Flughafen Wien: Aktuelle Eurocontrol-Studie widerspricht Greenpeace-Aussagen zu Kurzstrecken-Flügen diametral und entlarvt sie als plumpe Propaganda

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Flughafen Wien: Aktuelle Eurocontrol-Studie widerspricht Greenpeace-Aussagen zu Kurzstrecken-Flügen diametral und entlarvt sie als plumpe Propaganda – Verbote sind abzulehnen und würden keinen Klimaschutz, aber jede Menge Umgehungsverkehr bringen – Laut Eurocontrol-Studie bewirken europäische Kurzstreckenflüge nur 3,8% des CO2-Ausstoßes des Flugverkehrs, in Österreich sind es überhaupt nur 0,16%. Eine Pressemitteilung der Flughafen Wien AG:

Ohne Kurzstrecke gibt es keine Langstreckenflüge – Großteil der Kurzstrecken-Passagiere steigen auf Weiterflüge um – Anschlussqualität auf der Schiene kaum vorhanden

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Aktuelle Eurocontrol-Studie in völligem Gegensatz zu Greenpeace: Kurzstreckenflüge machen 24,1% aller Flüge in Europa aus – aber nur 3,8% der CO2-Emissionen
Die von Umweltorganisationen immer wieder geäußerten Behauptungen zur angeblichen Ersetzbarkeit von Kurzstreckenflügen durch die Bahn werden auch durch Propaganda-Aussendungen nicht richtiger: Laut einer aktuellen Studie der Eurocontrol aus 2021 sind Kurzstrecken-Flüge vielfach unverzichtbare Zubringerflüge für Mittel- und Langstreckenverbindungen. Eine der Kernaussagen ist, dass diese aktuell auch durch die Bahn nicht ersetzt werden können, weil vielfach das Bahnangebot nicht oder nur unzureichend vorhanden ist. Der dafür notwendige Bahnausbau wird nicht nur Jahrzehnte dauern, sondern auch gewaltige Milliardenbeträge verschlingen.

Kurzstreckenflüge machen zwar 24,1% aller Flüge in Europa – aber nur 3,8% der CO2-Emissionen aus. Ein Verbot von Kurzstreckenflügen brächte also wenig Nutzen für den Klimaschutz. Insgesamt verursacht der Flugverkehr nur 2,7% des weltweiten CO2-Ausstosses, in Europa sind es nur 0,52% und in Österreich gar nur 0,16%.

Ohne Kurzstrecke keine Langstrecken-Flugverbindungen
Ohne Kurzstrecken-Flüge gibt es auch keine Langstrecken-Flugverbindungen: Denn der Großteil der Passagiere auf Flügen von Wien nach München, Frankfurt, Zürich oder zu anderen Drehkreuzen steigt dort auf Weiterflüge, meistens interkontinentale Langstreckenflüge, um. So liegt der Transferanteil auf der Flugverbindung Wien-München bei 80%. Ein leistungsfähiger Bahnanschluss existiert nicht – der Flughafen München ist via Schiene nur mittels Schnellbahn über den Münchner Hauptbahnhof erreichbar. Die Nachtzugsverbindungen nach Frankfurt, Brüssel oder Paris mit Fahrzeiten von 10 Stunden und mehr machen ein Umsteigen auf Weiterflüge ebenfalls nahezu unmöglich: In den meisten Fällen kommt der Zug zu spät am Airport an und erfordert daher eine zusätzliche Nächtigung oder es gibt schlichtweg keine Fernzugsanbindung zum jeweiligen Flughafen.

Massiver Schaden für Ostösterreich – ohne Nutzen für den Klimaschutz
Für den Standort Wien und ganz Ostösterreich ist die Kurzstrecke von großer Bedeutung: Der Flughafen Wien ist ein Drehkreuz für Austrian Airlines und die AUA-Mutter Lufthansa. Kurzstrecken-Flüge sind wichtige Zubringer: Über 70% der Passagiere eines AUA-Kurzstreckenfluges bis zu 400 km steigen in Wien um. Die Langstrecke wird zu 55% von Umsteigepassagieren genutzt, bei Osteuropa-Verbindungen sogar zu 65%.

Ein Verbot von Kurzstreckenflügen nach Wien würde lediglich dazu führen, dass die Reisenden Flugverbindungen zu anderen weiter entfernten Airports nutzen, wie das Beispiel Graz-Wien zeigt: Über 90% der Flugreisenden von Graz nach Wien steigt am Wiener Airport in weitere Mittel- und Langstreckenflüge um. Würde dieser Zubringerflug verboten, steigen die Reisenden entweder ins Auto oder in ein anderes Flugzeug nach Frankfurt oder München – aber mit Sicherheit nicht in die Bahn, die für diese Strecke weiterhin über 2 Stunden benötigt.

Ein Ausbau der Bahninfrastruktur läuft hier, wie auch in die östlichen Nachbarländer Österreichs, bereits seit Jahrzehnten, eine Fertigstellung liegt in weiter Ferne. Dass vor diesem Hintergrund von Greenpeace heute gefordert wird, dass „die Züge in Ost- und Südosteuropa deutlich schneller und öfter fahren müssen“, zeigt, wie realitätsfern diese Forderungen sind.

Bahn und Flug müssen einander ergänzen – nicht konkurrenzieren
Es ist auch verfehlt, ständig einen Gegensatz zwischen Bahn und Flug herzustellen. Die Bahnanbindung Linz-Wien zeigt, dass beide Verkehrssysteme einander erfolgreich ergänzen können. Einen ähnlichen Bahnausbau in Richtung Osten fordert der Flughafen Wien bereits seit vielen Jahren. Nachtzüge zu innereuropäischen Hauptstädten mit Fahrtdauern von mehr als 10 Stunden, mit teilweise mehreren Umsteigevorgängen sind als Ergänzung sinnvoll, stellen für Geschäftsreisende aber jedenfalls keine praktikable und konkurrenzfähige Alternative gegenüber der Luftfahrt dar.

Alternative Treibstoffe als Schlüssel für klimafreundliches Fliegen
Die Forderungen von Greenpeace nach einem Verbot für Kurzstreckenflüge erscheinen für den Flughafen Wien in einer Zeit, in der die heimische Luftfahrt und der Tourismus noch tief in der Bewältigung der Corona-Krise stecken, kontraproduktiv und unverantwortlich: An der Luftfahrt hängen über 90.000 Arbeitsplätze in ganz Österreich. Der richtige Weg für klimafreundliches Fliegen ist es, durch Förderungen und Beimengungspflichten die großflächige Markteinführung von CO2-neutralen alternativen Treibstoffen voranzutreiben. Die Technologie zur Herstellung von synthetischem Kerosin existiert bereits. Flugbezogene Steuern sollten zweckgebunden als Fördermittel für Forschung und Entwicklung sowie die Einführung von gesetzlichen Beimengungspflichten verwendet werden. Das würde eine weitreichende Nachfrage nach alternativen Treibstoffen ankurbeln und so einen entsprechenden Markt schaffen und wäre ein planbarer und gesicherter Pfad zur CO2-Reduktion.

Quelle: PM Flughafen Wien

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