Flughafen Wien kämpft mit der Corona-Krise: 1. Quartal 2021 brachte 25 Mio. Euro Verlust

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Foto: Flughafen Wien AG

Die COVID-19-Krise belastet Luftfahrt weiter massiv. Die Flughafen-Wien-Gruppe hat im Q1/2021 88,7% weniger Passagiere und einen Umsatzrückgang von 64,4% verzeichnet. EBITDA  sinkt um 95,9%, bleibt mit € 2,4 Mio. aber positiv, das Nettoergebnis liegt bei minus € 25,0 Mio.

  • Passagierrückgang setzt sich im April 2021 fort: Minus 90,9% in der Flughafen-Wien-Gruppe (minus 90,2% am Standort Wien) gegenüber dem Vorkrisenniveau (April 2019)
  • Verlängerung der Kurzarbeit für am stärksten von der COVID-19-Krise betroffene Branchen wie Luftfahrt und Tourismus unbedingt notwendig, um Kündigungswelle zu vermeiden
  • Jetzt buchen, günstig fliegen: Reisen wird im Sommer wieder möglich sein – wer geimpft, negativ getestet oder immun ist, wird reisen dürfen – Flughafen Wien begrüßt weitreichende Aufhebung der Quarantänepflicht für die Einreise nach Österreich und die österreichische Vorreiterrolle zur internationalen Einführung eines „Grünen Passes“

„Grüner Pass ist der Schlüssel zur Reisefreiheit“
„Die dramatischen Zahlen unterstreichen, dass die Flugbranche dringend die Weiterführung der Corona-Kurzarbeit braucht, nur so kann eine Kündigungswelle verhindert werden. Zwar steigen die Buchungen, aber Flugverkehr und Tourismus sind noch nicht über dem Berg“, kommentierte Dr. Günther Ofner, Vorstand der Flughafen Wien AG, die Quartalszahlen. “Wer in den Urlaub fliegen will, sollte jetzt buchen, bevor die Ticketpreise wieder steigen. Wer geimpft, genesen oder getestet ist, kann wieder reisen und sollte daher diese Chance auch ergreifen, der Grüne Pass ist dabei der Schlüssel zur Freiheit“, sagte Ofner weiter.

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„Der internationale Impffortschritt stimmt vorsichtig optimistisch“
„Die Pandemie hat die Luftfahrt weiterhin fest im Griff, im April 2021 verzeichnen wir nicht mal 10% der Passagiere wie vor der Krise. Der mittlerweile in ganz Europa erkennbare Fortschritt bei den Impfungen und die Lockerungen der Reisebestimmungen eröffnen aber neue Perspektiven für die Rückkehr zu Reisefreiheit. Mit seiner neuen Einreiseverordnung hat Österreich die Quarantänepflicht für die Einreise aus beliebten Urlaubsländern, wie Griechenland, Italien, Spanien, Frankreich und viele mehr, aufgehoben. Damit und mit der stärkeren Verankerung des 3-G-Prinzips „Getestet, geimpft, genesen“ steht einem entspannten Reisesommer nichts mehr im Wege. Also buchen Sie jetzt und profitieren Sie von günstigen Flugpreisen“, empfiehlt Mag. Julian Jäger, Vorstand der Flughafen Wien AG, fest.

Januar bis März 2021: Minus 88,4% Passagiere am Standort Wien
Die weltweite Covid-19-Pandemie hat anhaltend starke Auswirkungen auf den internationalen Reiseverkehr und damit auch auf den Flughafen Wien: Von Jänner bis März 2021 verzeichnete die Flughafen-Wien-Gruppe inklusive der Auslandsbeteiligungen Malta Airport und Flughafen Kosice einen Passagierrückgang von 88,7 % auf insgesamt 677.344 Passagiere gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Am Standort Wien ging die Zahl der Passagiere um 88,4% auf 572.718 Reisende zurück. Die Zahl der Flugbewegungen sank von Jänner bis März 2021 um 78,6% auf 10.418 Starts und Landungen. Die durchschnittliche Auslastung (Sitzladefaktor) ging von 65,4% auf 49,4% zurück. Das Frachtaufkommen sank um 5,0% auf 60.172 Tonnen (Luftfracht und Trucking). Der Flughafen Malta verzeichnete im Q1/2021 einen Passagierrückgang um 90,2% auf 98.495 Reisende. Der Flughafen Kosice verzeichnete im gleichen Zeitraum einen Rückgang um 87,7% auf 6.131 Reisende.

Q1/2021: Umsatz bei € 57,5 Mio. (minus 64,4%) und Nettoergebnis auf minus € 25,0 Mio.
Im Q1/2021 sanken die Umsatzerlöse der Flughafen-Wien-Gruppe um 64,4% auf € 57,5 Mio. Das EBITDA verschlechterte sich um 95,9% auf € 2,4 Mio. und das EBIT auf minus € 30,9 Mio. Das Nettoergebnis vor Minderheiten ging im Q1/2021 auf minus € 25,0 Mio. zurück. Die Nettoverschuldung erhöhte sich auf € 230,7 Mio. (31.12.2020: € 201,9 Mio.). Der Free-Cashflow beläuft sich auf minus € 28,8 Mio. (Q1/2020: minus € 21,0 Mio.).

Umsatz und Ergebnisentwicklung in den Segmenten
Die Umsätze des Segments Airport sanken im Q1/2021 im Vergleich zum Vorjahr um 78,8% auf € 16,1 Mio., das Segment-EBIT sank auf minus € 25,4 Mio. Das Segment Handling & Sicherheitsdienstleistungen verzeichnete bei den Umsatzerlösen einen Rückgang um 54,5% auf € 16,7 Mio., das Segment-EBIT sank auf minus € 6,1 Mio. Darin sind auch die Sicherheitsdienstleistungen der VIAS sowie die Abfertigungsdienstleistungen der Vienna Aircraft Handling (VAH) und Vienna Passenger Handling Services (VPHS) enthalten. Im Segment Retail & Properties sank der Umsatz im Q1/2021 signifikant um 47,9% auf € 16,8 Mio. Das Segment-EBIT betrug € 4,2 Mio. Die Umsätze des Segments Malta gingen im Q1/2021 um 60,4% auf € 5,1 Mio. zurück, das Segment-EBIT belief sich auf minus € 3,2 Mio. Die Umsätze des Segments „Sonstige Segmente“ sanken im Q1/2021 um 26,9% auf € 2,9 Mio. Das Segment-EBIT betrug minus € 0,3 Mio.

Investitionen
In den ersten drei Monaten 2021 wurden in Summe € 6,3 Mio. investiert. Die größten Investitionen betreffen den Terminal 2 mit € 1,3 Mio. und Investitionen in ein Zutrittskontroll- und ein Türsteuerungssystem mit € 1,3 Mio. Am Flughafen Malta wurden im Q1/2021 € 2,7 Mio. investiert.

Passagierprognose 2021: Rund 15,9 Mio. Passagiere in der Flughafen-Wien-Gruppe und rund 12,5 Mio. Passagiere am Standort Wien erwartet
Während sich aus heutiger Sicht das erste Halbjahr noch schwach entwickeln wird, ist ab Sommer und im zweiten Halbjahr ein deutlicher Anstieg bei den Passagieren zu erwarten. Für den Standort Wien erwartet der Flughafen Wien rund 12,5 Mio. Reisende im Gesamtjahr 2021 und für die Flughafen-Wien-Gruppe (inkl. Beteiligungen) rund 15,9 Mio. Reisende.

Finanzausblick 2021:
Aufgrund der soliden wirtschaftlichen Basis der Flughafen Wien-Gruppe ist die Liquidität für alle vorhersehbaren Krisen-Szenarien ausreichend gesichert. Unter der Voraussetzung der Erreichung der angepeilten Verkehrszahlen erwarten wir für das Jahr 2021 aus heutiger Sicht einen Umsatz von rund € 430 Mio., ein positives EBITDA von rund € 150 Mio. und eine schwarze Null beim Jahresergebnis. Die bisherigen Verkehrszahlen im zweiten Quartal liegen unter den Erwartungen, noch aber kann die Jahresguidance erreicht werden, wenngleich der Grad der Unsicherheit deutlich gestiegen ist. Die Nettoverschuldung des Unternehmens wird voraussichtlich auf rund € 100 Mio. sinken. Die Investitionen werden bei rund € 62 Mio. liegen.

Verkehrsentwicklung April 2021: Starker Verkehrsrückgang hält weiter an

Flughafen-Wien-Gruppe mit 310.807 Passagieren im April 2021
Der pandemiebedingt starke Verkehrsrückgang am Flughafen Wien setzt sich weiter fort: Zwar ergeben sich durch den stark eingeschränkten Flugbetrieb im April 2020 signifikante Verbesserungen im Vergleich zum Vorjahr – die aktuellen Zahlen liegen aber nach wie vor weit unter dem Vorkrisenniveau (April 2019). Im April 2021 verzeichnete die Flughafen-Wien-Gruppe (Flughafen Wien, Malta Airport und Flughafen Kosice) einen Rückgang von 90,9% gegenüber dem Vorkrisenniveau (April 2019) auf 310.807 Reisende.

Standort Wien: 269.127 Passagiere im April 2021
Am Standort Flughafen Wien sank das Passagieraufkommen im April 2021 um 90,2% gegenüber dem Vorkrisenniveau (April 2019) auf 269.127 Reisende.

Das Passagieraufkommen am Flughafen Wien nach Westeuropa sank im April 2021 um 91,2% gegenüber dem Vorkrisenniveau (April 2019), nach Osteuropa um 86,6%. Nach Nordamerika ging das Passagieraufkommen im Vergleich zum Vorkrisenniveau (April 2019) um 91,9% zurück und Afrika verzeichnete ein Minus von 92,0%. In den Nahen und Mittleren Osten sank das Passagieraufkommen um 87,3% und in den Fernen Osten um 95,9% gegenüber dem Vorkrisenniveau (April 2019) zurück.

Am Flughafen Malta ging das Passagieraufkommen im April 2021 gegenüber dem Vorkrisenniveau (April 2019) um 94,0% zurück und der Flughafen Kosice verzeichnete einen Passagierrückgang um 93,1%.

Quelle: PM Flughafen Wien

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