Forschungsprojekt: Steigerung der Trainingseffizienz bei geringerer Umweltbelastung

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Lufthansa Aviation Training (LAT) und die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich) starten ein innovatives Forschungsprojekt zur Digitalisierung von Trainingsinhalten im Bereich des Sicherheits- und Notfallkabinentrainings. Am 11. und 12. Juni 2024 fand die gemeinsame Auftaktveranstaltung für dieses Projekt am Flughafen in Frankfurt mit Beteiligten aller Verbundpartner statt.

Gilad Scherpf, Senior Director Aviation Training Development
„Unterstützt durch den mFUND investiert LAT in die Zukunft des Trainings. Dabei stehen neben neuester Technologie vor allem die Kompetenzen unserer Crews und damit die Flugsicherheit im Fokus.“

Das Training für Besatzungsmitglieder von Fluggesellschaften findet heute fast ausschließlich in aufwendig nachgebildeten Kabinenattrappen und -simulatoren, sogenannten CEETs (Cabin Emergency Evacuation Trainer) statt. Lufthansa Aviation Training betreibt in insgesamt sechs Trainingszentren derzeit 17 dieser CEETs für die kontinuierliche Schulung von 40.000 Besatzungsmitgliedern der Lufthansa Group sowie externer Kundenairlines. Der Flächenbedarf je Gerät beträgt bei einem mehrstöckigen Aufbau 150 m², die Betriebskosten liegen bei je ca. 200.000€ pro Jahr (Durchschnittswerte, Quelle: LAT). Die Geräte sind nicht mobil, was zum Teil lange Anreisewege für die Besatzungsmitglieder sowie in der Folge unproduktive Ausfallzeiten für die Flugbetriebe bedeutet.

Ziel des Projekts D-CEET ist die vollständige Nachbildung eines Airbus A320 CEETs als „digitaler Zwilling“ auf Basis vorhandener Flugzeug- und Gerätespezifikationen. Das so entstehende Datenmodell soll ein gemäß den Empfehlungen der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) voll immersives Training aller relevanten Trainingsinhalte in Virtual Reality (VR) und ergänzend als tabletbasierte Applikation ermöglichen. In der VR-Umgebung werden abwechslungsreiche und realitätsnahe Szenarien dargestellt mit dem Ziel, die Trainingseffizienz und -effektivität zu erhöhen. Gleichzeitig soll der Geräteeinsatz und der damit verbundene CO2-Ausstoß verringert werden.

Prof. Dr. Martin Raubal, ETH Zürich
„Digitale Zwillinge haben ein enormes Potenzial, um Prozesse und Aktionen in der Realwelt vorab zu simulieren und zu testen. In unserem Projekt stellt sich die spannende Forschungsfrage, ob und wie die Trainingsanforderungen für das Sicherheits- und Notfalltraining von Kabinen- und Cockpitbesatzungen in Virtueller Realität umgesetzt werden können und wie effizient ein solches Training ist. Neuartige Technologien, wie Eye Tracking und physiologische Sensoren, erlauben uns Rückschlüsse auf die kognitiven Belastungen der Trainierenden und die Wirksamkeit des Trainings. Dies sind essenzielle und spannende Fragen, welche vor einem umfassenden Einsatz eines solchen immersiven Trainings beantwortet werden müssen.“

Über den mFUND des BMDV: Im Rahmen der Innovationsinitiative mFUND fördert das BMDV seit 2016 datenbasierte Forschungs- und Entwicklungsprojekte für die digitale und vernetzte Mobilität der Zukunft. Die Projektförderung wird ergänzt durch eine aktive fachliche Vernetzung zwischen Akteuren aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Forschung und durch die Bereitstellung von offenen Daten auf der Mobilithek.

Quelle: PM Lufthansa Aviation Training

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