Flughäfen in Deutschland erlebten im März 2022 einen Aufschwung

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Foto: Simon Pannock / airportzentrale.de

Im März 2022 konnten wieder mehr Passagiere an den Flughäfen in Deutschland gezählt werden. Gegenüber dem Vorkrisenniveau fehlten allerdings mit -51,1% noch knapp die Hälfte der Reisenden aus 2019. Das geht aus der monatlichen Statistik des ADVC hervor.

9,4 Mio Passagiere nutzten die deutschen Flughäfen im März. Im Vergleich zum März 2021 liegt das Aufkommen damit deutlich höher (+377,8%).

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Das Cargo-Aufkommen bleibt stabil auf hohem Niveau: 453.588t bedeuten zwar -4,3% zum Vorjahr, gegenüber 2019 sind es aber noch +3,0%.

Die Zahl der gewerblichen Flugbewegungen war mit 120.969 Starts und Landungen mehr als doppelt so hoch wie im März 2021 (+123,0%), gegenüber 2019 wurden mit -32,8% wieder mehr als zwei Drittel aller gewerblichen Flüge durchgeführt.

Der März im Blick – Lockerungen der Corona-Beschränkungen lassen Nachfrage aufleben
Mit 1.17 Mio innerdeutschen Passagieren (+251,6% ggü 2021) lag die Nachfrage im Vergleich zum Vorkrisenjahr 2019 bei nur 28,9%. Im Europa-Verkehr konnte das Aufkommen gegenüber 2021 mehr als verfünffacht werden. Die 6,37 Mio Passagiere bedeuten ein Plus von +423,2% gegenüber dem Vorjahr. Im Vergleich zum Vorkrisenniveau von 2019 sind dies erstmals mehr als die Hälfte aller Reisenden (55,0%). Die Interkont-Nachfrage wuchs zum Vorjahr um +356,9% auf über 1,82 Mio Passagiere. Im Vergleich zum Februar 2019 entspricht dies erstmals auch mehr als der Hälfte (51,2%).

Im März hat das Aufkommen gegenüber den Vormonaten in allen Verkehrssegmenten zulegen können. Wegfallende Corona-Beschränkungen und erleichterte Einreisebestimmungen stimulierten die Passagiernachfrage. In einigen Marktbereichen konnten wieder mehr als die Hälfte der Reisenden begrüßt werden. Insbesondere der Vergleich zum Vorjahr zeigt, dass der Luftverkehr wieder deutlich wächst. Die fehlenden Verkehrsangebote nach Russland und in die Ukraine fallen statistisch nicht ins Gewicht, da die Marktnachfrage durch die Pandemie ohnehin auf sehr geringem Niveau lag.

Das Jahr im Blick – Positiver Trend im ersten Quartal
Von Januar bis März wurden an den deutschen Flughäfen mehr als 22,0 Mio. Passagiere (an+ab) gezählt. Mit +333,8% verzeichnen die Flughäfen ein starkes Wachstum zum Vorjahr. Zum Vorkrisenniveau in 2019 fehlen aber noch 56,7%.
2,74 Mio Passagiere flogen innerdeutsch (+228,9% zum Vorjahr, gegenüber Jan-Mrz 2019 sind es -74,8%). 14,82 Mio Passagiere sind im Europa-Verkehr an den deutschen Flughäfen unterwegs (+384,2% zum Vorjahr, gegenüber Jan–Mrz 2019 sind es -50,9%). Die Interkont-Nachfrage (4,37 Mio Paxe) wächst mit +284,5% zum Vorjahr (gegenüber Jan-Mrz 2019 sind es -54,9%).

Zu Jahresbeginn war der Reisemarkt noch im Würgegriff der Pandemie. Die Omikronvariante verhinderte viele Reiseanlässe mit dem Flugzeug. Vor allem die innerdeutsche Nachfrage entwickelte sich unterdurchschnittlich. Hier fehlten wichtige Nachfragegruppen wie der Businessverkehr, der einem Modal Change zu landgebundenen Verkehrsträgern unterliegt. Mit dem Wegfall zahlreicher Reisebeschränkungen wächst das Federaufkommen in die Hubs für Langstreckendestinationen. Auch die gelockerten Einreisebestimmungen lassen in den letzten Wochen des Winterflugplans 2021/2022 wieder vermehrt touristische und Leisure-Verkehre zu. Der entscheidende Unterschied zum Vorjahr liegt im deutlich höheren Aufkommensniveau der Europaverkehre. So zeigt der Blick in die Buchungssysteme eine große Reiselust in Deutschland – die Grundlage für die erwartete dynamische Entwicklung während des Sommerflugplans und der im April anstehenden Osterreisewelle ist gesetzt. Die Auswirkungen des Russland-Ukraine-Krieges sind aufgrund des geringen Verkehrsaufkommens in den Passagierstatistiken kaum spürbar.

Cargo-Aufkommen – Aufkommen legt weiter zu, kann aber nicht mit Vorjahres-Dynamik mithalten
Die Luftfrachtnachfrage war auch im März auf hohem Niveau, hat aber an Dynamik eingebüßt. Gegenüber Februar legt das Aufkommen um beinahe 50.000t auf 453.588t umgeschlagene Fracht zu. Gegenüber der starken Vorjahresdynamik entspricht dies einer Veränderungsrate von -4,3%. Der Russland-Ukraine-Krieg wirkt sich auf die Luftfrachtentwicklung aus: Die Luftraumsperrungen über Russland für deutsche und EU-Carrier lassen weiterhin kein Wachstum zu. Die Sibirienrouten sind der kürzeste Weg in die wichtigen Frachtmärkte in Japan, Südkorea und China. Die Einladungen sinken um -4,2% auf 237.437t (gegenüber 2019 +4,9%). Auch die Ausladungen verringern sich um -4,4% auf 216.151t (gegenüber 2019 +0,9%). In der kumulierten Betrachtung des ersten Quartals 2022 entwickelte sich das Cargoaufkommen mit +0,7% und 1.283.758t positiv.

Quelle: PM ADV

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