Der Flughafen Wien hat das Jahr 2025 mit neuen Rekordwerten bei Passagieren und Fracht abgeschlossen. In der Flughafen-Wien-Gruppe, einschließlich der Auslandsbeteiligungen Malta Airport und Flughafen Košice, wurden insgesamt 43,4 Millionen Passagiere abgefertigt, was einem Zuwachs von 4,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Am Standort Wien selbst stieg das Passagieraufkommen um 2,6 Prozent auf 32,6 Millionen Fluggäste und erreichte damit einen neuen Höchststand.
Parallel zum Passagierwachstum entwickelte sich auch das Frachtgeschäft positiv. Das Gesamtfrachtaufkommen am Standort Wien erhöhte sich 2025 um 5,3 Prozent auf 313.763 Tonnen und markierte ebenfalls einen neuen Rekordwert. Die Zahl der Flugbewegungen stieg um 2,7 Prozent auf 240.360 Starts und Landungen, während der Sitzladefaktor mit 80,5 Prozent nahezu stabil blieb.
Unterschiedliche Entwicklungen im Passagiermix
Die Zahl der Lokalpassagiere nahm 2025 um 3,5 Prozent auf 25,7 Millionen zu, während das Transferaufkommen um 2,9 Prozent auf 6,56 Millionen Passagiere zurückging. Besonders stark entwickelten sich Verkehrsströme in Richtung Asien sowie in den Nahen und Mittleren Osten. Auf der Langstrecke zählten Bangkok, New York und Taipeh zu den nachfragestärksten Destinationen, während Antalya, Mallorca und Barcelona die beliebtesten Urlaubsziele darstellten. Die wichtigsten Reiseländer ab Wien waren Deutschland, Spanien und Italien.
Internationale Beteiligungen mit zweistelligem Wachstum
Die Auslandsbeteiligungen der Flughafen-Wien-Gruppe trugen 2025 maßgeblich zur positiven Gesamtentwicklung bei. Der Flughafen Malta überschritt mit 10,06 Millionen Passagieren erstmals die Marke von zehn Millionen und wuchs um 12,3 Prozent. Der Flughafen Košice verzeichnete einen Anstieg um 12,2 Prozent auf 825.123 Passagiere.
Herausforderungen und Prognose für 2026
Für das Jahr 2026 erwartet der Flughafen Wien einen leichten Rückgang des Passagieraufkommens. Prognostiziert werden rund 30 Millionen Passagiere am Standort Wien sowie 41,5 Millionen Reisende in der gesamten Gruppe. Belastend wirken insbesondere Kapazitätsreduktionen von Low-Cost-Carriern wie Ryanair und Wizz Air, die Teile ihres Angebots aus Wien abziehen und nach Bratislava verlagern. Als wesentlicher Wettbewerbsnachteil wird dabei die österreichische Flugabgabe genannt.
Trotz anhaltender Reiselust und angekündigter Angebotserweiterungen, unter anderem durch Austrian Airlines und asiatische Fluggesellschaften, bleibt das Wachstum durch hohe Standortkosten und regulatorische Rahmenbedingungen begrenzt. Um die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, plant der Flughafen Wien für 2026 eine Entgeltreduktion von 4,6 Prozent, was jedoch die Umsatzentwicklung belastet.
Stabiler Finanzausblick trotz sinkender Tarife
Für das Geschäftsjahr 2026 rechnet die Flughafen Wien AG mit einem Umsatz von rund 1,05 Milliarden Euro, einem EBITDA von etwa 415 Millionen Euro und einem Periodenergebnis vor Minderheiten von rund 210 Millionen Euro. Dieses Ergebnisniveau entspricht der Guidance für 2025 und soll durch ein umfassendes Sparprogramm bei Sach- und Personalkosten abgesichert werden.
Gleichzeitig sind Rekordinvestitionen von rund 330 Millionen Euro geplant, die vollständig aus Eigenmitteln finanziert werden sollen. Neben der Erweiterung des Terminal 3 umfasst das Investitionsprogramm unter anderem den Baubeginn des Office Park 4 NEXT sowie die Errichtung der neuen Schengen-Außengrenze am Flughafen Wien.
Jahresende 2025 mit starkem Verkehrszuwachs
Auch im Dezember 2025 zeigte sich eine dynamische Entwicklung. In der Flughafen-Wien-Gruppe wurden 3,29 Millionen Passagiere abgefertigt, ein Plus von 9,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Am Standort Wien stieg das Passagieraufkommen auf 2,53 Millionen Reisende (+6,1 Prozent). Besonders stark wuchs der Verkehr in den Nahen und Mittleren Osten sowie nach Afrika und Nordamerika.
