Die deutschen Flughäfen verzeichneten im April 2026 erneut eine schwache Verkehrsentwicklung. Insgesamt nutzten 17,01 Millionen Passagiere die deutschen Airports. Gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht das einem Rückgang von 7,5 Prozent. Damit liegt das Passagieraufkommen weiterhin deutlich unter dem Vorkrisenniveau von 2019 – die Recovery beträgt lediglich 80,8 Prozent. Die Zahlen hat der Flughafenverband ADV heute vorgestellt.
Besonders stark betroffen war der innerdeutsche Luftverkehr. Hier sank die Zahl der Reisenden im April auf 1,73 Millionen Passagiere (-15,0 %). Im Vergleich zu 2019 erreicht dieses Marktsegment nur noch 44,1 Prozent des damaligen Aufkommens. Ursachen sind unter anderem der einwöchige Streik bei Lufthansa, das Grounding von CityLine sowie anhaltende strukturelle Veränderungen im deutschen Inlandsverkehr.
Auch die internationalen Verkehre entwickelten sich rückläufig. Im Europaverkehr wurden 12,29 Millionen Passagiere gezählt (-3,2 % gegenüber April 2025), während die Interkontinentalverkehre mit 2,96 Millionen Reisenden sogar um 18,6 Prozent einbrachen. Belastend wirkten sich vor allem die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten aus. Besonders Verbindungen in die Golfregion sowie touristische Ziele wie die Türkei und Ägypten waren betroffen. Gleichzeitig zeigen sich Verlagerungen der Nachfrage in Richtung westliches Mittelmeer und Kanaren.
Die Zahl der gewerblichen Flugbewegungen sank im April auf 146.303 Starts und Landungen (-8,5 %). Gegenüber 2019 wurden damit nur 77,5 Prozent der Flüge durchgeführt.
Stabil zeigte sich dagegen die Luftfracht. Das Cargo-Aufkommen stieg im April 2026 auf 406.018 Tonnen und lag damit 4,7 Prozent über dem Vorjahreswert sowie 6,2 Prozent über dem Niveau von 2019. Sowohl Einladungen (+5,0 %) als auch Ausladungen (+4,5 %) entwickelten sich positiv. Die Luftfrachtbranche reagierte damit deutlich robuster auf die geopolitischen Krisen als der Passagierverkehr.
Von Januar bis April 2026 nutzten insgesamt 58,13 Millionen Passagiere die deutschen Flughäfen (-0,2 %). Während der Europaverkehr leicht zulegen konnte (+1,6 %), gingen die Interkontinentalverkehre um 4,7 Prozent zurück. Das Luftfrachtaufkommen summierte sich im selben Zeitraum auf 1,56 Millionen Tonnen (+3,0 %).
