Europäische Fluglotsen schlagen Alarm: Chaos im Sommer

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Die Fluglotsen-Gewerkschaft Trade Union EUROCONTROL Maastricht (TUEM) rechnet im Sommer mit deutlich steigenden Verkehrsmengen im europäischen Flugverkehr. Die Gewerkschaft warnt davor, dass einige Flugsicherungsanbieter in Europa darauf noch nicht eingestellt sind. Insbesondere in Osteuropa drohen Ausfälle in Folge von Corona-Sparmaßnahmen.

„Die Verkehrsdichte im europäischen Luftraum wird in den nächsten Monaten nicht nur wieder das Vor-Corona-Niveau erreichen, sondern sogar deutlich übertreffen“, betonte TUEM-Präsident Stefan Pille. „Die Flugsicherungsanbieter müssen deshalb dringend raus aus dem Corona-Modus und wieder ausreichend Puffer einbauen, um diese Verkehrsmengen zu bewältigen.“ Infolge der Corona Krise hatten viele europäische Flugsicherer in den letzten zwei Jahren Sparmaßnahmen geplant und z.T. umgesetzt.

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Laut Verkehrszahlen von EUROCONTROL, das von Maastricht aus den Luftraum über den Benelux Staaten und Nordwestdeutschland kontrolliert, wird dort bereits der reguläre Verkehr schon im April wieder das Niveau vor Ausbruch der Corona-Pandemie im März 2020 erreichen. Hinzu kommen zwei Sondereffekte: So hat der Krieg in der Ukraine mit veränderten Flugrouten und einer deutlichen Zunahme des militärischen Flugverkehrs dazu geführt, dass die Verkehrsdichte in ganz Europa deutlich zugenommen hat. Zum andern müssen 2022 aufgrund einer Systemumstellung im benachbarten französischen Sektor viele Ausweichrouten im Sektor des Maastricht Upper Area Control Center (MUAC) geflogen werden. „Das ist eine massive Verkehrssteigerung im Vergleich zu den Hochzeiten der Corona-Pandemie, die wir bewältigen müssen“, so Pille.

Die Gewerkschaft bewertet es positiv, dass EUROCONTROL und viele europäische Flugsicherungsanbieter dies inzwischen erkannt haben und von ihrem Sparkurs infolge der Corona Pandemie wieder abgerückt sind. Dennoch sind gerade in Osteuropa die Folgen der Sparmaßnahmen der letzten zwei Jahre spürbar, heißt es.  „Der europäische Luftraum ist hoch vernetzt und die Infrastruktur nur so stark wie das schwächste Glied“, betonte Pille. „Wenn ein Sektor kapazitätsbedingt keine Flugzeuge mehr annehmen kann, führt das zu massiven Verspätungen und Flugausfällen im Gesamtsystem. Die aktuelle Situation zeigt deutlich, dass Flugsicherung kritische Infrastruktur ist, die sich nicht an kurzfristigen konjunkturellen Schwankungen orientieren darf.“

Quelle: PM TUEM

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