Flughäfen in Deutschland melden weniger Passagiere im Juni 2026

Werbung
Foto: Simon Pannock / airportzentrale.de

Im Juni 2026 begrüßten die deutschen Flughäfen insgesamt 19,76 Millionen an- und abfliegende Passagiere. Gegenüber dem Vormonat Mai ging das Passagieraufkommen um 5.015 Reisende zurück. Die Erholung gegenüber dem Vorkrisenniveau von 2019 liegt bei 83,9 %. Die Zahlen hat am Vormittag der Flughafenverband ADV vorgestellt.

Die Einzelheiten


Werbung


  • Passagiere: 19,76 Millionen Passagiere nutzten im Juni die deutschen Flughäfen. Gegenüber Juni 2025 sank das Lokalaufkommen um 3,2 %. Im Vergleich zum Juni 2019 fehlen weiterhin 16,1 % der Reisenden.
  • Cargo: Das Luftfrachtaufkommen erreichte 414.289 Tonnen. Gegenüber Juni 2025 entspricht dies einem Wachstum von 6,6 %, gegenüber Juni 2019 von 9,2 %.
  • Flugbewegungen: Mit 163.263 gewerblichen Starts und Landungen lag die Zahl der Flugbewegungen 5,3 % unter dem Vorjahreswert. Gegenüber 2019 wurden 80,2 % der gewerblichen Flüge erreicht.

Der Juni im Blick – Touristische Nachfrage führt zu keiner Belebung

Nach dem deutlichen Passagierrückgang im April und der Stagnation im Mai ist das Passagieraufkommen im Juni erneut leicht gesunken. Der innerdeutsche Verkehr verzeichnet dabei den geringsten Rückgang – eine für die Sommermonate typische saisonale Entwicklung. Die Rückgänge im internationalen Verkehr während der Hauptreisezeit sind dagegen ein Warnsignal. Das Minus von mehr als 3 % im Europaverkehr spiegelt die schwache Konsumneigung und das weiterhin zurückhaltende Ausgabeverhalten der privaten Haushalte wider. Der Rückgang von über 4 % im Interkontinentalverkehr zeigt zudem, dass das Angebot insbesondere in Richtung Naher Osten und Asien weiterhin nicht das Vorkrisenniveau erreicht.

  • Innerdeutsch: Im Juni nutzten 2,06 Millionen Passagiere den innerdeutschen Luftverkehr. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Rückgang von 2,9 %. Im Vergleich zum Juni 2019 werden lediglich 51,0 % des damaligen Passagieraufkommens erreicht.
  • Europa: Im Europaverkehr wurden 14,35 Millionen Passagiere gezählt. Die Recovery-Rate liegt bei 93,8 %. Gegenüber Mai ging das Aufkommen um knapp 33.000 Passagiere zurück, im Vergleich zum Juni 2025 um 3,1 %.
  • Interkontinental: Mit 3,31 Millionen Passagieren lag die Nachfrage leicht über dem Vormonat (+55.353 Passagiere). Gegenüber Juni 2025 sank das Aufkommen jedoch um 4,1 %. Die Recovery-Rate verringerte sich auf 88,5 %.

Das Jahr im Blick – Fehlendes Angebot bremst die Erholung

Von Januar bis Juni 2026 nutzten 97,67 Millionen Passagiere die deutschen Flughäfen. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht dies einem leichten Rückgang von 0,8 %. Die Recovery-Rate im Passagierverkehr liegt bei 83,2 % und damit deutlich über der Erholung der Flugbewegungen, die lediglich 77,0 % des Vorkrisenniveaus erreichen.

Diese Entwicklung zeigt: Das derzeit ausbleibende Wachstum ist weniger auf eine fehlende Nachfrage als vielmehr auf ein unzureichendes Luftverkehrsangebot zurückzuführen. Belastend wirken insbesondere die geopolitischen Unsicherheiten im Nahen Osten, steigende Energiepreise, die anhaltend schwache Konjunktur in Deutschland, Streiks sowie das Grounding der CityLine. Diese Faktoren verhindern derzeit ein nachhaltiges Wachstum des Luftverkehrs.

  • Innerdeutsch: 11,05 Millionen Passagiere flogen innerdeutsch. Das sind 2,4 % weniger als im Vorjahr und lediglich 47,8 % des Aufkommens von Januar bis Juni 2019.
  • Europa: Im Europaverkehr wurden 67,57 Millionen Passagiere gezählt. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Plus von 0,7 %. Im Vergleich zu 2019 liegt die Recovery-Rate bei 93,0 %.
  • Interkontinental: Das Interkontaufkommen erreichte 18,91 Millionen Passagiere. Gegenüber dem Vorjahr ging die Nachfrage um 4,8 % zurück. Die Recovery-Rate sank auf 92,4 %.

Cargo-Aufkommen – Wachstum gewinnt an Dynamik

Im Juni 2026 verzeichneten die deutschen Flughäfen ein Luftfrachtaufkommen von 414.289 Tonnen (an + ab). Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Zuwachs von 6,6 %, gegenüber 2019 von 9,2 %. Sowohl Einladungen als auch Ausladungen entwickelten sich positiv. Damit bestätigt die Luftfracht ihre Rolle als verlässliches Rückgrat internationaler Lieferketten und als stabiler Wachstumsträger.

  • Ausladungen: Die Ausladungen stiegen um 5,6 % auf 205.188 Tonnen. Gegenüber 2019 beträgt das Plus 10,1 %.
  • Einladungen: Die Einladungen erreichten 209.100 Tonnen. Das entspricht einem Anstieg von 7,7 % gegenüber 2025 und von 8,4 % gegenüber 2019.
  • Januar bis Juni 2026: Das Luftfrachtaufkommen summierte sich auf insgesamt 2.388.519 Tonnen. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht dies einem Wachstum von 3,4 %, gegenüber 2019 von 3,3 %. Im Jahresverlauf stiegen sowohl die Ausladungen (+4,4 %) als auch die Einladungen (+2,4 %).
Quelle: PM ADV

Schreibe einen Kommentar
Kommentiere den Artikel. Bleibe freundlich und nett, gerne kritisch und konstruktiv, aber stets sachlich. Wir möchten einen respektvollen Umgang miteinander und behalten uns vor Kommentare zu kürzen oder zu löschen.

Mit dem Klick auf "Kommentar senden" wird unserer Datenschutzerklärung und der Speicherung angegebener und personenbezogener Daten zugestimmt. Dies ist notwendig um Spam zu verhindern. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.