einen Teil unserer Bevölkerung auch eine Belastung darstellen, weil sie den damit verbundenen Lärm ertragen müssen. Nicht jeder Flughafenanwohner hat so eine positive Einstellung zum Luftverkehr. Diesen Menschen einmal eine Stimme zu geben, ohne gleich eine Kampfschrift gegen die Flughäfen zu schreiben, das war ein Teil meiner Intention. Der andere war ein Versuch, unter den Fluglärmgegnern ein wenig sachliches Verständnis für den öffentlichen Luftverkehr zu erwecken. Bei einigen ist mir das gelungen, bei anderen nicht. In meinem Buch über Strahltriebwerke erzähle ich unter anderem von den Fortschritten in der Triebwerkstechnik. Ganz populär, so dass es jeder versteht. Dass ich gerade für das Fluglärmbuch einen Journalistenpreis erhalten habe, freut mich natürlich ganz besonders und spornt mich an.

airportzentrale.de: Würden Sie nicht auch mal gerne einen Roman schreiben?

AF: Hab ich doch, und zumindest einer davon war recht erfolgreich. „Storie di Sangue“ hatte es seinerzeit sogar zur Pflichtlektüre an Schulen in Sardinien geschafft, weil das Buch eine dort grassierende Krankheit behandelt. Eingebettet sind alle wichtigen Informationen in eine turbulente Handlung im sardischen Hirtenmilieu, aber zu Grunde liegt eine ernste Message: Der Kampf gegen Hass, die Notwendigkeit von Blutspenden, die Zufriedenheit eines einfachen Lebens und natürlich eine glückliche Liebe. Gebunden gibt es das Buch nur in italienischer Sprache, als eBook ist es auf italienisch und auf deutsch bei Amazon unter dem Titel „Der Hirte“ erhältlich.

airportzentrale.de: Was ist Ihr nächstes Projekt?

Bild: Andreas Fecker

AF: Das ist mein Dilemma. Ich würde gerne an der Fortsetzung meines ersten Romans „Der Japaner“ weiterschreiben. Aber wenn man mal mit diesen Sachbüchern angefangen hat, wartet das nächste Projekt schon um die Ecke. Die Windkraft hat es mir angetan. Sicher wieder ein kontroverses Thema, aber das hat ein gewaltiges Potential. Da geistert noch sehr viel Unwissen durch die Bevölkerung.

airportzentrale.de: Jeden Samstag schreiben Sie für uns eine Kolumne zu verschiedenen Luftfahrtthemen. Woher haben Sie alle diese Geschichten?

AF: Ich hatte ein sehr bewegtes Berufsleben mit vielen Chancen zur Weiterbildung in verschiedenen Teilen der Welt. Ich habe gelernt, über den Zaun zu schauen und war in internationalen Institutionen wie NATO, SFOR und EUROCONTROL tätig. Ich hatte oft Initiativen gestartet und bekam folgerichtig auch Gelegenheit, Verantwortung dafür zu übernehmen. Darüber habe ich viele Kontakte in die ganze Welt geknüpft und bekam Zugang zu Hintergründen, wie man sie im gewöhnlichen Berufsalltag nicht kriegt. Auch die Mitgliedschaft im Luftfahrtpresseclub bringt tiefe Einblicke in die Welt der Luftfahrt.

airportzentrale.de: Herr Fecker, wir danken Ihnen für dieses Interview und wünschen Ihnen mit Ihren Büchern viel Erfolg.

Mehr Informationen zum neuen Buch von Andreas Fecker finden Sie hier.